Es eilt auf dem Transfermarkt

Horst Heldt

Wechselfrist läuft ab

Es eilt auf dem Transfermarkt

Die Transferperiode des Winters endet in Deutschland am 1. Februar. Wie sind die genauen Fristen? Was ist bislang passiert? Was könnte noch passieren?

Wann endet die Wechselperiode?

Die sogenannte Transferperiode II dauert in der Regel vom 1. bis 31. Januar eines Jahres. Fällt der 31. Januar auf einen Sonntag, wie in diesem Jahr, verlängert sich die Frist bis zum ersten darauffolgenden Werktag um 18 Uhr. Bis dahin können Profifußballer in die Bundesliga und 2. Liga wechseln, insofern alle Unterlagen rechtzeitig bis zum Transferschluss vorliegen. Bei einem Wechsel in eine andere Liga gilt das dortige Ende der Wechselperiode. So können Spieler noch bis um 23:59 Uhr des 1. Februar in die englische Premier League und die spanische Primera Division wechseln. In Portugal ist das Transferfenster sogar bis zum 4. Februar um 23:59 Uhr geöffnet.

Was ist bislang in der Bundesliga passiert?

Die Großeinkäufer halten sich zurück. Spektakuläre Neuverpflichtungen in zweistelliger Millionenhöhe blieben bislang aus. Bis Sonntag (31.01.16) wurden etwa 40 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Dazu kommen noch geschätzte fünf Millionen Euro für Leihgeschäfte. Damit blieb die Liga weit hinter der Rekord-Ablöse des Winters 2014/15 mit mehr als 65 Millionen Euro für Winter-Einkäufe. Auf der Einnahmenseite stehen bislang 27,5 Millionen Euro.

Teuerster Spieler ist derzeit der Neu-Gladbacher Jonas Hofmann, der für etwa 7,5 Millionen Euro von Borussia Dortmund an den Niederrhein wechselt. Das meiste Geld gab es für den Wolfsburger Timm Klose, den Norwich City für 12 Millionen Euro auf die Insel lockte. Prominenteste Verpflichtung ist Kevin Großkreutz, der von seinem unglücklichen Ausflug nach Istanbul den Weg zurück in die Bundesliga zum VfB Stuttgart fand. Die meisten Spieler holten Schlusslicht Hannover 96 und Werder Bremen mit je fünf Neuen.

Was könnte noch passsieren?

Spektakuläre Transfers sind nicht mehr zu erwarten. Die Bayern sehen keine Chance, im Winter einen Innenverteidiger zu finden, der auf höchstem Niveau hilft und der auch noch für die Champions League spielberechtigt. Denkbar ist, dass es noch einige Leihgeschäfte der Marke Josip Drmic geben wird. Der Hamburger SV kündigte an, den Gladbacher Stürmer bis zum Saisonende auszuleihen. Er müsse nur noch den Medizincheck bestehen.

Was ist geplatzt?

Viel Geld in die Hand nehmen wollte eigentlich wieder der VfL Wolfsburg, der im vergangenen Winter für Nationalspieler André Schürrle 32 Millionen Euro ausgab. Doch der als Ersatz für den verletzten Stürmer Bas Dost ausgeguckte Breel Embolo vom FC Basel ist nicht zu bekommen. Auch Borussia Dortmund wollte neue Spieler verpflichten und war bereit, viel Geld auszugeben. Die 13 Millionen Euro für den Mainzer Yunus Malli muss sich der BVB in dieser Transferperiode aber sparen, weil der 1. FSV Mainz 05 einen Verkauf mitten in der Saison ablehnte.

Was machen die englischen Klubs?

In der aktuellen Transferperiode spielen die TV-Millionen der Vereine aus der Premier League noch keine Rolle. Bis auf Timm Klose wechselten bislang nur Bayerns Jan Kirchhoff (zu AFC Sunderland) und Dortmunds Adnan Januzaj (vorzeitig zurück zu Manchester United) auf die Insel. Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl glaubt ohnehin, dass die besten Spieler auch im Sommer 2016 nicht nach England wechseln werden. "Die Top-Jungs werden in der Bundesliga bleiben. Warum sollen sie nach England gehen, wenn sie auch in Deutschland in der Champions League spielen können. Ich glaube nicht, dass die Bundesliga nur eine Durchgangsstation ist", sagte Eberl.

dpa/red | Stand: 01.02.2016, 08:00

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