Erste Wahl in Liga 2

Zunächst fast unbekannt oder kaum wahrgenommen hat die 2. Liga in der vergangenen Saison einige Aufsteiger hervorgebracht. sportschau.de präsentiert die bemerkenswertesten.

Kökns Keeper Timo Horn

In seiner ersten Saison als Profi legte Torwart Timo Horn einen Blitzstart hin. Der 19-Jährige verpasste keine Minute und entwickelte sich zum großen Rückhalt des 1. FC Köln. Dass die Rheinländer bislang nur 33 Gegentreffer kassierten, ist auch sein Verdienst. Der Lohn für diese Leistung folgte auf dem Fuß. Rainer Adrion berief Horn in den U21-Kader für die Europameisterschaft.

In seiner ersten Saison als Profi legte Torwart Timo Horn einen Blitzstart hin. Der 19-Jährige verpasste keine Minute und entwickelte sich zum großen Rückhalt des 1. FC Köln. Dass die Rheinländer bislang nur 33 Gegentreffer kassierten, ist auch sein Verdienst. Der Lohn für diese Leistung folgte auf dem Fuß. Rainer Adrion berief Horn in den U21-Kader für die Europameisterschaft.

Der Schweizer Fabian Lustenberger war für Hertha BSC nie wichtiger als in dieser Saison. Seit 2007 trägt der Defensivallrounder das Trikot der Berliner - und blieb in dieser Saison zum ersten Mal verletzungsfrei. In der Innenverteidigung gesetzt, rückte der 24-Jährige zum Abwehrchef auf, reifte zu einem Hertha-Leitwolf und einem der herausragenden Verteidiger der Liga.

33 Einsätze, bislang keine der 2970 Spielminuten verpasst: Ermin Bicakcic ist der "Mister Zuverlässig" bei Eintracht Braunschweig. Der Innenverteidiger räumt kompromisslos ab, zwei von drei Zweikämpfen entscheidet er zu seinen Gunsten. Anfang Januar 2012 kam der 23-Jährige vom VfB Stuttgart und startete diese Saison richtig durch. Er fühle sich in Braunschweig richtig wohl, sagte er der "Braunschweiger Zeitung". Das ist seinen Auftritten anzumerken.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Aues Mittelfeld-Ass Jan Hochscheidt trotz Muskelfaserrisses mit zum Saisonfinale nach Sandhausen reisen soll. Der 25-Jährige ist mit neun Toren und neun Vorlagen einer der besten Zweitliga-Scorer. Die Kreativkraft machte in dieser Saison einen gewaltigen Sprung nach vorn. Kein Wunder, dass Hochscheidt unter anderem mit Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig in Verbindung gebracht wird.

Lange wurde über einen Wechsel Yannick Starks vom FSV Frankfurt zu einem Bundesligaklub spekuliert. Das beweist, wie sehr der defensive Mittelfeldspieler mit einer starken Saison auf sich aufmerksam machte. Nun wechselt der 22-Jährige, der seit 2011 bei den Bornheimern gespielt hat, überraschend zu 1860 München. Dort ist die Freude groß. Sportdirektor Florian Hinterberger: "Yannick gehört zu den besten Mittelfeldspielern in der Zweiten Bundesliga. Er ist defensiv stark und hat in der Offensive sehr gute Qualitäten, was sich in seinen Assists und seiner Torquote widerspiegelt."

Auch wenn er in diesem Jahr 33 Jahre alt wird, hat Union Berlins Mannschaftskapitän Thorsten Mattuschka eindrucksvoll gezeigt: Union ist mit Mattuschka immer noch stärker als ohne ihn. Jedes Mal, wenn Trainer Uwe Neuhaus auf den zentralen Mittelfeldspieler verzichtete, lief's nicht für die Eisernen. Eine Szene wird in Erinnerung bleiben. Im Spiel gegen St. Pauli regte sich Michael Parensen leidenschaftlich auf - weil Neuhaus Mattuschka auswechseln wollte. Es gibt in der 2. Liga nicht viele Spieler, die in der Lage sind, so gefühlvoll die Bälle zu verteilen.

