Von Laslandes bis Tasci - Winterflops der Bundesliga

Von Laslandes bis Tasci - Winterflops der Bundesliga

Angesichts akuter Abstiegsgefahr oder großen Verletzungspechs verpflichten viele Vereine im Winter Neuzugänge. Nicht immer schlagen die Spieler ein.

Serdar Tasci (l.) beim Training in München

Die Not war groß in München, als Serdar Tasci verpflichtet wurde. Gleich mehrere Inennverteidiger fielen verletzt aus, so dass der einstige Stuttgarter kurz vor Ende der Transferperiode noch flugs ausgeliehen wurde. Drei Spiele absolvierte der einstige Nationalspieler, dann ging es wieder zurück für ihn zu Spartak Moskau.

Die Not war groß in München, als Serdar Tasci verpflichtet wurde. Gleich mehrere Inennverteidiger fielen verletzt aus, so dass der einstige Stuttgarter kurz vor Ende der Transferperiode noch flugs ausgeliehen wurde. Drei Spiele absolvierte der einstige Nationalspieler, dann ging es wieder zurück für ihn zu Spartak Moskau.

Ein Weltmeister in Wolfsburg – für 32 Millionen verpflichtete der VfL im Januar 2015 den Passgeber zum Siegtor aus dem WM-Finale 2014. Ein grandioses Missverständnis. In der Rückrunde markiert André Schürrle nur ein Tor, auch in der darauffolgenden Saison fällt der heutige Dortmunder eher durch technische Unzulänglichkeiten und als Chancentod auf.

In Bremen gehörte ihm die Fußballwelt – in Hamburg begann seine traurige Entwicklung zur Lachnummer, die Jahre später im RTL-Dschungelcamp endete. Drei Törchen erzielte der "Kugelblitz" – unvergessen bleibt sein Fehlschuss am letzten Spieltag, als er gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen das leere Tor nicht traf und der HSV dadurch im direkten Duell mit Werder um Platz zwei den Kürzeren zog.

Acht Millionen Euro ließ Borussia Mönchengladbach sich Anfang 2016 die Verpflichtung des vermeintlichen Dortmund Edelreservisten Jonas Hofmann kosten. Eine ordentliche Summe für einen sehr biederen Fußballer: Hofmann kommt seither für die Gladbacher wettbewerbsübergreifend auf keine einzige Torbeteiligung.

Steve McLaren wollte seinen einstigen Schützling Tuncay Sanli vom FC Middlesbrough unter allen Umständen zum VfL Wolfsburg lotsen – im Januar 2011 klappte es mit der Verpflichtung des türkischen Nationalspielers. Kurz darauf war McLaren entlassen, Nachfolger Felix Magath hatte kein Interesse am 4,5-Millionen Mann.

Auch Magath war nicht untätig in punkto Winterflops: Giovanni Sio wurde 2012 aus Sion verpflichtet – immerhin für stolze 5,8 Millionen Euro. Zehn Spiele und kein Tor später wurde er im Sommer nach Augsburg ausgeliehen – dort schaffte er zwar kein Tor, flog aber immerhin einmal vom Platz.

Ajax Amsterdam, FC Liverpool – die Vita des Niederländers Ryan Babel las sich gut, als er 2011 nach für sieben Millionen Euro nach Hoffenheim wechselte. Was er dort auf dem Platz zeigte, sah eher nach Rot-Weiß Oberhausen oder Waldhof Mannheim aus.

Borussia Mönchengladbach verpflichtete den Dänen Mikkel Thygesen 2007 angesichts akuter Abstiegsgefahr und Offensivschwäche. Dumm nur, dass der Mann aus Midtjyllland eher ein Mittelfeldarbeiter ist, statt des erhofften Goalgetters. Hatte man bei seiner Verpflichtung noch stolz verkündet, Alemanna Aachen ausgestochen zu haben, endete das Engament im Sommer heimlich, still und leise.

