Wiese nicht mehr Kapitän, aber Nummer eins
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Gegen Mönchengladbach wieder im Tor
Wiese nicht mehr Kapitän, aber Nummer eins
Tim Wiese ist nicht länger Kapitän bei 1899 Hoffenheim. Er wurde vom neuen Trainer Marco Kurz degradiert. Doch es gab auch gute Nachrichten für Wiese.
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Wiese wird von seinem Vorgänger Andreas Beck abgelöst, Stellvertreter Becks wird der Bosnier Sejad Salihovic. Außenverteidiger Beck war bereits Spielführer der Kraichgauer, trat aber Ende der vergangenen Saison von seinem Amt zurück. Beck, Salihovic und Wiese waren zuletzt von ihren Teamkollegen neben Marvin Compper und dem Brasilianer Chris in den Mannschaftsrat gewählt worden.
"Wir sind der Meinung, dass Spieler auf dem Feld das Amt sehr gut bekleiden können. Ich betone auch, das beschneidet überhaupt nicht Tim in seiner sportlichen Wichtigkeit und seiner Verantwortung", sagte Kurz. "Beide haben das Amt schon ausgeübt. Sie leben den Verein und haben den Verein mitgetragen in die erste Liga", begründete Kurz seine Entscheidung für das neue Kapitäns-Duo. Außerdem soll die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden.
Immerhin wird Wiese beim Rückrunden-Auftakt am Samstag (19.01.13) gegen Borussia Mönchengladbach zwischen den Pfosten stehen. Unter Kurz-Vorgänger Markus Babbel hatte Wiese seinen Stammplatz an den Belgier Koen Casteels verloren.
Im Schnitt drei Tore pro Spiel
In neun Pflichtspielen seit seinem Wechsel zu Saisonbeginn hat der langjährige Bremer 27 Gegentore kassiert, ein paar haarsträubende Patzer gemacht und war öfter an Flanken vorbeigesegelt. Babbel hatte Wiese ausgerechnet dann zur Nummer zwei degradiert, als er wegen einer Knieverletzung ausfiel. Sein Vertreter Casteels konnte allerdings auch nicht glänzen. Ursprünglich hatte Hoffenheim Wiese als aktuellen Nationalspieler geholt, doch Bundestrainer Joachim Löw sortierte ihn nach der EM aus.
Kritik an den Medien
"Hier wird alles auf mich projiziert. Ich werde immer stärker kritisiert als andere. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht wegen meiner Tattoos und langen Haare. Aber die meisten Reporter haben sowieso keine Ahnung von Profi-Fußball", sagte Wiese in "Bild". In der "Rhein-Neckar-Zeitung" klagte er: Wenn es nach den Medien gehe, "habe ich hier ja alles zu verantworten".
Nach der miserabelsten Halbserie seit dem Aufstieg 2008 ist Hoffenheim nicht nur die Schießbude der Liga (41 Gegentore), sondern liegt als Tabellen-16. sieben Punkte hinter dem 15. VfL Wolfsburg und muss sich zumindest auf die Relegation einstellen. Wiese ist vom Klassenverbleib überzeugt: "Das Trainingslager war super, die Truppe funktioniert, wir werden das schaffen."
sid/dpa | Stand: 17.01.2013, 14:06