Hecking übernimmt die "Wölfe"

Dieter Hecking

Trainersuche bei der Werkself beendet

Hecking übernimmt die "Wölfe"

Dieter Hecking wird neuer Trainer beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Das bestätigte VfL-Sportdirektor Klaus Allofs am Samstag (22.12.12). Der bisherige Coach des 1. FC Nürnberg werde bei den Niedersachsen einen Vertrag bis 2016 unterschreiben. "Wir haben uns geeinigt. Die offizielle Vorstellung von Dieter Hecking in Wolfsburg erfolgt in ein paar Tagen", sagte Allofs.

Der 48-jährige Hecking, der seit 2009 den 1. FC Nürnberg trainiert, hatte seinen Vertrag bei den Franken erst vor Saisonbeginn bis 2014 verlängert. "Ich hatte mit Klaus Allofs gute Gespräche. Er hat mir erklärt, warum er mich unbedingt haben will und mir die Perspektiven aufgezeigt. Natürlich spielen auch wirtschaftliche und familiäre Dinge eine Rolle", sagte Hecking. Heckings Familie wohnt in Bad Nenndorf, rund 110 Kilometer von Wolfsburg entfernt.

Die Trainerkarriere von Dieter Hecking

Von Verl bis Wolfsburg, der Weg von Dieter Hecking als Trainer.

Dieter Hecking

Dieter Hecking wird neuer Trainer des VfL Wolfsburg und löst damit Interimscoach Lorenz-Günther Köstner ab.

Dieter Hecking wird neuer Trainer des VfL Wolfsburg und löst damit Interimscoach Lorenz-Günther Köstner ab.

Als Spieler kam der in Castrop Rauxel geborene Hecking zwischen 1983 und 2000 auf 239 Profi-Einsätze, die meisten davon in der 2. Liga für Hessen Kassel (Foto, r.).

Direkt nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Hecking auf die Trainerbank und übernahm mit dem Regionalligisten SC Verl zu Beginn der Saison 2000/01 mit 36 Jahren seine erste Mannschaft.

Nach gut sechs Monaten in Verl ging Hecking Anfang 2001 zum Liga-Konkurrenten VfB Lübeck. Dort blieb er für drei Jahre.

Zu Beginn der Saison 2004/05 unterschrieb Hecking bei Alemannia Aachen und führte den Zweitligisten zwei Jahre später zum Bundesliga-Aufstieg.

Überraschend für die Aachener verließ Aufstiegstrainer Hecking nach nur drei Bundesliga-Spieltagen die Alemannia und unterschrieb im September 2006 in Hannover, auch, um näher bei seiner in Bad Nenndorf lebenden Familie zu sein.

Die "Roten" trainierte Hecking für drei Jahre. In der ersten Saison brachte er Hannover bis auf Platz elf, in der folgenden Spielzeit sogar bis auf Rang acht. Doch Heckings Auftreten nach außen sorgte für atmosphärische Störungen im Umfeld und führte - neben fehlenden Erfolgen - zu Beginn der Saison 2009/10 zur Trennung.

Nach vier Monaten Pause, der bis dahin längsten in seiner Trainer-Laufbahn, ging Hecking Ende 2009 zum 1. FC Nürnberg. In drei Jahren unter Hecking stabilisierten sich die Franken in der Bundesliga und erreichten als Sechster am Ende der Saison 2010/11 fast die Europapokal-Plätze.

Nach exakt drei Jahren gab Hecking am 22.12.2012 seinen Abschied aus Nürnberg bekannt und wird nun einen Vertrag bis 2016 beim VfL Wolfsburg unterschreiben.

Nürnbergs Manager Martin Bader wurde von der Entwicklung überrascht und gestand: "Ich bin enttäuscht, dass wir das, was wir angefangen hatten, nicht weitermachen."

Dieter Hecking und Martin Bader Play-Icon Audio-Icon

Bader enttäuscht über Hecking-Abgang | 00:40 min | 23.12.2012 | WDR 2 Sportzeit

Bis zuletzt hatte Bernd Schuster als Favorit auf den Trainerposten bim VfL Wolfsburg gegolten. Allofs hatte den früheren Meistertrainer von Real Madrid noch am Donnerstag (20.12.12) öffentlich als Kandidaten bestätigt, dabei aber auch von "anderen Anwärtern" auf die in Wolfsburg gesuchte Trainer-Dauerlösung berichtet.

Die Verhandlungen mit dem Europameister von 1980 waren nach Medieninformationen ins Stocken geraten, weil dieser sich mit dem VfL nicht über Erfolgsprämien und Assistenten einig geworden war. Schuster soll neue Bedingungen für ein Engagement in Wolfsburg gestellt haben. Zuvor waren bereits angebliche Details wie Dauer, Klauseln und Gehaltshöhe aus dem Vertragsentwurf durchgesickert.

Große Teile der Wolfsburger Fans waren offenbar gegen eine Verpflichtung von Schuster, der bisher noch nicht in der Bundesliga trainiert hat. Die VfL-Anhänger hatten nach Angaben der "Wolfsburger Nachrichten" für Freitag zu einer Protest-Demonstration aufgerufen.

Hecking tritt beim VfL die Nachfolge von Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner an, der zur zweiten Mannschaft der Wolfsburger zurückkehrt.

sid/dpa | Stand: 22.12.2012, 15:02