Chicharito in Leverkusen auf Abschiedstournee?

Javier Hernandez

Vorschau auf den 18. Spieltag

Chicharito in Leverkusen auf Abschiedstournee?

Leverkusens Star-Stürmer Chicharito hat in der Winterpause seine Zukuft in Leverkusen offengelassen - beginnt mit dem Spiel in Hoffenheim nun seine Abschiedstournee in der Bundesliga?

1899 Hoffenheim – Bayer Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr):

Der größte Aufreger bei Bayer Leverkusen in der Winterpause war ein Interview mit Javier "Chicharito" Hernandez - in dem der mexikanische Stürmer sich betont uneindeutig zu seiner Zukunft bei Bayer Leverkusen äußert. Schließlich traf die kleine Erbse in sieben der letzten acht Spiele vor dem Jahreswechsel, erzielte dabei zehn Tore und war damit der Lichtblick einer in Leverkusen insgesamt als verkorkst empfundenen Hinrunde. Die gute Nachricht für die Bayer-Fans: Hernandez läuft auch zum Rückrundenstart für die Werkself auf. Dies ist zugleich ein weiteres Problem für den Tabellenletzten aus Hoffenheim, der erstmals seit seiner Bundesliga-Zugehörigkeit auf einem direkten Abstiegsplatz überwinterte und während der Pause auch nicht unbedingt Aufbruchstimmung entfachen konnte. Bei 13 der 15 Duelle gegen Leverkusen ging Hoffenheim zudem als Verlierer vom Platz. Dies wird wohl auch diesmal so sein.

1. FC Köln – VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr):

Das war doch mal ein Signal so kurz vor dem Beginn der Rückrunde: Peter Stöger unterschrieb einen neuen Vertrag bei den Kölnern, der bis zum 30. Juni 2020 gültig ist. Kurz nachdem die Nachricht öffentlich gemacht worden war, widmete sich der Österreicher dem anstehenden Spiel. Dabei würde Stöger seine Mannschaft gerne so sehen wie in der letzten Partie vor der Weihnachtspause beim 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund: "Das ist der Maßstab, an dem wir uns selbst messen. Der Anspruch muss sein, an die Grenzen zu gehen." Auch der VfB Stuttgart ging mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause, einem 3:1 gegen den VfL Wolfsburg. Daraufhin wurde Jürgen Kramny vom Interims- zum Cheftrainer befördert. Zwei Neuzugänge könnten ihr Debüt bei den Schwaben geben: Kevin Großkreutz, bekennender Fan des 1. FC Köln, und Artem Kravets. "Ihre Integration ist nach zwei Wochen natürlich noch nicht abgeschlossen. Sie können uns aber mit Sicherheit verstärken", sagte Kramny, der sich so schnell wie möglich aus der Abstiegszone verabschieden will.

FC Ingolstadt 04 - 1. FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr):

Die Ingolstädter haben - wie sonst nur der 1. FC Köln - ihr Trainingslager in Deutschland abgehalten. Zu Hause bestreiten sie nun auch den Auftakt in die Rückrunde, in der Ralph Hasenhüttl "wieder 20 Punkte wie in der Hinrunde" anstrebt. "Das wird schwierig genug", sagte der Trainer, dem vor allem die Offensive Sorgen bereitet. Nur elf Tore brachte der FCI in der ersten Halbserie zustande. Daher wurde Stürmer Dario Lezcano (Foto) vom FC Luzern verpflichtet. Hasenhüttl dämpfte die Erwartungen an den Nationalstürmer Paraguays mit einem leichten Augenzwinkern: "Ich wäre nicht enttäuscht, wenn wir mit elf Toren wieder 20 Punkte holen würden." Bei den Mainzern wird auch ein Offensivspieler im Fokus stehen. Yunus Malli ist umworben von Borussia Dortmund. Die Rheinhessen wollen ihn aber nur abgeben, wenn sie adäquaten Ersatz finden. Der ist noch nicht in Sicht, daher wird Malli in Ingolstadt zunächst mal mithelfen wollen, die 0:1-Hinspielniederlage gerade zu rücken.

Hertha BSC – FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr):

Ab in die Champions League. Wirklich, Hertha BSC? Warum denn nicht? Es hat schon viele Beispiele gegeben, in denen einem Verein ein Einbruch prognostiziert wurde, der dann nicht kam. Die Berliner spielen selten spektakulär, aber noch seltener schwächer als ihr Gegner. Außerdem verstehen sie es, ihre wenigen Chancen effizient zu nutzen. Das soll auch in der Rückrunde so bleiben. "Die Tagesform wird entscheiden. Es treffen zwei gute Mannschaften aufeinander", sagte Herthas Trainer Pal Dardai vor dem Duell mit dem FC Augsburg. Im Berliner Tor wird weiterhin Rune Jarstein stehen, Thomas Kraft ("Er ist meine Nummer eins.") sei noch nicht wieder richtig fit. Die Augsburger setzen auf ihre stabile Defensive, die in den letzten fünf Bundesligaspielen vor der Winterpause nur einen Treffer hinnahm.

