Slomka weiß, was Keller blüht
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Schalke - Hannover zum Auftakt der Rückrunde
Slomka weiß, was Keller blüht
Mirko Slomka kann als ehemaliger Schalker Trainer gut einschätzen, unter welchem Erwartungsdruck sein neuer Kollege Jens Keller steht. Er will das mit Hannover 96 zum Auftakt der Rückrunde in der Bundesliga ausnutzen.
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Die Tabelle hält eine Gemeinheit für Jens Keller bereit, genau wie der Spielplan. Nur sechs Punkte beträgt der Abstand zwischen einem Platz, der in einen internationalen Wettbewerb führt und dem einen, der zu zwei Relegationsspielen mit dem Dritten der 2. Liga zwingt.
Fünf Mannschaften, die derzeit noch hinter dem Tabellensiebten aus Schalke platziert sind, könnten an ihm vorbei ziehen. Darunter ist auch Hannover 96, das als Elfter nach Gelsenkirchen reist. Eine Niederlage, der Absturz auf Platz: Jeder kann sich ausmalen, was im brodelnden Schalke passieren würde. Die Niederlage zu seinem Einstand als Chefcoach der Königsblauen im DFB-Pokal gegen den 1. FSV Mainz 05 und noch viel mehr die 0:5-Niederlage in einem Vorbereitungsspiel gegen den FC Bayern München haben Keller eine schwere Bürde aufgelastet.
Gute Bilanz, aber nicht gut genug
"Wir werden versuchen, die Unruhe bei Schalke zu verstärken, indem wir ein gutes Spiel abliefern", sagte Mirko Slomka vor der Rückkehr an seinen ehemaligen Arbeitsplatz. Im Januar 2006 kam er überraschend zu einem der begehrtesten Jobs im deutschen Fußball. Er lernte dort kennen, wie Erfolg auf Schalke definiert wird. Es reichte nicht, die Mannschaft ins Viertelfinale der Champions League und auf einen dritten Platz in der Bundesliga zu führen. Dort fanden sich die Königsblauen gegen Ende der Saison 2007/08 wieder, mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Zweiten, als Slomka in den gut bezahlten Urlaub geschickt wurde.
Es war kein attraktiver Fußball, mit dem Slomka auf Schalke zu punkten kam, und die zaghaften Auftritte der Vorsaison, die dazu führten, dass ein großer Vorsprung und die Meisterschaft noch verspielt wurden, wurden dem Trainer mit einiger Verspätung zum Verhängnis.
Jens Keller
Aber immerhin. Slomka schnupperte an der Schale, er maß sich in eben jenem Viertelfinale der Champions League mit dem FC Barcelona und hatte die Schalker vorher schon in ein Halbfinale des UEFA-Pokals geführt. Jens Kellers Bilanz als Cheftrainer einer Profimannschaft in Bundesligaspielen lautet: neun Punkte aus neun Partien, zwischen Oktober und Dezember 2010 beim VfB Stuttgart.
Schalkes Sportvorstand Horst Heldt, der Keller aus gemeinsamen Zeiten in Schwaben gut kennt, lässt keine Gelegenheit aus, seiner Lösung den Rücken zu stärken. Auch Keller sagt, was ein schon angezählter Trainer in einer solchen Situation sagen sollte: "Ich freue mich wahnsinnig. Endlich kann es losgehen. Die Jungs sind gut vorbereitet."
Holtby? Raffael?
Gegen Hannover werden allerdings einige wichtige Spieler fehlen. Ibrahim Afellay ist verletzt und fällt noch länger aus, Jermaine Jones brummt eine Rot- und Klaas-Jan Huntelaar eine Gelb-Rot-Sperre ab. Wie die Fans auf Lewis Holtby reagieren, der spätestens nach der Saison zu Tottenham Hotspur wechseln wird, ist leicht vorstellbar. Ob Raffael, ausgeliehen von Dynamo Kiew, sofort in der Startelf zu gebrauchen sein wird, ist fraglich.
Ein Trost für Keller ist: Mirko Slomka muss sechs Spieler ersetzen. Ein weiterer: Wenn es gut läuft, rückt der FC Schalke nach dem 18. Spieltag schon wieder auf den fünften Platz vor.
Stand: 18.01.2013, 08:00