Fortuna will zurück auf die Überholspur

Zweitliga-Aufstiegskandidaten im Check

Fortuna will zurück auf die Überholspur

Mit zwei Aufstiegen in vier Jahren war Fortuna Düsseldorf auf der Überholspur, umso schmerzlicher war der Bundesliga-Abstieg im vergangenen Mai. Mit neuem Trainer und neuem Personal strebt der Klub jetzt die Rückkehr ins Oberhaus an. sportschau.de erklärt, was sich bei der Fortuna so getan hat.

Rensing neu im Tor, Topstürmer soll noch kommen

Heinrich Schmidtgal

Heinrich Schmidtgal

Torwart Michael Rensing ist die prominenteste Neuverpflichtung des Klubs. Der 29-Jährige, der beim FC Bayern ausgebildet wurde, war zuletzt Ersatzmann bei Bayer Leverkusen. Vom Mitabsteiger Greuther-Fürth wechselt Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal an den Rhein, Dustin Bomheuer vom MSV Duisburg gilt als großes Abwehrtalent. Zudem verstärkten sich die Rot-Weißen mit dem Griechen Giannis Gianniotas von Aris Thessaloniki, Christian Gartner vom österreichischen Erstligisten SV Matterburg und dem Australier Ben Halloran von Brisbane Roar. Von Karpaty Lviv kommt  Levan Kenia, der in der Bundesliga vier Jahre lang für den FC Schalke auflief. Ein Topstürmer soll noch kommen.

Kruses Abgang schmerzt

Robbie Kruse

Robbie Kruse

Schmerzlich sind die Abgänge von Stürmer Robbie Kruse (zu Bayer Leverkusen) und Johannes van den Bergh (zu Hertha BSC). Robert Tesche kehrt zudem zum Hamburger SV zurück. Auch die Torhüter Nikolaos Papadopoulos und Robert Almer, die Stürmer Ken Ilsö, Nando Rafael und Andrej Voronin sowie Mittelfeldmann Ronny Garbuschewski verlassen den Verein. Innenverteidiger Jens Langeneke beendet mit 36 Jahren seine Profikarriere.  Vom ein oder anderen Spieler wird sich der Klub bis zum Transferschluss am 31. August aber wohl noch trennen. 32 Spieler umfasst der Kader zurzeit - damit ist er der größte alle Zweitligisten.

Büskens zurück in der Heimat

Mike Büskens

Mike Büskens

Der neue Star des Teams ist allerdings der Trainer. Mike Büskens ist in Düsseldorf geboren und machte zwischen 1987 und 1992 102 Spiele für den Klub, für den er schon in der Jugend gespielt hatte. Der 45-Jährige kommt von der SpVgg Greuther Fürth, mit der er nicht die Klasse halten konnte, und folgt auf Norbert Meier, der die Fortuna nach dem Abstieg verlassen musste. Für Büskens ist Düsseldorf eine Herzensangelegenheit. Er hatte dem Erzrivalen 1. FC Köln und dem FC Ingolstadt eine Absage erteilt. "Dieses Vergnügen, als Spieler und Trainer in einem Verein arbeiten zu dürfen, haben die Wenigsten", sagte Büskens.

Reck neuer Torwarttrainer

Oliver Reck

Oliver Reck

Und noch ein neues Gesicht: Oliver Reck ist neuer Torwarttrainer der Fortuna. Der 48-Jährige war zuletzt Trainer des MSV Duisburg. Reck kennt Büskens aus gemeinsamen Schalker Zeiten bestens. Der langjährige Bundesliga-Torhüter hatte 2009 nach der Entlassung des Trainers Fred Rutten gemeinsam mit Büskens und Youri Mulder das Training bei den "Knappen" übernommen.

Das Ziel ist klar: Bundesliga

Michael Rensing

Michael Rensing

Das Ziel der Fortuna ist klar: Die Rückkehr in die Bundesliga. "Wir haben den Anspruch, in der zweiten Liga oben mitzuspielen. Und am Ende meiner Vertragslaufzeit 2015 will ich mit Fortuna aufsteigen", sagte Büskens. Er hätte aber auch nichts dagegen, schon in der kommenden Saison in das Fußball-Oberhaus zurückzukehren. "Ob das im nächsten Jahr gelingt, weiß ich nicht", erklärte er. Der neue Torwart Michael Rensing war da schon ein wenig forscher.  "Unser Anspruch muss sein, sofort in die erste Liga zurückzukehren", sagte er.

Fans halten die Treue

Trotz des Abstiegs ist die Euphorie um den Klub nicht erloschen. Der Zweitligist verkündete zuletzt, er habe schon vor Beginn des freien Verkaufs 20.200 Dauerkarten abgesetzt. Die Fans stärken der Fortuna damit kräftiger als erwartet den Rücken.

Mit dem "Geist von Spiez" in die neue Saison

In die neue Saison startet die Fortuna mit einem Heimspiel gegen Energie Cottbus. Gleich am zweiten Spieltag geht es zum rheinischen Derby zum 1. FC Köln, dann tritt der TSV 1860 München in Düsseldorf an. In der ersten Pokalrunde geht es zum Regionalligisten SC Wiederbrück. In der Vorbereitung fuhr das Team bisher nur Siege gegen unterklassige Gegner ein. Noch bis Mitte Juli weilt der Fortuna-Tross im Trainingslager in der Schweiz. Das Team ist im Hotel Belvedere in Spiez am Thuner See abgestiegen - dort wo eins Sepp Herberger die deutsche Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft 1954 vorbereitete. Wenn das kein gutes Omen ist.

vdv/sid/dpa | Stand: 04.07.2013, 11:46