Magaths Team fehlt die Konstanz

Pogatetz (l.) überwindet Benaglio, Azemi (r.) ist nicht am Ball

VfL Wolfsburg - Greuther Fürth 1:1 (1:1)

Magaths Team fehlt die Konstanz

Ein millionenschweres Team, ein mehrfach mit der Meisterschale dekorierter Trainer - und trotzdem will es beim VfL Wolfsburg nicht so recht klappen. Gegen den Aufsteiger Greuther Fürth sorgte ein kurioses Eigentor dafür, dass die heimischen Fans wieder einmal enttäuscht nach Hause gingen. Was dem Team von Felix Magath abgeht, ist die Konstanz.

Beim VfL Wolfsburg klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit weiterhin eine riesige Lücke: Die Mannschaft schlägt sich durch ein kurioses Eigentor fast selbst, die Fans pfeifen bereits in der ersten Halbzeit gegen ihr Team - und Trainer Felix Magath vertröstet einmal mehr auf die Zukunft. Auch in den ersten Spielen dieser Saison konnten die Wölfe ihren selbst gesteckten hohen Ansprüchen nicht gerecht werden.

"Wir wollen unter die Besten der Liga kommen - und davon sind wir noch ein Stück weit entfernt. Für unsere Ansprüche darf man zu Hause auch mal drei Punkte machen", sagte Magath nach dem über weite Strecken enttäuschenden 1:1 (1:1) gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth: "Mit der Punkteausbeute bin ich nicht zufrieden. In zwei Heimspielen nur einen Punkt - das ist zu dünn. Wir müssen zulegen." Die Fans sind mit ihrer Geduld aber mittlerweile am Ende. Zu oft haben sie seit dem Beginn Magaths zweiter Amtszeit die Versprechungen auf eine bessere Zukunft gehört - bisher wurden sie, wenn überhaupt, nur teilweise erfüllt.

Unmutsäußerungen von den Rängen

Auch für dieses Jahr hat Magath wieder die internationalen Plätze als Ziel ausgegeben. Nach fünf Punkten aus vier Spielen - darunter Unentschieden gegen Augsburg und Fürth und eine 0:4-Klatsche gegen Hannover - scheinen die eigenen Anhänger schon nach wenigen Spieltagen nicht mehr wirklich an eine Verbesserung zur Vorsaison zu glauben.

Schon Mitte der ersten Halbzeit und besonders nach dem kuriosen Eigentor von Emanuel Pogatetz (27.) wurde die Mannschaft bei jedem Fehlpass ausgepfiffen. Selbst der überraschende Ausgleich durch Ivica Olic (42.) besserte die Stimmung nicht wirklich. Zur Pause und nach dem Schlusspfiff gab es laute Unmutsäußerungen gegen das Team. Das erinnerte stark an die Vorsaison, als in einigen Spielen die Stimmung schnell gegen die VfL-Elf kippte.

Und der Auftritt des Teams hätte eigentlich genauso in der letzten Saison stattfinden können. Vor allem in der Offensive agierte der VfL zu einfallslos. "Ich habe geglaubt, dass wir besser spielen", sagte auch Torschütze Olic. Erst in der zweiten Halbzeit wurde es erträglicher. Doch die fehlende Konstanz, die das Team schon in der vergangenen Saison eine bessere Platzierung kostete, scheint sich in dieser Saison fortzusetzen. Eine sichtbare Weiterentwicklung zur vorherigen Spielzeit ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sehen.

"Darüber zu urteilen ist nach vier Spielen vielleicht ein bisschen früh, aber natürlich ist es das Ziel jeder Mannschaft, Leistung über 90 Minuten zu bringen. Und nicht nur in einer Phase des Spiels", sagte Kapitän Diego Benaglio.

VfL Wolfsburg - Greuther Fürth 1:1

Ein kurioses Eigentor bringt Fürth in Wolfsburg in Front, für die Hausherren reicht es anschließend nur noch zum Ausgleich.

Kahlenberg (r.) und Fürths Petsos im Duell um den Ball

Umkämpfte Anfangsphase: Wolfsburg Däne Thomas Kahlenberg verteidigt im Zweikampf den Ball gegen den Fürther Petsos.

Umkämpfte Anfangsphase: Wolfsburg Däne Thomas Kahlenberg verteidigt im Zweikampf den Ball gegen den Fürther Petsos.

Kuriose Szene: Pogatetz (links) und Torhüter Benaglio behindern sich - der Ball trudelt von Pogatetz' Schulter ins eigene Tor. Der Fürther Stürmer Azemi ist nicht mehr am Ball.

Gäste-Jubel: Der Angreifer lässt sich trotzdem für den Treffer feiern. Es ist der zweite in der Bundesliga-Geschichte des Aufsteigers.

Herr der Lüfte in der Wolfsburger Defensive: Naldo erobert im Kopfball-Duell mit Edu (links) den Ball.

Ausgleich: Olic erzielt per Kopf den etwas überraschenden Ausgleich.

Grund zum Feiern: Der Kroate erzielt sein erstes Saisontor - zu mehr reicht es für sein Team aber nicht.

Eine Spur Enttäuschung beim Aufsteiger

Die Fürther wirkten dagegen fast schon ein bisschen enttäuscht, nicht mehr aus Wolfsburg mitgenommen zu haben als einen Punkt. "Wir haben das ordentlich gemacht. Auch wenn das Tor glücklich war, heißt das nicht, dass wir nur verteidigt haben", sagte Trainer Mike Büskens, der mit dem Aufsteiger auswärts ungeschlagen bleibt.

Vor allem in der ersten Halbzeit dominierten die Gäste das Spiel und hatten die besseren Chancen. Mit aggressivem und mutigem Pressing hielten sie den VfL vom eigenen Tor weg. Und hätten kurz vor Schluss sogar doch noch den Siegtreffer erzielt. Doch Sercan Sararer traf mit einem fulminanten Schuss nur den Pfosten.

Felix Magath beim Interview nach dem Spiel gegen Greuther Fürth Play-Icon

Stimmen nach dem Spiel Wolfsburg - Fürth | 02:54 min | 22.09.2012 | Sportschau | Das Erste

sid | Stand: 22.09.2012, 17:25