Unspektakuläre Wechselperiode

Serdar Tasci und Arjen Robben auf dem Spielfeld

Wechselfrist abgelaufen

Unspektakuläre Wechselperiode

Die Transferperiode dieses Winters verlief aus Sicht der Bundesliga eher ruhig. Richtig spektakuläre Last-Minute-Transfers gab es nicht, auch wenn die Bayern in den Schlusssekunden noch Serdar Tasci aus dem Hut zauberten.

Die Großeinkäufer hielten sich zurück. Spektakuläre Neuverpflichtungen in zweistelliger Millionenhöhe blieben aus. Etwa 40 Millionen Euro wurden für neue Spieler ausgegeben. Dazu kommen noch einige Millionen Euro für Leihgeschäfte. Damit blieb die Liga weit hinter der Rekord-Ablöse des Winters 2014/15 mit mehr als 65 Millionen Euro für Winter-Einkäufe. Auf der Einnahmenseite stehen knapp unter 30 Millionen Euro.

Hofmann und Klose die Speerspitze

Teuerster Spieler war der Neu-Gladbacher Jonas Hofmann, der für etwa 7,5 Millionen Euro von Borussia Dortmund an den Niederrhein wechselt. Das meiste Geld gab es für den Wolfsburger Timm Klose, den Norwich City für 12 Millionen Euro auf die Insel lockte. Prominenteste Verpflichtungen sind Weltmeister Kevin Großkreutz, der von seinem unglücklichen Ausflug nach Istanbul den Weg zurück in die Bundesliga zum VfB Stuttgart fand, und Serdar Tasci. Den ehemaligen Stuttgarter lieh der FC Bayern München kurz vor Ablauf der Frist bis zum Saisonende von Spartak Moskau aus - Kaufoption inklusive.

Leihgeschäfte der Marke Tasci waren generell ziemlich angesagt. So holte der Hamburger SV nach dem gleichen Modell Josip Drmic von Borussia Mönchengladbach, allerdings ohne Kaufoption. Die meisten Spieler holte indes Hannover 96, gefolgt von Eintracht Frankfurt. Thomas Schaaf bekam gleich sechs Neue für das Projekt Klassenerhalt in Hannover zur Verfügung gestellt. Die Hessen verpflichteten immerhin fünf neue Akteure, darunter das Hertha-Duo Yanni Regäsel und Änis Ben-Hatira, deren Transfer genau wie Tascis nur wenige Minuten vor Toresschluss in trockenen Tüchern waren.

Was ist geplatzt?

Viel Geld in die Hand nehmen wollte eigentlich wieder der VfL Wolfsburg, der im vergangenen Winter für Nationalspieler André Schürrle 32 Millionen Euro ausgab. Doch der als Ersatz für den verletzten Stürmer Bas Dost ausgeguckte Breel Embolo vom FC Basel ist nicht zu bekommen. Auch Borussia Dortmund wollte neue Spieler verpflichten und war bereit, viel Geld auszugeben. Die 13 Millionen Euro für den Mainzer Yunus Malli muss sich der BVB in dieser Transferperiode aber sparen, weil der 1. FSV Mainz 05 einen Verkauf mitten in der Saison ablehnte.

Beim HSV ist am letzten Tag auch nochmal einiges schief gelaufen: Defensiv-Spezialist Sekou Sanogo von den Young Boys Bern hatte am Montagnachmittag zwar bereits den Medizincheck absolviert, doch die Verhandlungen über die Wechselmodalitäten zogen sich hin. Nach übereinstimmenden Medienberichten kam der Deal schließlich nicht zustande, weil die erforderlichen Transferunterlagen erst um 18.04 Uhr - vier Minuten nach Ende der Wechselfrist - übermittelt wurden. Fußball-Direktor Peter Knäbel äußerte sich auf der Vereins-Homepage: "Am heutigen Nachmittag waren wir uns über das Leihgeschäft einig. Leider wurden die für den Transfer erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18 Uhr. Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es leid für den Spieler, der gerne für den HSV gespielt hätte."

Was machen die englischen Klubs?

In der aktuellen Transferperiode spielten die TV-Millionen der Vereine aus der Premier League für die Bundesliga keine außergewöhnliche Rolle. Bis auf Timm Klose wechselten nur Bayerns Jan Kirchhoff (zu AFC Sunderland) und Dortmunds Adnan Januzaj (vorzeitig zurück zu Manchester United) auf die Insel. Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl glaubt ohnehin, dass die besten Spieler auch im Sommer 2016 nicht nach England wechseln werden. "Die Top-Jungs werden in der Bundesliga bleiben. Warum sollen sie nach England gehen, wenn sie auch in Deutschland in der Champions League spielen können. Ich glaube nicht, dass die Bundesliga nur eine Durchgangsstation ist", sagte Eberl.

dpa/red/sid | Stand: 01.02.2016, 19:00

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