Fußball-Traditionsvereine wollen mehr Geld

Sechs Klubs gründen "Team Marktwert"

Fußball-Traditionsvereine wollen mehr Geld

Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, der HSV, der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart sind mit der aktuellen Verteilung des nationalen TV-Geldes nicht zufrieden. Sie haben sich daher zu einem "Team Marktwert" zusammen geschlossen.

Ziel der sechs Vereine ist es, die Verteilung neu zu organisieren. Bislang gibt es für jeden Verein der 1. und 2. Bundesliga einen festen Sockelbetrag sowie weiteres Geld abhängig davon, welchen Tabellenplatz der jeweilige Klub in den vergangenen fünf Jahren belegt hat.

Diesen beiden Säulen wollen die sechs Vereine eine weitere hinzufügen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären sie, auch den Marktwert eines Klubs berücksichtigen zu wollen: "Dieser Marktwert kann sich aus objektiven Kennzahlen wie Fanbasis, Beliebtheit, Bekanntheit, TV-Reichweite und Interaktionsraten in Social Media errechnen. So sollte beispielsweise eine große, leidenschaftliche Fangemeinde als Wert im TV-Ranking Berücksichtigung finden - denn sie führt zu höheren Einschaltquoten und einer größeren Wahrnehmung der Gesamtmarke Bundesliga in der Öffentlichkeit."

"Tabellenposition nur ein Kriterium für Attraktivität"

Diese zusätzliche Säule würde die Verteilung "gerechter und moderner" gestalten, so die Vereine. Sie argumentieren, dass in allen großen Ligen Europas mehrere Kennzahlen berücksicht würden. "Die Tabellenposition ist nur ein Kriterium von vielen, das eine Rolle dafür spielt, wie attraktiv ein Spiel für Fans und TV-Sender ist", sagte Bernd Wahler, Präsident des VfB Stuttgart.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle erklärte: "Das Produkt Bundesliga wird unabhängig vom aktuellen Tabellenstand maßgeblich von Klubs geprägt, die sehr beliebt und bekannt sind und viele Fans haben. Was die Markenstärke betrifft, stehen wir sicher auf einem ordentlichen einstelligen Platz. Wenn wir die Tabelle der TV-Einnahmen betrachten würden, wären wir aber nur auf Platz 16."

Hoffenheim gelassen, Wolfsburg ablehnend

1899 Hoffenheim als Verein mit vergleichsweise schwacher Fanbasis reagierte gelassen auf den Vorstoß. "Die Idee der so genannten Traditionsklubs ist nicht neu", sagte Geschäftsführer Frank Briel. "Wir werden dazu in den relevanten Gremien Stellung nehmen und unsere Position vertreten", kündigte er an. Der VfL Wolfsburg hatte bereits vor einem Jahr skeptisch auf die Überlegungen reagiert. Manager Klaus Allofs bezeichnete die Bewertung der neuen Kriterien als problematisch.

red/dpa/sid | Stand: 30.03.2016, 11:20

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