Hannover 96 – SV Darmstadt 98 (Samstag, 15.30 Uhr):

Die Hannoveraner haben in der Winterpause auf reichlich Erfahrung gesetzt. Aus Hoffenheim wurde Adam Szalai verpflichtet, der für die TSG, Schalke 04 und den 1. FSV Mainz 05 in 137 Bundesligaspielen 32 Tore erzielte. Hugo Almeida, der von Anschi Machatschkala aus Russland kam, traf zwischen 2011 und 2014 in 117 Spielen für Werder Bremen 41 mal. Sein Trainer war damals in den ersten beiden Spielzeiten Thomas Schaaf, der sich nun an den portugiesischen Stürmer erinnerte. "Es passt noch nicht alles, aber wir sind auf einem guten Weg. Ich bin mit der Vorbereitung sehr zufrieden", sagte Schaaf vor dem Duell mit dem Aufsteiger, der "körperlich immer alles abruft und aus seinen Fähigkeiten immer alles rausholt". Mit einem Sieg würden die Hannoveraner nach Punkten mit Darmstadt gleichziehen. Deren Trainer Dirk Schuster sagte: "Ich glaube, dass wir von der Physis, der Frische und der Fitness einen guten Standard haben und bereit sind, über 90 Minuten unsere Tugenden in die Waagschale zu werfen."

Borussia Mönchengladbach– Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr):

Ab und an hat die Dortmunder Borussia in den vergangenen Jahren ganz gut bis sehr gut in Gladbach gespielt, aber drei Punkte sind schon lange nicht mehr dabei herausgesprungen. Seit dem 3. Oktober 2009 wartet der BVB auf einen Sieg im Borussia-Park. Jonas Hofmann wechselte in der Winterpause die Seiten und spielt nun für Gladbach gegen den BVB. Er würde seinen ehemaligen Mannschaftskollegen gerne weh tun, hatte der Offensivspieler bei seiner Vorstellung gesagt. In der Startelf dürfte er aber fehlen. Trainer André Schubert sagte, auch mit Blick auf den zweiten Neuzugang Martin Hinteregger: "Wir sind sehr zufrieden mit den beiden, aber mit Sicherheit braucht es noch ein paar Tage, bis sie voll in die Mannschaft integriert sind und sie an ihr Leistungslimit kommen."

Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr):

"Veh krempelt die Eintracht um", schrieb die Frankfurter Rundschau, weil Trainer Armin Veh ein 4-4-2-System mit einer Raute im Mittelfeld einüben ließ. Gut möglich, dass dieses System in der Partie gegen den Pokalsieger angewendet wird. "Ich möchte etwas ausprobieren, weil mir ein paar Dinge nicht gefallen haben. Ich wechsele ja nicht, wenn ich zufrieden bin, sondern wenn es nicht so läuft wie ich es mir vorstelle", erklärte Veh, der Bundesliga-Rückkehrer Szabolcs Huszti auf der linken Seite im Mittelfeld einsetzte. Die Gäste fühlen sich gut gerüstet für den Auftakt zur Rückrunde. Trainer Dieter Hecking: "Die Mannschaft ist gewillt, die Aufholjagd zu starten." Drei Punkte beträgt der Rückstand auf den vierten Tabellenplatz.

FC Schalke 04 – Werder Bremen (Sonntag, 17.30 Uhr):

Bei beiden Vereinen spielte die Innenverteidigung in der Woche vor dem Rückrundenauftakt eine entscheidende Rolle. Die Schalker sind auf der Suche nach einem Ersatz für Benedikt Höwedes, der etwa drei Monate ausfallen dürfte. Die abstiegsbedrohten Bremer liehen sich den senegalesischen Nationalspieler Papy Djilobodji vom FC Chelsea. Trotz der Niederlagen in den vergangenen beiden Testspielen gegen Arminia Bielefeld (0:1) und Atletico Mineiro (0:3) geht Schalkes Eric-Maxim Choupo-Moting zuversichtlich in das Spiel: "Die Resultate in der Vorbereitung sind nicht entscheidend. Wenn wir alle drei Vorbereitungsspiele mit 10:0 für uns entschieden hätten und dann gegen Bremen verlieren, hätten die Ergebnisse auch keinen Wert."

Stand: 22.01.2016, 06:00

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