Stuttgarter Strapazen

Gentner und Niedermeier sind enttäuscht über das Remis gegen Nürnberg.

VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)

Stuttgarter Strapazen

Nur 43 Stunden lagen zwischen dem Europapokal-Auswärtsspiel in Genk und dem Bundesliga-Heimspiel gegen Nürnberg. Für einen Stuttgarter Sieg zuviel der Strapazen. Und die nächste wichtige Aufgabe wartet bereits.

Schon am Mittwoch geht es im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Bochum weiter. Deshalb verordnete Trainer Bruno Labbadia seinen müden und angeschlagenen Profis nach dem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg erst einmal Regeneration.

Schon die Partie gegen den Club war ein Kraftakt gewesen - nur 43 Stunden nach dem Einzug ins Achtelfinale der Europa League hatten die Stuttgarter erneut auf dem Platz gestanden. Doch die Partie beim KRC Genk (2:0) wollte Labbadia, der zuvor noch von "Wettbewerbsverzerrung" gesprochen hatte, nicht als Ausrede gelten lassen, dass der jüngste Aufwärtstrend der Schwaben mit zuletzt zwei Pflichtspielsiegen einen kleinen Dämpfer erhalten hatte.

Vedad Ibisevic gibt ein Interview nach dem Spiel gegen Nürnberg Play-Icon

Stimmen zum Spiel Stuttgart - Nürnberg (1:1) | 01:46 min | 23.02.2013 | Sportschau | Das Erste

"Ärgerlich, dass wir uns nicht belohnt haben"

"Wir wollten schnell umschalten, uns hat aber die Zielstrebigkeit und Genauigkeit gefehlt, oder wir haben zu hastig abgeschlossen. Dann haben wir in der Vorwärtsbewegung einmal nicht richtig umgeschaltet, das hat gereicht. Nürnberg hat dies optimal ausgenutzt", monierte der enttäuschte VfB-Coach und fügte an: "Das Ergebnis ist unbefriedigend. Wir waren gut organisiert, haben wenig zugelassen. Es ist ärgerlich, dass wir uns nicht komplett belohnt haben."

Zu hart wollte er mit seiner Mannschaft aber auch nicht ins Gericht gehen, steht doch schon am Mittwoch gegen den Zweitligisten VfL Bochum die nächste "wichtige Aufgabe" bevor: "Das ist für uns die Möglichkeit, über den März hinaus noch in allen drei Wettbewerben vertreten zu sein. Wir wollen weiter alles versuchen."

Zumal der VfB vor allem in der Liga "noch nicht da ist, wo wir hinwollen", wie Torwart Sven Ulreich feststellte. Auch Vedad Ibisevic ärgerte sich, "dass wir wieder unnötig Punkte liegen gelassen haben. Wir hätten vorne Tore machen müssen."

Ladehemmung bei Ibisevic

Er dürfte vor allem sich selbst gemeint haben. Schon seit 569 Minuten wartet der Bosnier auf seinen elften Saisontreffer. Zuletzt hatte Ibisevic am 8. Dezember beim 3:1 gegen Schalke getroffen - da gleich dreimal.

Da Ibisevic derzeit jedoch Ladehemmung hat, musste gegen Nürnberg Ibrahima Traore einspringen, dem in der 51. Minute das 1:0 gelang. Den dritten Erfolg in Serie nach dem 1:0 in Hoffenheim und dem 2:0 in Genk machte jedoch Markus Feulner (77.) zunichte.

VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg 1:1

Keine zwei Tage nach dem kräftezehrenden Auftritt in der Europa League muss sich Stuttgart daheim gegen Nürnberg mit einem Zähler begnügen.

Pinola ist vor Harnik am Ball.

In der Hinrunde gab's die meisten Fouls in diesem Duell, auch das Rückspiel bietet zahllose Zweikämpfe: Nürnbergs Pinola ist vor Harnik am Ball und schlägt den Ball aus der Gefahrenzone.

In der Hinrunde gab's die meisten Fouls in diesem Duell, auch das Rückspiel bietet zahllose Zweikämpfe: Nürnbergs Pinola ist vor Harnik am Ball und schlägt den Ball aus der Gefahrenzone.

Viel Stückwerk bestimmt die Partie: Traoré (r.) und Chandler kämpfen um den Ball.

Simons klärt in dieser Szene vor Ibisevic (r.). Der Stuttgarter Stürmer ist seit mehr als 500 Minuten ohne Tor, bleibt auch gegen Nürnberg glücklos.

Nürnbergs "Sechser", Hanno Balitsch, grätscht Stuttgarts Japaner Sakai im Zweikampf ab.

Tore gibt's auch noch: Zunächst feiert Ibrahima Traoré den Führunsgtreffer für den VfB.

13 Minuten vor Schluss jubelt Markus Feulner auf der anderen Seite. Soeben hat er den 1:1-Endstand erzielt.

Auch Nürnberg nicht zufrieden

Große Freude kam jedoch auch beim Club trotz des späten Ausgleichs nicht auf. "Wir hatten viel Ballbesitz mit dem wir aber nicht viel anfangen konnten. Wir haben zu fehlerhaft agiert, den VfB zu Konteraktionen eingeladen. Wir haben uns eher lethargisch präsentiert. Mehr war nicht drin", moserte Trainer Michael Wiesinger.

Auch Kapitän Raphael Schäfer war äußerst selbstkritisch. "Wir haben uns viel vorgenommen - und fast nichts umgesetzt. Wir hatten oft nicht den Mut und haben uns tödliche Ballverluste geleistet", räumte der Keeper offen ein. Die Mannschaft habe sich in den vergangenen Wochen weiterentwickelt, "aber wenn man den nächsten Schritt machen will, muss man cleverer sein".

Michael Wiesinger spricht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Stuttgart Play-Icon

Michael Wiesinger und Bruno Labbadia vor der Presse | 05:18 min | 23.02.2013 | Sportschau | Das Erste

sid