Winter-Wechsel - Keiner macht's so oft wie Lakic

Srdjan Lakic in den Trikots seiner letzten fünf Vereine

Transferperiode

Winter-Wechsel - Keiner macht's so oft wie Lakic

Von Robin Tillenburg

Im Winter zieht es traditionell den ein oder anderen Fußballspieler zu einem neuen Verein. Kaum jemand wechselt so oft nach der Hinserie den Verein wie Srdjan Lakic. Auch in diesem Winter könnte der Stürmer erneut den Arbeitsort wechseln.

Wenn einer weiß, wie es ist, im Winter den Wohnort und den Arbeitsplatz zu wechseln, dann ist es Srdjan Lakic. Der aktuell im Dienste des Zweitligisten SC Paderborn aktive Stürmer hat in den letzten vier Winter-Wechselperioden jeweils seinen Arbeitgeber getauscht und steht nun, weil momentan suspendiert, möglicherweise vor einem "Fünferpack" von etwas zweifelhaftem Ruhm.

Leihgeschäfte als Fehlschläge

Anfang 2012 wurde der Kroate vom VfL Wolfsburg, zu dem er selbst erst im Sommer 2011 vom 1. FC Kaiserslautern gewechselt war, nach Hoffenheim verliehen, weil er beim VfL nicht die erhoffte Verstärkung geworden war. Seine acht Pflichtspiel-Einsätze im Kraichgau waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt, sodass er zum VfL zurückkehrte, dort sechs weitere unbefriedigende Monate verbrachte und schließlich im Januar 2013 erneut verliehen wurde - diesmal für ein ganzes Jahr an Eintracht Frankfurt.

Bei den Hessen feierte Lakic einen Traumeinstand und erzielte gleich einen Doppelpack gegen den HSV - seine ersten Pflichtspieltore seit fast eineinhalb Jahren. Danach lief es durchwachsen. In der ersten Halbserie 13/14 dann der Einbruch: Nur noch 81 Bundesligaminuten und kein einziges Ligator für die Eintracht.

Comeback in Kaiserslautern

In Wolfsburg hatte man die Hoffnung inzwischen aufgegeben. Bei seiner neuerlichen Rückkehr erhielt Lakic die Freigabe und wechselte zurück zu dem Verein, für den er einst so regelmäßig getroffen hatte: Dem 1. FC Kaiserslautern, inzwischen wieder Zweitligist. Dort fand der große Hoffnungsträger nach und nach zu seiner Form zurück und wurde Kapitän und Publikumsliebling. Doch als im Winter 2014/15 der SC Paderborn in der Bundesliga auf der Suche nach Verstärkungen war, zog es den Angreifer dann doch wieder ins Oberhaus.

Sein Wechsel zum Tabellenzehnten sollte sich jedoch wieder nicht auszahlen. Mit dem großgewachsenen Mittelstürmer stürzte der Aufsteiger im Laufe der Rückrunde immer weiter ab und musste schließlich als Tabellenletzter am 34. Spieltag den Abstieg hinnehmen und nun, ein halbes Jahr später, ist für den SCP neuerlicher Abstiegskampf angesagt: Der Absturz in die Dritte Liga droht. Dass Lakic, sollte es so kommen, diesen Weg noch mitgehen wird, ist angesichts seiner Geschichte und seiner momentanen Situation dort mehr als fraglich. Schließlich gibt es durchaus den ein oder anderen Interessenten, der weiterhin an die Qualitäten des einstigen Hoffnungsträgers bei Champions-League-Aspirant Wolfsburg glaubt: Fortuna Düsseldorf soll ernsthaftes Interesse haben.

Weitere Kandidaten?

Mevlüt Erdinc und Charlison Benschop klatschen sich ab

Vor dem Absprung? Mevlüt Erdinc und Charlison Benschop

Nicht nur Lakic steht aber auf dem Sprung zu einem neuen Verein. Jonas Hofmann (von Dortmund nach Mönchengladbach) und Kevin-Prince Boateng (Schalke nach Mailand) haben ihren neuen Arbeitgeber schon sicher. Folgen könnte unter anderem Kaan Ayhan, der von Schalke nach übereinstimmenden Medienberichten nach Eintracht Frankfurt verliehen werden soll. Adam Szalai, aktuell Bankdrücker in Hoffenheim und sogar Weltmeister Kevin Großkreutz, der momentan noch im Dienst von Galatasaray Istanbul steht, sind Kandidaten für ein Engagement bei Hannover 96. Platz könnte dort bald genug sein: Stürmer Mevlüt Erdinc wurde von Clubchef Martin Kind jüngst als "großes Missverständnis" bezeichnet und soll gehen. Auch Charlison Benschop, ebenfalls Stürmer, soll auf dem Zettel seines Ex-Clubs Fortuna Düsseldorf stehen und könnte dort bald auf (und mit) Lakic treffen.

Eine der am meisten umworbenen Personalien ist jedoch momentan Daniel Didavi. Der Mittelfeldmann vom VfB Stuttgart wird hartnäckig mit Bayer Leverkusen und nun auch mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht. Sollte der 25-Jährige zum VfL wechseln, könnte dort möglicherweise Maximilian Arnold die Freigabe erhalten und sich einen neuen Verein suchen. Er soll unter anderem ein Thema beim FC Schalke 04 sein.

Anfield, Australien oder Leipzig?

Auch die Gerüchte um Neven Subotic halten sich weiter. Folgt der Innenverteidiger von Borussia Dortmund seinem ehemaligen Trainer Jürgen Klopp auf die Insel zum FC Liverpool? Noch etwas weiter weg zieht es möglicherweise Ivica Olic, der mit einem Wechsel in die australische Liga in Verbindung gebracht wird, aber auch bei dem ein oder anderen deutschen Verein noch von Interesse sein dürfte. Letzteres gilt auch für Jan Kirchhoff. Der Bankdrücker vom FC Bayern München könnte, so die Gerüchteküche, zum VfB Stuttgart, zu Eintracht Frankfurt, oder dem AFC Sunderland wechseln - heißester Anwärter ist aber der aufstrebende Zweitligist RB Leipzig.

Egal, welcher dieser Spieler nun am Ende tatsächlich gen Süden, Osten, oder ein eine andere Himmelsrichtung zieht, um bei einem neuen Verein sein Glück zu versuchen: Die momentane Serie von "Ober-Zugvogel" Srdjan Lakic wird wohl keiner von ihnen so schnell toppen können.

Stand: 30.12.2015, 09:29

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