Gerd Müller schaffte 40 Tore in einer Saison

Gerd Müller schaffte 40 Tore in einer Saison

Robert Lewandowski? Oder doch Pierre-Emerick Aubameyang? Wer wird neuer Torschützenkönig? In der Liste der Top-Torjäger der Bundesliga findet sich Kurioses und Erstaunliches - in jedem Fall aber auch der Beweis, dass man mit 40, aber auch nur mit 17 Treffern bundesweit bester Stürmer sein kann.

Aubameyang (l.) und Lewandowski im Zweikampf

Zwei Männer streiten um eine 3,2 Kilogramm schwere Symbol-Trophäe: Robert Lewandowski vom FC Bayern und Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund liefern sich ein Fernduell im Kampf um Platz eins in der Torjägerliste der Bundesliga. Lewandowski (30 Treffer) hat die 30-Tore-Marke bereits geknackt, Aubameyang (29 Treffer) will nachlegen.

Zwei Männer streiten um eine 3,2 Kilogramm schwere Symbol-Trophäe: Robert Lewandowski vom FC Bayern und Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund liefern sich ein Fernduell im Kampf um Platz eins in der Torjägerliste der Bundesliga. Lewandowski (30 Treffer) hat die 30-Tore-Marke bereits geknackt, Aubameyang (29 Treffer) will nachlegen.

Aubameyang und Lewandowski könnten auch ein klein wenig Bundesliga-Geschichte schreiben. Nur einmal erzielten zwei Stürmer in einer Saison 30 Tore: Gerd Müller (FC Bayern) und Jupp Heynckes (Borussia Mönchengladbach) vor 43 Jahren.

Rekordhalter unter den Torjägern ist natürlich "der Bomber" Gerd Müller (1972). Der einstige Münchener holte sich insgesamt sieben Mal den Titel. Drei Mal erzielte er dabei mehr als 30 Treffer in einer Saison und schaffte mit sogar 40 Treffern in der Saison 1971/1972 einen bis heute gültigen Rekord.

Jeweils drei Mal holten Leverkusens Ulf Kirsten (1993, 1997, 1998) und Bayerns Karl-Heinz Rummenigge (1980, 1981, 1984) die Kanone. Wenig verwunderlich, dass der FC Bayern mit insgesamt 16 Kanonen auch auf Vereinsebene mit weiten Abstand am erfolgreichsten ist - auf Platz zwei folgt der 1. FC Köln mit fünf Titeln.

Der erste Gewinner: Uwe Seeler war bei der Bundesliga-Gründung mit dem HSV in der Saison 1963/1964 dabei und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, warum er damals als bester Stürmer Deutschlands galt. Während die Hanseaten nur den enttäuschenden sechsten Platz belegten, erzielte "Uns Uwe" 30 Tore.

So manch ein Preisträger ist heute nahezu vergessen: Rudi Brunnenmeier galt in den 1960er Jahren als personifizierte Torgarantie der Münchner Löwen. Während er zuvor bereits in der damaligen Oberliga mehrfach bester Torschütze war, untermauerte der damals 24-Jährige seine außergewöhnlichen Qualitäten dann auch in der Saison 1964/1965 in der Bundesliga mit 30 Treffern.

Der letzte Torjäger mit mehr als 30 Toren war Dieter Müller (1976/77) mit 34 Treffern. Unvergessen sein Sechserpack für den 1. FC Köln am 17. August 1977 beim 7:2-Sieg im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen, ein bis heute gültiger Rekord.

Vor allem in den 80er- und 90er-Jahren ging die Zahl der erzielten Tore massiv zurück: Negativ-Rekordhalter sind Roland Wohlfahrt und Thomas Allofs in der Saison 1988/1989, die sich die Spitzenposition mit jeweils nur 17 Treffern teilten. Dieses Kunststück widerholte der Stuttgarter Fredi Bobic 1995/96.

Erster nicht-deutscher Sieger war der Norweger Jörn Andersen in der Spielzeit 1989/90: Für Eintracht Frankfurt netzte Andersen 18 Mal ein und schrieb damit Fußball-Geschichte.

Der bislang einzige Afrikaner unter den Torschützenkönigen ist Anthony Yeboah. Der Ghanaer holte sich im Trikot von Eintracht Frankfurt zwei Mal hintereinander die Trophäe. 1993 traf Yeboah 20 Mal, im Jahr drauf genügten ihm sogar nur 18 Treffer zum Gewinn des Torjäger-Titels.

Erfolgreichste nicht-deutsche Nation in punkto Torjäger-Krone in der Bundesliga ist Brasilien. Ailton (2003/04) und Grafite (2008/09) knackten mit 28 Treffern um ein Haar die 30-Tore-Grenze, Márcio Amoroso genügten 2001/2002 18 Tore, Giovane Élber war war ein Jahr drauf 21 Mal erfolgreich.

Der bislang älteste Torjäger ist Martin Max (2001/2002): Der Schalker war bereits 33 Jahre Jahre alt, als er sich den Titel als bester Stürmer mit Amoroso teilen musste.

Das einzige Brüderpaar in der Liste der Torschützenkönige sind Klaus und Thomas Allofs (1985/86 bzw. 1988/89). Die interne Familienwertung geht dennoch klar an den älteren der beiden Brüder: Klaus wurde mit 28 Toren Schützenkönig, Thomas begnügte sich mit 17 Treffern.

Hätten Sie gewusst, dass in den Nuller-Jahren gleich zwei Torschützenkönige beim VfL Bochum spielten? Thomas Christiansen (2002/2003) war 21 Mal erfolgreich und "Fanis" Gekas traf 2006/07 20 Mal für den Ruhrpott-Verein ins Schwarze.

Stand: 19.05.2017, 20:22 Uhr

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