 "Der würde bei mir nicht mal 2. Mannschaft spielen", soll Amateur-Coach Hermann Gerland über den US-Amerikaner Landon Donovan gesagt haben. Das Arbeitszeugnis der Klinsmann-Verpflichtung bestätigt Gerlands Einschätzung: Donovan wechselte im Winter 2008/2009 auf Leihbasis von LA Galaxy zu den Bayern. Im März war seine Zeit in München nach sechs Kurzeinsätzen schon wieder abgelaufen.

Als größtes Talent des paraguayischen Fußballs kam Julio Dos Santos 2006 zum FC Bayern München. Nach fünf Bundesligaspielen in zwei Jahren war das Kapitel für Dos Santos beendet. Spielt heute in der 2. Brasilianischen Liga.

Albert Streit unterschrieb im Januar 2008 einen Vertrag auf Schalke, der ihm dem Vernehmen nach drei Millionen Euro im Jahr bescherte. Nach 14 Einsätzen unter Mirko Slomka und Fred Rutten suspendierte Felix Magath Streit im Herbst 2009, weil dieser „nicht ansatzweise“ versucht habe, „sich einen Stammplatz zu erarbeiten.“

2005 kam Ali Karimi im Winter zum FC Bayern, 2010 im Winter zum FC Schalke 04. Zwei Vereine, eine Geschichte des Scheiterns. Weder beim Rekordmeister noch beim „Meister der Herzen“ konnte der Iraner sich durchsetzen.

Sein Spitzname war Programm: Der ehemalige französische Nationalspieler Lilian Laslandes firmierte bei den Fans des 1. FC Köln nur als Laslandesliga. Nach fünf Spielen, einer roten Karte und keinem Tor ist er einer der heißesten Anwärter auf den Titel des schlechtesten Kölner Wintertransfers aller Zeiten.

Fünf Millionen Euro ließ sich der VfL Wolfsburg den Transfer des Brasilianers Rever Humberto Alves Araujo 2010 kosten. Zumindest kommt Rever auf einen guten Stundenlohn – 15 Minuten in der Europa League sind seine bescheidene Arbeitsbilanz in der VW-Stadt. Bereits im Sommer 2010 ging es für drei Millionen Euro wieder in die Heimat zu Atletico Mineiro.

Als der neue Hugo Almeida wurde Denni Avdic in Bremen angekündigt. Die Fußstapfen des portugiesischen Torjägers erwiesen sich indes als zu groß für den 2,2-Millionen-Mann. Ein Tor konnte der Schwede nicht erzielen, wurde früh aus dem Kader verbannt und nach zwei Jahren in der Bremer Versenkung schließlich von der Gehaltsliste gestrichen.

Das Helden vergänglich sind, musste Hugo Almeida später am eigenen Leib erfahren. Der Portugiese wurde im vergangenen Winter von seinem alten Coach Thomas Schaaf an die Leine geholt – und wurde zum Sinnbild des Hannoveraner Abstiegs. Im ersten Spiel traf er, danach nicht mehr. Nach Schaafs Ende sortierte Nachfolger Daniel Stendel den Portugiesen aus, am Ende der Saison endete die fünfmonatige Liaison zwischen Almeida und Hannover.

Sechs Millionen Euro Ablöse, eine Vorlage – so richtig gerechnet hat sich die Verpflichtung des Brasilianers Arilson nicht. Zumindest nicht so, wie sich die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern das im Winter 1996 vorgestellt hatten. Nach zehn Einsätzen ging er im Sommer wieder in seinen Heimat zurück.

In München wusste Roland Wohlfahrt bis 1993 ganz genau, wo das Tor steht – in Bochum war er bei seiner Verpflichtung 1995 nach eineinhalb Jahren bei AS St. Etienne nur noch ein Schatten seiner selbst. Er war körperlich etwas aus dem Leim gegangen und kompensierte diesen Umstand durch Einnahme eines Appetitzüglers. Bei einem Dopingtest wurde er daraufhin als erster Bundesligaspieler positiv getestet und für zwei Monate gesperrt. In elf Spielen gelang ihm kein Tor, der VfL stieg ab.

Stand: 30.12.2016, 12:52 Uhr

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