Draxler schießt Schalke nach oben
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VfL Wolfsburg - Schalke 04 1:4
Draxler schießt Schalke nach oben
Julian Draxler ist dabei, in die Fußstapfen seines Idols Raúl zu treten. Seinetwegen schnuppert Schalke wieder an der Champions League.
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Im Zug nach Wolfsburg schaute sich Julian Draxler mit leuchtenden Augen immer wieder Tore seines großen Idols Raúl an. Von den magischen Momenten seines ehemaligen Teamkollegen beflügelt, führte Schalkes Jungstar sein Team zum 4:1 (1:0)-Auswärtssieg beim VfL und wieder bis auf zwei Punkte an die Champions-League-Plätze heran. "Ich bewundere Raúl sehr und habe mir mit seinen Videos die Zeit vertrieben", sagte Draxler. Und ergänzte: "Aber ich glaube nicht, dass ich deswegen zwei Tore geschossen habe."
Draxler: "Habe das Potenzial für diese Position"
Viel besser als Draxler hätte auch Weltstar Raúl die Treffer nicht erzielen können. Zweimal zog der Nationalspieler blitzsauber und unhaltbar für Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio zum ersten Doppelpack (33. und 63.) seiner Karriere ab. "Ich wehre mich nicht gegen Tore, aber viel wichtiger war, dass wir als Mannschaft wieder ein Ausrufezeichen gesetzt haben", sagte der 19-Jährige erfrischend bescheiden. Da passt es ins Bild, dass er in der 79. Minute seinen dritten Treffer quasi "verschenkte", als er uneigennützig auf den mitgelaufenen Jefferson Farfan passte. Viel wichtiger war es Draxler, dass er auf seiner Lieblingsposition des "Zehners" Pluspunkte sammelte. "Ich habe meinen Kritikern bewiesen, dass ich das Potenzial für diese Position habe", sagte das Top-Talent, das der eine oder andere europäische Spitzenklub auf dem Einkaufszettel haben soll.
Hildebrand mahnt: "Ruhe bewahren"
Draxler warnte davor, den verdienten Sieg gegen zahnlose "Wölfe" mit Blick auf die zwei kommenden Hammer-Heimspiele gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga und gegen Galatasaray Istanbul im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League überzubewerten: "Jetzt ist nicht die Zeit, um uns abfeiern zu lassen." In die gleiche Kerbe schlug der starke Torhüter Timo Hildebrand, der die in der Abwehr erneut nicht ganz sattelfesten Schalker vor mehr als dem einen Gegentreffer durch Ivica Olic zum zwischenzeitlichen 1:1 (50.) bewahrt hatte: "Bei allem Respekt vor Wolfsburg und Düsseldorf, aber jetzt kommen zwei Teams, die viel besser sind. Also heißt es für uns: Ruhe bewahren!"
Huntelaar beendet Torflaute
Dieses Motto nahm sich Klaas-Jan Huntelaar, zuletzt Torjäger a.D., schon in Wolfsburg zu Herzen. Nachdem der Niederländer zweimal völlig freistehend kläglich an Benaglio gescheitert war, behielt er vier Minuten vor dem Schlusspfiff im Duell mit dem VfL-Torhüter die Nerven und erzielte seinen ersten Bundesligatreffer seit drei Monaten. "Die Lücke war klein, aber der Ball war drin", sagte der "Hunter" mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Jones fürs Derby gesperrt
Während Huntelaar pünktlich zum bevorstehenden Revier-Derby gegen Erzrivale Dortmund seine Torjägerqualitäten wiederfand, fällt ausgerechnet Jermaine Jones wegen seiner fünften Gelben Karte aus. "Ein großer Verlust" sei das, betonte Draxler, "denn jede Mannschaft braucht solche Kampfschweine."
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VfL Wolfsburg - Schalke 04 1:4
Dank eines überragenden Julian Draxler gewinnt Schalke 04 nach zehn Jahren wieder einmal beim VfL Wolfsburg.
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Hecking: Brauchen Punkte für den Klassenerhalt
Die hätte sich auch Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking gegen Schalke gewünscht. Vier Tage nach dem umjubelten Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale enttäuschte der ambitionierte Werksklub auf ganzer Linie, die Abstiegsplätze rücken wieder gefährlich nahe. Hecking läutete daher höchstpersönlich die Alarmglocken: "Unser Blick muss jetzt nach unten geschärft sein. Wir brauchen erstmal Punkte, um den Klassenerhalt zu sichern."
Wolfsburg ohne Disziplin
Wolfsburgs Trainer räumte nach dem Schlusspfiff offen ein, dass "der Sieg der Schalker absolut verdient" gewesen sei: "Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt, vor allem in der Defensive. Es war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir haben nicht die Kompaktheit und Disziplin an den Tag gelegt, um gegen eine starke Mannschaft wie Schalke bestehen zu können."
VfL entwickelt Heimkomplex
Als echtes Problem entwickelt sich inzwischen die Wolfsburger Heimschwäche. Nach bislang nur zehn von 36 möglichen Punkten vor eigenem Publikum kann man fast schon von einem Heimkomplex sprechen. Auch deshalb hinken die "Wölfe" in der Liga ihren eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher.
sid/red | Stand: 02.03.2013, 20:18