Eriksson will kein Löwe werden

Sven-Göran Eriksson

Absage

Eriksson will kein Löwe werden

Sven-Göran Eriksson wird nicht Trainer beim Fußball-Zweitligisten 1860 München. Dies bestätigte der Verein am Freitag (18.01.13). Eine Einbindung von Eriksson in die sportliche Leitung der Mannschaft war bislang eine Bedingung des jordanischen Investors Hasan Ismaik gewesen.

Der 64-jährige Eriksson habe nach einem Gespräch mit Geschäftsführer Robert Schäfer am Mittwoch und einer Bedenkzeit mitgeteilt, dass er nicht zur Verfügung stehe, gaben die Löwen bekannt. Auf die Zusammenarbeit zwischen Investor Ismaik und dem Verein soll Erikssons Entscheidung allerdings keinen Einfluss haben.

Unabhängig davon habe Ismaik "versichert, dass die am Montag dieser Woche getroffene Einigung der beiden Gesellschafter und der darin enthaltene Dreijahresplan weiterhin Gültigkeit besitzt", erklärte Schäfer in einer Mitteilung von 1860.

Nur freundliche Grüße

Schäfer hatte sich am Mittwoch in London mit Eriksson getroffen. Dabei, berichtete der Löwen-Geschäftsführer, sei erörtert worden, ob der frühere englische Nationaltrainer ein Gespann mit dem derzeitigen Trainer Alexander Schmidt bilden könne und wolle. "Wir haben lange und ausführlich über den Verein und die 2. Liga gesprochen", teilte Schäfer mit, "zudem haben wir gemeinsam überlegt, wie ein Trainergespann und die Einbindung in das bestehende Team in der Praxis aussehen kann."

"Nach ausreichender Bedenkzeit", so Schäfer, habe der Schwede abgelehnt. "Seit dem ersten Kontakt mit dem Verein im November ist einige Zeit vergangen, und wir alle wissen, wie schnelllebig das Profi-Fußballgeschäft ist. Deshalb bitte ich alle Beteiligten, meine Entscheidung zu respektieren. Ich wünsche meinem Freund Hasan Ismaik und dem TSV 1860 München viel Erfolg für die Zukunft", ließ Eriksson ausrichten.

Steiner verriet, dass der Verein demnächst zu einem "Workshop" in Abu Dhabi reisen will, um künftig neuerliche Konfrontationen mit Ismaik zu vermeiden. "Wir haben gelernt, dass wir auch mal den heimischen Boden verlassen müssen, um im direkten Gespräch Unklarheiten auszuräumen. Es gilt vor allem, sachdienlich zu handeln, aber auch die Gegebenheiten der beiden unterschiedlichen Kulturen der Geschäftspartner zu berücksichtigen." Man verfolge, so Steiner, immerhin "ein gemeinsames Ziel: sportlicher Erfolg auf einer wirtschaftlich soliden Basis".

Bedenken gegen Eriksson

Klub-Präsident Schneider hatte zuvor gegenüber der Schwäbischen Zeitung nochmals Bedenken gegen die Personalie Eriksson geäußert: "Wenn ich einen Trainer, der ehemals Weltruf genoss, für einen Zweitligaverein verpflichte, dann führt das zu einer Menge von Nachfolgeentscheidungen. Auch ein früherer Welttrainer kann nicht über Nacht Wunder bewirken, sondern er hat Vorstellungen, wie eine Mannschaft zusammengestellt sein muss."

Trainer mit großem Namen

Die Löwen bereiten sich derzeit in Belek/Türkei auf die Rückrunde vor. Betreut wird das Team derzeit noch alleine von Alexander Schmidt. Der 44-Jährige, zuvor Trainer der U21 der Löwen, hatte am 17. November das Amt des entlassenen Reiner Maurer übernommen. Eriksson, der im Dezember schon drei Spiele der Münchner angeschaut hatte, war zuletzt beim thailändischen Erstligisten Tero Sasana tätig. Zuvor hatte der Schwede aber Spitzenklubs wie Benfica Lissabon, AS Rom, AC Florenz, Sampdoria Genua, Lazio Rom und Manchester City betreut. Zudem war er von 2001 bis 2006 englischer Nationaltrainer. Kurze Zeit war Eriksson auch verantworlicher Coach der Nationalteams von Mexiko (2008/2009) und der Elfenbeinküste (2010).

sid | Stand: 18.01.2013, 16:27

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