Wer schleicht in die Champions League?
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Kandidaten im Check
Wer schleicht in die Champions League?
Der vierte Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga lockt mit der Aussicht auf zusätzliche Einnahmen von etwa 20 Millionen Euro. So recht will keiner zugreifen. sportschau.de nimmt die Kandidaten unter die Lupe.
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Die Meldung ist ein wenig untergegangen, weil sie so überraschend kam wie die Nachricht von einem Tor Lionel Messis. Der FC Bayern wird die Saison in der Bundesliga schlimmstenfalls auf dem dritten Tabellenplatz beenden. Damit ist gesichert, dass der Verein auch in der kommenden Spielzeit wieder an der Champions League teilnehmen darf. So viel zur Theorie. Praktisch werden die Münchner Meister. Borussia Dortmund hat nun schon ein zehn Punkte dickes Polster auf den vierten Platz, bei Bayer Leverkusen beträgt es immer noch sechs.
Die Werkself profitierte davon, dass am 26. Spieltag nur Borussia Mönchengladbach von den Mannschaften gewann , die gute Aussichten auf die Qualifikationsrunde zur Champions League und Einnahmen von etwa 20 Millionen Euro hat. Der FC Schalke, der als einziger Klub aus dem Kreis Ansprüche auf den vierten Platz anmeldet, verlor in Nürnberg. Eintracht Frankfurt unterlag dem VfB Stuttgart trotz einer 1:0-Führung. Die Mainzer holten nur einen Punkt bei einem schwachen Auswärtsspiel gegen Hoffenheim. Der SC Freiburg ging in Dortmund ein, der Hamburger SV verlor zu Hause gegen den FC Augsburg. Der Abstiegskandidat eroberte dadurch den dritten Platz in der Rückrundentabelle zurück, hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Auch das zeigt, welch ein Schneckenrennen sich die Anwärter um den vierten Platz liefern.
Die Kandidaten unter der Lupe
Durch die knappe Niederlage schob sich Eintracht Frankfurt dank der besseren Tordifferenz an den Schalkern vorbei. Faktisch haben die Hessen damit die beste Ausgangslage. Aber getreu Uli Hoeneß ist "the Trend your friend", und der Trend zeigt beim Aufsteiger deutlich abwärts. Die Eintracht holte aus den vergangenen sechs Spielen nur drei Punkte, schoss dabei ein Tor. Die Zukunft von Armin Veh ist weiter offen. Der Vertrag des Trainers läuft am 30. Juni 2013 aus. Die Spekulationen um einen Wechsel zu Schalke lenken ab, immerhin will Veh nun in der Länderspielpause für Klarheit sorgen. Ein Problem der Eintracht ist, dass der Kader wenig Alternativen bietet, um Spielern im Formtief wie Alexander Meier mal eine Pause zu gönnen.
Schalkes Julian Draxler vergab in Nürnberg einige Chancen.
Der FC Schalke 04 spielt seit Jahren in den internationalen Wettbewerben mit, das ist ein Vorteil im letzten Drittel der Saison. Die Qualität der einzelnen Spieler spricht auch dafür, dass die Gelsenkirchener das Rennen machen werden. Vielleicht können sie sogar noch um den dritten Platz spielen, denn das direkte Duell gegen Bayer Leverkusen steht noch an. Dagegen spricht, dass die Schalker verzweifelt nach jemandem suchen, der den verletzten Klaas-Jan Huntelaar im Sturmzentrum ersetzt. Da auch Ciprian Marica noch ausfällt, bleiben Teemu Pukki und Chinedu Obasi. Beide sind kaum geeignet für die einzige Spitze in dem von Trainer Jens Keller bevorzugten 4-2-3-1-System.
Zu viele Unentschieden für Mainz 05
Ein 1:1 in Augsburg, 1:1 gegen Wolfsburg, 1:1 in Düsseldorf, jetzt ein 0:0 in Sinsheim gegen Hoffenheim - der 1. FSV Mainz 05 hatte in den vergangenen Wochen Probleme, gegen Mannschaften zu gewinnen, die deutlich unter ihm in der Tabelle stehen. Die Rheinhessen gewannen erst zwei Spiele in der Rückrunde, nie schafften sie in dieser Saison mehr als zwei Siege hintereinander. Diese Bilanzen reichen vielleicht für einen Platz in der Europa League, was als großer Erfolg durchgehen würde.
Borussia Mönchengladbach will wieder auf europäischer Ebene spielen, hat dabei aber deutlich den kleineren der beiden Wettbewerbe im Blick. Die Mannschaft von Lucien Favre spielte in dieser Saison die Qualifikation zur Champions League und scheiterte an Dynamo Kiew. Das Hinspiel der Playoffs wurde bereits vor dem ersten Bundesligaspieltag ausgetragen, was die Vorbereitung schwierig machte. Weil der Start durchwachsen war und die Integration der neuen Spieler Zeit brauchte, kamen die Gladbacher nie ins Rollen. Noch kein Mal gewann der VfL Borussia in dieser Saison zwei Spiele in Folge. Die kommende Aufgabe beim SC Freiburg ist auch deshalb ein wichtiger Prüfstein.
Der HSV schwankt, Freiburg wankt
Freiburgs Daniel Caligiuri (li.) im Spiel bei Borussia Dortmund
Der Hamburger SV hat aus den beiden Heimspielen gegen die SpVgg Greuther Fürth und zuletzt den FC Augsburg einen Punkt geholt, dafür beide Partien gegen Borussia Dortmund gewonnen. Das zeigt die Schwankungen, die bislang auch den Sprung auf den fünften oder auch vierten Tabellenplatz verhindert haben.
Bis zum 24. Spieltag stellte der SC Freiburg die zweitbeste Defensive der Bundesliga, dann gab es ein 2:5 gegen Wolfsburg und ein 1:5 in Dortmund. Jedes dieser Spiele könnte unter "passiert halt mal" abgehakt werden, aber die direkte Folge gab auch Christian Streich Anlass zur Sorge. Der Trainer klagte die Berater seiner begehrten Profis an: "Unsere Spieler werden angeboten wie auf dem Viehmarkt. Ihre Ausstiegsklauseln kann man in den Zeitungen lesen - das ist furchtbar." Die "wahnsinnige Unruhe", die Streich beklagte, lenkt den SC Freiburg ab. Dazu kommt das bevorstehende Halbfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart.
Fazit: Schalke 04 hat auch ohne Huntelaar die besten Aussichten, den vierten Platz zu erreichen.
sportschau-Tipp: Schafft es der FC Schalke nicht, wird der Sieger des Duells SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach im August um 20 Millionen Euro spielen dürfen.
bar | Stand: 18.03.2013, 14:31