Rostock spielt um die Existenz
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Abstiegsendspiel bei Union
Rostock spielt um die Existenz
Für den finanziell schwer angeschlagenen FC Hansa geht es beim Spiel in Berlin nicht nur um die wohl letzte Chance auf den Klassenerhalt, sondern auch um die Existenz des Klubs.
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Sechs Punkte trennen die Rostocker vor dem vorletzten Spieltag der der 2. Fußball-Bundesliga vom rettenden Ufer. Vier Punkte Rückstand sind es auf den Relegationsplatz 16 und den Karlsruher SC. Doch der FC Hansa ist fest entschlossen, am Sonntag (29.04.12) im Spiel bei Union Berlin auch nach dem vorletzten Strohhalm zu greifen. "Ich will gewinnen, dafür gehe ich auf den Platz. Und wenn wir das geschafft haben, werden wir sehen, was dann noch möglich ist", sagte Torhüter Jörg Hahnel.
Wolf: "Null muss stehen"
In den vergangenen zwei Partien musste Hansas Keeper acht Gegentore hinnehmen. Die darf es im Stradion "Alte Försterei" diesmal nicht geben, sonst dürfte sich Hansa wohl schon am Sonntag in die 3. Liga verabschieden. "Wir müssen viel kompakter auftreten als zuletzt. Die Null muss viel, viel länger stehen", forderte Trainer Wolfgang Wolf von seiner Mannschaft, die in der vorletzten Saisonbegegnung erneut umgestellt werden muss. Innenverteidiger Kevin Pannewitz ist an Grippe erkrankt, Mittelfeldspieler Edisson Jordanov hat sich eine Bänderdehnung zugezogen. Für Pannewitz dürfte Stephan Gusche nach abgesessener Rotsperre wieder an die Seite von Abwehrchef Matthias Holst rücken.
Keine Verwendung für Borg
Für die Offensive ist Tino Semmer in der engeren Wahl. Dafür hat Freddy Borg bei Wolfgang Wolf seinen Kredit verspielt. "Freddy ruft derzeit nicht ab, was er kann. Er sichert die Bälle nicht, und er gewinnt keine Kopfballduelle", kritisierte der 54-Jährige den in der Winterpause verpflichteten Schweden. Beendet ist die Saison für Mohammed Lartey. Der Mittelfeldmann ist nach einer Schambeinentzündung noch nicht beschwerdefrei.
Die Fans haben die Hofnung auf den Klassenverbleib noch nciht aufgegeben. 1600 Anhänger werden das Team nach Berlin begleiten. Die Partie in der Wuhlheide ist mit 18.433 Zuschauern ausverkauft. "Das macht besonderen Spaß. Das spornt uns an", sagte der 30 Jahre alte Torhüter Hahnel.
Fans zeigen Solidarität
Die Fans sorgen sich auf um die finanzielle Situation des insolvenzbedrohten Fußball-Zweitligisten, dem es im Falle eines Abstiegs an die Existenz gehen könnte. Unter dem Motto "Ja zum FCH" planen die Anhänger mehrere Solidaritätsaktionen, darunter eine Demonstration vor dem letzten Saisonspiel gegen den Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth am 6. Mai. Die Fanszene Rostock e.V. rechnet mit 10.000 Teilnehmern an der Veranstaltung. Zusätzlich ist drei Tage später ebenfalls eine Kundgebung geplant, dann entscheidet die Rostocker Bürgerschaft über einen Maßnahmenkatalog zur Rettung des finanziell angeschlagenen Traditionsvereins.
Schreckgespenst Zwangsabstieg
Am vergangenen Dienstag hatte der Finanzausschuss den von Oberbürgermeister Roland Methling vorgeschlagenen "Rettungsschirm" für den letzten Meister der DDR-Oberliga mit großer Mehrheit abgelehnt. Diesem Votum muss die Bürgerschaft allerdings am 9. Mai nicht folgen. "Hansa Rostock ist ein großartiger Verein, der zu Rostock gehört wie der Leuchtturm zu Warnemünde. Wer Hansa sterben lässt, nimmt dieser Hansa-Stadt ein Stück Identität und vielen Menschen ihre große Liebe und Leidenschaft", sagte Roman Päsler, Vorstandsvorsitzender der Fanszene Rostock: "Wir würden uns freuen, wenn die Mitglieder der Bürgerschaft auf der Demonstration das Gespräch mit den Fans und Sympathisanten von Hansa Rostock suchen. Vom Veranstalter werden hierfür Möglichkeiten vor Ort geschaffen."
Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hofmann drohen bei einer Ablehnung des Pakets die Insolvenz und der Zwangsabstieg in die 4. Liga. Der "Rettungsschirm" sieht vor, dass dem Verein mit einer Finanzspritze von 750.000 Euro und einem Teilerlass der 4,5 Millionen Euro Steuerschulden geholfen wird. Dem Erlass von etwa 40 Prozent müssen neben der Stadt allerdings auch das Land Mecklenburg-Vorpommern und zwei Banken zustimmen.
sid/dpa | Stand: 28.04.2012, 15:00