Leverkusen hat alles in der Hand

Leverkusen-Stürmer Alario (r.) jubelt mit Teamkollegen

Leverkusen hat alles in der Hand

  • Leverkusen startet von Platz vier in die Rückrunde.
  • Viele Änderungen unter Trainer Herrlich.
  • Bayer mit schwerem Programm zum Start.

So lief die Hinrunde

Nach einem holprigen Start mit einem Punkt aus drei Spielen ging es in Leverkusen stetig bergauf. Seit dem 1:2 im September in Berlin sind die Rheinländer in 14 Pflichtspielen ungeschlagen. Dabei festigte sich das Team von Trainer Heiko Herrlich immer mehr, holte mehrmals Rückstände auf, punktete in knappen Spielen und konnte sich in der Offensive auf das top aufgelegte Duo Leon Bailey und Kevin Volland (je 12 Scorerpunkte) verlassen.

Auch Verletzungen von gedachten Stützen wie den Bender-Zwillingen Lars und Sven sowie Charles Aranguiz steckte Leverkusen weg und spielte sich bis zur Winterpause in die Spitzengruppe der Bundesliga (Platz vier) und ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Zwar konnte Bayer 04 keins der Spiele gegen andere Top-Fünf-Teams gewinnen, aber die Bilanz vor dem Start ins zweite Saison-Halbjahr ist die beste seit 2014.

Wer kommt, wer geht

Ergänzungspieler Ramalho transferierten die Leverkusener in der Winterpause zurück nach Salzburg. Weil die Sommer-Zugänge Lucas Alario, Sven Bender, Panagiotis Retsos und Dominik Kohr die Erwartungen erfüllten und das Stammpersonal von schweren Verletzungen verschont blieb, verzichteten Sportdirektor Rudi Völler und Manager Jonas Boldt auf Neuzugänge für die Rückrunde.

Der Trainer

Herrlich im Leverkusener Training

Herrlich kam im Sommer von Zweitliga-Aufsteiger Regensburg.

Das Gefühl, dass sich Leverkusen im Sommer mit einem Trainer zweiter oder dritter Wahl zufrieden geben musste, hat sich schnell verflüchtigt. Sachlich, ruhig und zielstrebig hat Heiko Herrlich das Bayer-Team umgeformt, so dass sich zu den erwarteten Anforderungen Stabilität und Kontinuität auch noch Teamgeist und Flexibilität als neue Eigenschaften dazu gesellten.

"Das Wichtigste ist der Teamgedanke und der Wille, das Spiel zu gewinnen", nannte Herrlich gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" seinen Leitsatz. Und siehe da: Auf einmal kann eine Mannschaft, die vergangenes Jahr nach Rückständen einbrach, nach Nackenschlägen zurückkommen und auf Spielentwicklungen mit taktischen Änderungen reagieren. All das ist Herrlichs Verdienst. Einziger Makel: Die Showeinlage im Pokalspiel in Mönchengladbach, als er nach einem leichten Rempler an der Seitenlinie sehr spät hinfiel, hat ihn einigen öffentlichen Kredit gekostet.

Herrlich nach Schwalbe zu Geldstrafe verdonnert

Sportschau | 08.01.2018 | 00:35 Min.

Ausblick auf die Rückrunde

Das Startprogramm gegen Bayern München und bei 1899 Hoffenheim hat es für Leverkusen gleich in sich. Schafft es das Werkself-Team allerdings, die Stärken der Hinrunde zu konservieren und die Chancenverwertung als größte Schwäche abzustellen, dürfte die Rückkehr ins internationale Geschäft absolut möglich sein. Auch im DFB-Pokal muss mit dem Los Werder Bremen im Viertelfinale die Reise Richtung Berlin noch nicht zu Ende sein. Insgesamt könnte nach einem Katastrophenjahr 2016/17 im Optimalfall eine der erfolgreichsten Spielzeiten der jüngeren Klubgeschichte herausspringen.

red | Stand: 11.01.2018, 12:03

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