Videobeweis - Schiedsrichter-Chef Fröhlich kündigt Fehleranalyse an

Räumt Fehler ein: DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich

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Videobeweis - Schiedsrichter-Chef Fröhlich kündigt Fehleranalyse an

Das Thema Videobeweis wird den deutschen Fußball auch 2018 regelmäßig beschäftigen. Zuvor sollen Unklarheiten über die Auslegung und Streitigkeiten unter den Schiedsrichtern beseitigt werden.

Immer wieder gab es in der Bundesliga-Hinrunde massive Kritik am Videobeweis und dessen unklarer Auslegung in unterschiedlichen Situationen. Um Unklarheiten dieser Art künftig zu vermeiden, sollen nun alle bisher aufgetretenen Probleme noch einmal kritisch beleuchtet werden, sagte DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich dem "Tagesspiegel": "Wir werden die kurze Spielpause nutzen, um noch einmal alle Spielvorgänge der Hinrunde auszuwerten und einzuordnen." Die Spitzenreferees treffen sich vom 3. Januar an auf Mallorca zum Lehrgang, dort ist der Videobeweis das große Thema.

Fröhlich räumt "atmosphärische Störungen" ein

Fröhlich räumt Fehler bei der Umsetzung des Projektes ein, die auch die Schiedsrichter verunsichert hätten. Zudem habe auch der Schiedsrichter-Streit, der im Laufe der Hinrunde publik wurde, dem Videobeweis geschadet. "Bei einem so wichtigen Projekt ist es erst recht wichtig, dass das Team in eine Richtung denkt und handelt", sagte Fröhlich. "Fakt ist, dass die atmosphärischen Störungen dem Ansehen der Schiedsrichter geschadet haben."

Die internen Auseinandersetzungen beschäftigen den Deutschen Fußball-Bund bereits seit Monaten. Unter anderem wurde im Herbst bereits die Ethikkommission des Verbandes eingeschaltet. Die FIFA-Referees Manuel Gräfe und Felix Brych hatten den langjährigen Schiedsrichter-Funktionären Hellmut Krug und Herbert Fandel unter anderem "Vetternwirtschaft" vorgeworfen. Als Konsequenz daraus verlor Krug seine Funktion in der Schiedsrichterkommission Elite. Und Fandel darf keine Lehrgänge der Elite-Schiedsrichter mehr besuchen.

Können Psychologen helfen?

Das Verhältnis der Schiedsrichter untereinander gilt aber weiterhin als belastet. Deshalb hat der DFB für das Trainingslager in Spanien zwei Psychologen als Vermittler eingeladen. "Es ist den Versuch wert, auf diesem Weg den zweifelsfrei vorhandenen Konflikt zu lösen. Dieses Thema muss beendet werden, ich hoffe auf einen Neustart", hatte Fröhlich der "Bild-Zeitung" gesagt.

Der Videobeweis war in der Fußball-Bundesliga im vergangenen Sommer eingeführt worden, seitdem hatte es viel Kritik an dem Projekt und vor allem an der Umsetzung gegeben. Krug war im November als Projektleiter abgesetzt worden. Im März 2018 wird das International Football Association Board entscheiden, ob die Technik auch dauerhaft im Fußball eingesetzt wird.

red/dpa | Stand: 29.12.2017, 15:12

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