Paderborner Serie ohne Sieg

Stefan Effenberg

Effenberg gehörig unter Druck

Paderborner Serie ohne Sieg

Von Jörg Strohschein

Der SC Paderborn steckt weiterhin in großer Abstiegsgefahr in der 2. Fußball-Bundesliga. Trainer Stefan Effenberg gerät zunehmend unter Druck und muss viele Gespräche führen.

Stefan Effenberg hat im Moment sehr viel zu tun: Neben der Vorbereitung und der Abwicklung der Trainingsarbeit, die der Coach des SC Paderborn täglich leisten muss, hat er derzeit auch noch viel Redebedarf. Zum einen sind seine Spieler die Ansprechpartner, die er von seinen Ideen und Maßnahmen überzeugen will.

Zum anderen steht Effenberg auch im regelmäßigen Austausch mit Präsident Wilfried Finke, dem er jeweils belegen muss, wie er die Mannschaft aus der Krise holen und vor dem drohenden Abstieg bewahren will. Das Verhältnis der beiden scheint unterdessen angespannt zu sein. Vor rund zwei Wochen hatte Finke seinem Coach schon einmal einen "Reiterwechsel" angedroht.

Seit acht Partien sieglos

Auch nach dem jüngsten 0:1 in Sandhausen trafen sich der Trainer und der Präsident zu neuerlichen Aussprachen. "Wir hatten intensive Gespräche. Aber natürlich weiß ich auch, wie die Mechanismen im Fußball sind", sagt Effenberg. Seine Nachricht zwischen den Zeilen ist eindeutig. Viele erfolglose Spiele wird sich der 47-Jährige nicht mehr leisten können, wenn er seinen Job weiterhin behalten will. Auch wenn die neuerliche Pleite in Sandhausen unglücklich zustande kam und nicht den Spielverlauf widerspiegelte.

Mittlerweile ist die Saison allerdings soweit voran geschritten, dass äußere Gegebenheiten wie vermeintliches Pech oder ungerechte Schiedsrichterentscheidungen nicht mehr als mildernde Umstände herangezogen werden können. Der SCP ist seit nunmehr acht Partien (vier Unentschieden, vier Niederlagen) sieglos, belegt Relegationsplatz 16 und hat drei Punkte Rückstand auf Fortuna Düsseldorf. Die Zeit wird knapp.

Emotionale Belastung

Zudem scheint Effenberg auch noch die Affäre um Nick Proschwitz zu belasten. Der ehemalige Paderborner hatte sich vor kurzem im Winter-Trainingslager in der Türkei vor einer Frau entblößt und wurde deshalb suspendiert.

"Wie dieser Vorfall medial ausgeschlachtet wurde, zielt voll auf meine Person ab. Ich weiß nicht, ob das bei einem anderen Trainer genauso passiert wäre. Mit Sicherheit nicht", sagt Effenberg. "Die Sache tat weh und hat mich persönlich verletzt. Und glauben Sie mir nicht, dass ich dann nach Hause gehe und sage: Och, der Effenberg kann das ab."

Noch kein Heimsieg gegen den FCK

Die Vorzeichen sind also nicht die besten, um selbstbewusst in das richtungsweisende Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern zu gehen. "Fakt ist, dass die Jungs die Niederlage gegen Sandhausen gut verarbeitet haben. Ich erwarte eine hohe Eigenmotivation meiner Jungs", sagt Effenberg. Gegen die Lauterer soll der dritte Saison-Heimsieg eingefahren werden. Allerdings spricht die Statistik gegen dieses Vorhaben.

Gegen den FCK ist den Ostwestfalen noch nie ein Sieg im eigenen Stadion gelungen (drei Unentschieden, zwei Niederlagen). Zudem haben die Pfälzer aus den letzten drei Auswärtspartien insgesamt sieben Zähler für sich verbuchen können.

"Wir werden das Quäntchen Glück erzwingen", sagt Effenberg. Viel mehr wollte er zu seiner Herangehensweise an die kommende Partie dann aber nicht mehr hinzufügen.

Stand: 12.02.2016, 08:00

2. Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. E. Braunschweig 3 9
2. Hannover 96 3 7
3. VfB Stuttgart 3 6
4. Greuther Fürth 3 6
5. Dynamo Dresden 3 5
  ...    
16. 1. FC Nürnberg 3 2
17. SV Sandhausen 3 1
18. FC St. Pauli 3 0
Darstellung: