Bremens Lauf hält auch gegen Leipzig

Claudio Pizarro, Dayot Upamecano

Werder Bremen - RB Leipzig 3:0 (1:0)

Bremens Lauf hält auch gegen Leipzig

Keine Leichtigkeit, kein Esprit: RB Leipzig rutscht immer mehr in eine echte Formkrise.

Bei Werder Bremen verlor der Tabellenzweite am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 0:3 (0:1) und kassierte damit bereits die vierte Rückrundenpleite. Das Rennen um die Vizemeisterschaft ist wieder völlig offen - der Abstand der Sachsen auf Borussia Dortmund beträgt nur noch drei Punkte.

Drei Austria-Treffer

Drei Landsleute vermiesten dem österreichischen RB-Trainer Ralph Hasenhüttl die Laune: Zlatko Junuzovic brachte Werder in der 34. Spielminute in Führung. Werders Kapitän traf aus rund 18 Metern mit einem fulminanten Schuss. Nach dem Wechsel legte Junuzovic dann Florian Grillitsch das 2:0 auf. Die Freistoß-Vorlage vollendete der 21-Jährige vor 41.384 Zuschauern mit einem Schuss in den linken Winkel (59.). Florian Kainz (90.), ein weiterer Österreicher, sorgte nach einem Konter für den Schlusspunkt. Werder holte damit den vierten Sieg aus den vergangenen fünf Spielen und verbessert seine Chancen im Kampf um den Klassenerhalt immer mehr.

Junuzovic stellte klar: "Wir können das jetzt mal ein bisschen genießen, aber der Weg muss weitergehen - ganz klar." Auch Grillitsch wollte nichts von vorzeitiger Entspannung wissen: "Klar sind wir gut drauf und haben gegen Leipzig klasse gespielt. Aber wir müssen in jedem einzelnen Spiel weiter Vollgas geben." Coach Nouri war begeistert: "Ich hoffe, die Gastronomen rund um unser Stadion haben genug Bier kaltgestellt. Es war eine Top-Leistung von uns gegen einen ganz starken Gegner."

Hasenhüttl hadert mit der Chancenverwertung

Weitaus weniger zufrieden war logischerweise sein Kollege Hasenhüttl: "Bei den ersten beiden Gegentoren trifft Bremen den Ball natürlich perfekt, die kriegt man so nicht jeden Tag. Wenn wir aber vorher unsere Chancen nutzen, müssen wir hinterher nicht über die Taktik oder fehlende Frische meiner Spieler sprechen."

Leipzig, ohne den gelb-gesperrten Mittelfeld-Organisator Naby Keita und dafür erstmals mit einer Dreierkette in der Abwehr, ergriff zu Beginn die Initiative und kam schnell zur ersten Chance. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeldzentrum spielte Marcel Sabitzer Stürmer Timo Werner frei. Doch der 21-Jährige, erstmals von Joachim Löw in den Kader der Nationalmannschaft berufen, scheiterte am gut postierten Felix Wiedwald (10.).

Ohne Kruse und Gnabry

Werder fehlte es zu Beginn an Kreativität in der Offensive, was vor allem auf zwei prominente Ausfälle zurückzuführen war. Nach dem zuletzt so effektiven Max Kruse hatte auch Shootingstar Serge Gnabry mit Oberschenkelproblemen passen müssen. Doch die Bremer bissen sich in die Partie, führten die Zweikämpfe nun im Mittelfeld aggressiver und setzten den oftmals zu fahrigen Gästen damit zu.

Dennoch ermöglichte Werder RB mit einer Fehlerkette in der Abwehrreihe erneut eine Chance zur Führung - doch Emil Forsberg verzog knapp per Linksschuss (26.). Die Führung für Werder passte Leipzig so gar nicht ins Konzept. Die Grün-Weißen konnten sich nun zurückziehen und damit die Räume in der eigenen Hälfte verdichten.

Selke blieb wirkungslos

Dennoch schnupperte die Hasenhüttl-Elf am Ausgleich: Der bemühte Sabitzer traf aus der Drehung in der 39. Minute den Innenpfosten. Auch nach dem Wechsel agierte Leipzig saftlos, kraftlos, einfallslos. Hasenhüttl brachte in der 56. Spielminute den früheren Bremer Davie Selke, doch die von Alexander Nouri vor allem im zweiten Durchgang hervorragend eingestellten Werderaner waren nun das bessere Team - und Selke blieb ohne Wirkung.

Die Hanseaten zogen sich zeitweise tief zurück und bereiteten den Gästen dann bei Kontern über den quirligen Fin Bartels immer wieder Probleme. Je länger die Partie dauerte, desto ratloser wirkten die Gäste - Torchancen hatten sie in der Schlussphase der Partie keine mehr. Bis zur Partie am 1. April gegen Darmstadt muss Hasenhüttl nun beweisen, dass der Leipziger Code von der Konkurrenz doch noch nicht entschlüsselt wurde. Bremen kann zeitgleich in Freiburg den nächsten Schritt Richtung Klassenerhalt gehen.

Fußball · Bundesliga · 25. Spieltag 2016/2017

Samstag, 18.03.2017 | 15.30 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Wiedwald – Veljkovic, L. Sané, Moisander – Delaney (83. M. Eggestein) – Gebre Selassie, Grillitsch (88. F. Kainz), Junuzovic, Ro. Bauer – Bartels, Pizarro (73. Jóhannsson)

3
Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Upamecano, Orban, Compper (56. Selke), Halstenberg – Schmitz (81. Burke), Demme, Ilsanker – Sabitzer, Forsberg – Ti. Werner

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Junuzovic (34.)
  • 2:0 Grillitsch (59.)
  • 3:0 F. Kainz (90.)

Strafen:

  • gelbe Karte Junuzovic (4 )
  • gelbe Karte Orban (7 )
  • gelbe Karte Ro. Bauer (4 )

Zuschauer:

  • 41384

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)
Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Tore 3 0
Schüsse aufs Tor 4 2
Ecken 4 5
Abseits 1 4
gewonnene Zweikämpfe 103 92
verlorene Zweikämpfe 92 103
gewonnene Zweikämpfe 52,82 % 47,18 %
Fouls 11 17
Ballkontakte 561 667
Ballbesitz 45,68 % 54,32 %
Laufdistanz 114,89 km 114,55 km
Sprints 182 202
Fehlpässe 116 140
Passquote 66,86 % 71,01 %
Flanken 9 10
Alter im Durchschnitt 27 Jahre 24,1 Jahre

sid/dpa/red | Stand: 18.03.2017, 18:13

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