Er gilt als das Supertalent der 2. Liga: Der 18-jährige Leon Goretzka. Eigentlich sollte der offensive Mittelfeldspieler des VfL Bochum in seinem ersten Profijahr langsam an die Mannschaft herangeführt werden. In der Realität stand er regelmäßig als Stammspieler auf dem Platz. Auch wenn ihm daher in den letzten Saisonspielen ein wenig die Frische fehlte, bewies er seinen Wert unter anderem mit vier Treffern und fünf Assists.

Wer in der Schublade "schlampertes Genie" wühlte, fand dort immer auch Ronny. Ein wunderbarer Techniker, aber mit gewaltigem Phlegma. Athletisch mäßiger als mäßig, mit schwankenden Leistungen. Nach dieser Saison gebürt dem Brasilianer die Schublade "auffälligster Spieler der Liga". Der kreative Kopf der Berliner setzte Woche für Woche fußballerische Glanzlichter. Mit 18 Treffern liegt er auf Platz zwei der Torjägerliste. Und mit 14 Assists ist ihm die Scorerkrone der 2. Liga nicht mehr zu nehmen.

Er war schon deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg. Doch erst in dieser Saison machte Ingolstadts Caiuby so richtig auf sich aufmerksam. "Caiu" oder "Kai-Uwe", zuvor meist im linken Mittelfeld eingesetzt, fand seinen Spaß am Fußball zurück, als ihn Trainer Tomas Oral in die Spitze beorderte. Nun ist er mit zehn Treffern Ingolstadts erfolgreichster Angreifer.

Wenn Kölns Turbo Christian Clemens nicht gerade Mitspieler über den Platz trägt, bereitet er Treffer vor oder erzielt selbst welche. Mit seinen Leistungen spielte sich der 21-Jährige in den EM-Kader der deutschen U21. Und in die Herzen der Kölner Fans, die ihn fast zwangsläufig zum Spieler der Saison wählten.

Man soll gehen, wenn's am schönsten ist: Demnach verabschiedet sich St. Paulis Daniel Ginczek zum richtigen Zeitpunkt in Richtung Nürnberg. Der 22-Jährige legte bei den Hamburgern eine fabelhafte Saison hin. Der pfeilschnelle Mittelstürmer, als Leihgabe von Borussia Dortmund an die Elbe gekommen, erzielte in der laufenden Saison schon 17 Treffer. Mit zwei Toren beim 5:1-Sieg über Braunschweig hatte er maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt.

Einer der beiden, die in der 2. Liga bislang noch besser trafen, ist der Braunschweiger Domi Kumbela, mit 19 Treffern noch Führender in der Torjägerliste. Da der Eintracht-Stürmer allerdings verletzt beim Saisonfinale fehlen wird, könnten Ronny (18 Treffer) oder Ginczek ihn noch überholen. Ohne die Treffer des gebürtigen Kongolesen hätten die Niedersachsen den Aufstieg wohl kaum geschafft. Nach dem es in der vergangenen Saison mit zehn Treffern nicht ganz so rund lief, lieferte er in dieser Saison einen Senkrechtstart ab.

Nein, Papst ist Torsten Lieberknecht nicht, aber in der Wahrnehmung der Braunschweiger Fans ganz nahe dran. Mit kleinem Geld formte der Trainer eine Mannschaft, die in nur drei Jahren den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga schaffte. Akribische Arbeit, klare Spiel-Philosophie, Motivationskunst - all das zeichnet den 39-Jährigen aus.

Einer dem der Anzug "Motivator" noch besser passt, feierte das Comeback dieser Saison: Peter Neururer. Der "Feuerwehrmann" holte kein Jahr nach seinem Herzinfarkt mit dem VfL Bochum aus den ersten vier Spielen vier Siege. Damit legte er die Basis für den Klassenerhalt und initiierte eine blau-weiße Euphorie.