Kruse führt Werder zum Derby-Sieg

Bremens Max Kruse

Werder Bremen - Hamburger SV 2:1

Kruse führt Werder zum Derby-Sieg

Werder Bremen hat sich im Nordderby gegen den Hamburger SV einen knappen, aber verdienten Sieg geholt. Die Abstiegszone ist jetzt weit weg - Europa dafür umso näher.

Die Bremer bezwangen den HSV mit 2:1 (1:1) und sollten mit nunmehr 39 Punkten nicht mehr ernsthaft in Abstiegsgefahr geraten. Stattdessen liegen sie nur noch einen Punkt hinter Platz sechs, der in die Europa League führt. "Wir schauen jetzt nicht nach oben oder unten, sondern nur auf uns", sagte Bremens Sportchef Frank Baumann bei "Sky". "Wir sind weder theoretisch noch praktisch gerettet."

Der HSV muss bei nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 weiter zittern. "Werder hat verdient gewonnen. Das war zu wenig von uns heute", sagte Aaron Hunt nach seinem ersten Auftritt im Weserstadion seit seinem Wechsel zum Hamburger SV.

Hunt: "wir haben kein gutes Spiel gemacht"

02:07 Min.

Bremen war früh in Rückstand geraten, der Österreicher Michael Gregoritsch traf in der 6. Minute per Kopfball nach guter Flanke von Hunt. Doch angeführt vom spielfreudigen Max Kruse drehte Werder die Partie: Erst traf der Ex-Wolfsburger per Kopf zum Ausgleich (41.) - Fin Bartels hatte per Volley-Hereingabe mustergültig aufgelegt. Dann bereitete Kruse in der 75. Minute den Siegtreffer vor: Seinen Steilpass schoss der 120 Sekunden zuvor eingewechselte Florian Kainz aus spitzem Winkel ins kurze Eck, HSV-Torhüter Mathenia hatte eine Lücke gelassen. Kruse war am Ende an acht Torschüssen beteiligt, sein Sturmpartner Finn Bartels an sieben.

Junuzovic an den Pfosten

Der Sieg war vor allem wegen der Leistungen in der ersten Hälfte verdient: Bremen kombinierte stark und hatte die besseren Torchancen, unter anderem setzte Zlatko Junuzovic einen Freistoß an den Pfosten (22.). Aber auch der HSV zeigte eine engagierte Leistung und erarbeitete sich Chancen.

Nach der Pause verlor die unterhaltsame Partie etwas an Fahrt, auch die Torchancen wurden weniger. Kainz' Treffer zum 2:1 fiel in einer Phase, in der der HSV mindestens gleichwertig war. Anschließend fehlten den Hamburgern allerdings die Ideen, um noch zum Ausgleichstreffer zu kommen.

HSV-Bus attackiert

Vor der Partie war der Mannschaftsbus der Hamburger kurz vor dem Eintreffen im Stadion mit Farbbeuteln und anderen Gegenständen beworfen worden. Dabei sprang eine Fensterscheibe, verletzt aber wurde niemand.

Der Hamburger Teambus nach den Wurfattacken

Der Hamburger Teambus nach den Wurfattacken

"Man hat schon ein wenig ein blödes Gefühl, wenn es auf einmal knallt von allen Seiten", sagte HSV-Trainer Markus Gisdol. Insgesamt waren rund 750 Ordnungskräfte im Einsatz. Im Vorfeld der brisanten Partie hatte die Bremer Polizei auf beiden Seiten mit insgesamt rund 600 gewaltbereiten Fans gerechnet.

Jetzt gegen die Teams aus dem Keller

Werder Bremen spielt nun am Samstag um 15.30 Uhr beim abstiegsbedrohten FC Ingolstadt, muss dabei aber auf Junuzovic verzichten - er kassierte seine fünfte Gelbe Karte. Der Hamburger SV empfängt zur selben Zeit Schlusslicht Darmstadt 98.

Thema in: Sportschau Bundesliga am Sonntag, 3. Programme, 16.4., 21.45 Uhr

Stand: 16.04.2017, 17:20

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