Wolfsburg kassiert nächsten Rückschlag

Daniel Caligiuri (l.), Salomon Kalou

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:3

Wolfsburg kassiert nächsten Rückschlag

Der umformierte VfL Wolfsburg zeigt sich gegen Hertha BSC zwar verbessert, kassiert aber dennoch die nächste Niederlage.

Die Wolfsburger unterlagen am Samstag (03.12.2016) in einer umkämpften Partie etwas unglücklich mit 2:3 gegen Hertha BSC und befinden sich mitten im Abstiegskampf. Das Team von Trainer Valérien Ismael muss damit weiter auf das erste Erfolgserlebnis vor eigenem Publikum warten.

Kalou mit Last-Minute-Treffer für Hertha

Drei der vier Tore fielen in der phasenweise turbulenten ersten Halbzeit. Für die Norddeutschen, deren letzter Heimsieg aus dem Mai datierte, trafen Borja Mayoral in der 12. und Paul Seguin in der 18. Minute jeweils per Flachschuss. Für die Gäste war Marvin Plattenhardt in der 16. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß erfolgreich. Für den Berliner Ausgleich sorgte der eingewechselte Alexander Esswein (69.). Seguin sah in der 87. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Salomon Kalou (90.+1) sicherte der Hertha per Foulelfmeterdie drei Punkte.

Ismael lässt Draxler, Didavi und Gustavo draußen

Wolfsburgs Coach Ismael, der bei seiner taumelnden Mannschaft von einem "Kopfproblem" gesprochen hatte, machte seine Ankündigungen wahr und ließ die zuletzt enttäuschenden Stars Luiz Gustavo und Julian Draxler vorerst auf der Reservebank. Auch Routinier Marcel Schäfer und Daniel Didavi mussten die Partie von der Bank verfolgen. Ismael polte seine Mannschaft zudem auch mit einer Systemumstellung voll auf Abstiegskampf, legte den Fokus auf mehr Stabilität mit einer Fünferkette in der Defensive.

Mayoral und Seguin treffen

Nach nervösem Beginn stabilisierte sich die neu formierte Defensive der Wolfsburger. Der Gastgeber zeigte sich sehr engagiert und laufstark. Die Wolfsburger überließen der Hertha das Mittelfeld, setzten auf schnelle, überfallartige Angriffe - und zeigten sich bei den beiden Treffern von Mayoral und Seguin auch sehr effektiv.

Die Berliner hatten über die gesamte Spieldauer ein klares Übergewicht und mehr Ballbesitz, entwickelten aber zu wenig Torgefahr. Den Gästen merkte man an, dass gleich drei Leistungsträger nicht zur Verfügung standen. Vedad Ibisevic fehlte gelb-rot-gesperrt, wegen Verletzungen mussten Mitchell Weiser und Per Skjelbred pausieren. Die Berliner hielten in einer bissig geführten, intensiven Partie dagegen. Genki Haraguchi und Valentin Stocker konnten dem Spiel aber zu wenig Impulse geben - und gingen vorzeitig vom Feld. Erst der eingewechselte Esswein löste die Blockade bei der Hertha mit einem verdeckten Flachschuss zum 2:2-Ausgleich.

Wolfsburg verliert den Überblick

Wolfsburgs Coach wiederum machte in der zweite Halbzeit seine Umstellungen zum Teil wieder rückgängig, brachte Luiz Gustavo für Josuha Guilavogui in die Partie und kurz vor dem Ende auch Nationalspieler Draxler, der von den Wolfsburger Fans mit Pfiffen empfangen wurde. Beide Einwechslungen verpufften, schlimmer noch: In der Schlussphase verloren die Wolfsburger den Überblick. Erst gerieten sie nach Seguins Platzverweis in Unterzahl, dann ging Daniel Caligiuri am Strafraumeck viel zu ungestüm in den Zweikampf mit Plattenhardt, traf den Berliner am Fuß. Kalou behielt die Nerven und sicherte der Hertha den Sieg vom Elfmeterpunkt.

"Es war für uns nicht einfach gegen einen sehr gut organisierten Gegner", sagte Hertha-Coach Pal Dardai. "Nach unserem Ausgleich haben wir konsequent auf Sieg gespielt und sind dafür am Ende auch belohnt worden." Die Berliner setzten sich durch den Sieg weiter in der Spitzengruppe fest - und könnten in der kommenden Woche mit einem Sieg gegen Bremen sogar noch weiter nach oben kommen.

"Diese Niederlage tut richtig weh. In der Bundesliga muss man über 90 Minuten wachsam sein, das ist uns nicht gelungen", meinte VfL-Coach Ismael im Anschluss und sorgte sich auch um die mentale Stabilität seines Teams. "Wir haben nach dem 2:2 zu viel nachgedacht und sind durch zwei schwere Fehler bestraft worden." Die nächste schwere Prüfung steht für die angeschlagenen Wolfsburger bevor: Am kommenden Samstag geht es zum Rekordmeister FC Bayern.

Stand: 03.12.2016, 17:25

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