Stuttgart müht sich zum Sieg gegen Augsburg

Gentner und Klavan (r.) messen sich im Zweikampf

VfB Stuttgart - FC Augsburg 2:1 (1:1)

Stuttgart müht sich zum Sieg gegen Augsburg

Überzeugend war es nicht, aber erfolgreich: Stuttgart siegt dank Torwart Ulreich gegen Schlusslicht Augsburg.

Der VfB Stuttgart hat dank seines Torwarts Sven Ulreich und des Ex-Augsburgers Ibrahima Traoré das schwäbische Duell gegen Schlusslicht FC Augsburg gewonnen und die Trainderdiskussion beim kleinen Nachbarn geschürt. Die Stuttgarter setzten sich am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga 2:1 (1:1) durch. Durch die Niederlage, an der Traoré mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblich beteiligt war, wird die Luft für FCA-Coach Markus Weinzierl immer dünner.

Vom Manager Jürgen Rollmann bekam Weinzierl unmittelbar nach der Partie aber eine Jobgarantie. "Ich gehe mit ihm auch ins Spiel gegen Freiburg", kündigte er an. Und Rollmann sagte auch das noch: "Wundertrainer sitzen nicht auf Bäumen, die man runterpflücken kann."

Traoré (11.) und Torjäger Vedad Ibisevic (69.) trafen für den VfB, der nach dem dritten Sieg im dritten Bundesliga-Spiel gegen Augsburg mit 19 Punkten im Mittelfeld der Tabelle rangiert. Ganz anders sieht es für die Augsburger, für die der Südkoreaner Ja-Cheol Koo traf (44.), aus. Der FCA, der bisher nur einen Sieg in der laufenden Saison feierte, wartet seit sieben Partien auf einen Erfolg und verliert mit lediglich sieben Zählern auf dem Konto das rettende Ufer immer mehr aus den Augen.

Augsburg zunächst unsicher

Den 38.940 Zuschauern in der Stuttgarter Arena wurde in den ersten Minuten äußerst magere Fußballkost serviert. Den Gastgebern, die am Sonntag (25.11.12) im baden-württembergischen Duell eine deftige 0:3-Pleite beim SC Freiburg kassiert hatten, fiel in der Offensive nicht viel ein. Das erste Saisontor Traorés nach guter Vorarbeit von Vedad Ibisevic war gleichzeitig die erste gefährliche Szene der Partie.

Die Stuttgarter, die ohne Nationalstürmer Cacau (Kreuzbandriss) und Tim Hoogland (Knieprobleme) auskommen mussten, bestimmten nach der Führung das Geschehen. Die Augsburger, die am Sonntag nach vier Pleiten in Folge immerhin ein Remis (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach geholt hatten, mussten in dieser Phase das zweite Gegentor befürchten. Die Gäste, bei denen Stammtorwart Simon Jentzsch, Dominik Reinhardt sowie Paul Verhaegh fehlten, wirkten in der Defensive unsicher und fanden in der Offensive kaum statt.

Torchancen bleiben Mangelware

"Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden und bis zur Führung das gemacht, was wir machen mussten", sagte VfB-Coach Bruno Labbadia nach der Partie. "Vor allem hatten wir die Spielkontrolle." FCA-Trainer Weinzierl kritisierte dagegen das Spiel seiner Mannschaft über weite Strecken der ersten Hälfte. "Wir haben die Anfangsphase verschlafen", sagte er.

Nach einer halben Stunde allerdings stellte Stuttgart nur die etwas bessere von zwei schwachen Mannschaften. Insgesamt sahen die Besucher bei Dauerregen einen echten Langweiler. Auf dem nassen Rasen brachten die Profis kaum sehenswerte Spielzüge zustande. Das Mittelfeld wurde meist mit langen Pässen überbrückt, die Stürmer auf beiden Seiten konnten mit diesen Zuspielen aber nichts anfangen. Torchancen waren Mangelware. "Nach der Führung haben wir das Fußballspielen komplett eingestellt", so Labbadia.

Daran änderte im Grunde auch das zweite Saiontor des südkoreanischen Nationalspielers Koo nichts. Der Treffer der Gäste, der aus dem Nichts fiel, war nicht die Folge einer Chance. Das Tor aus großer Distanz gehörte eher in die Rubrik Sonntagsschuss am Mittwochabend. VfB-Torwart Sven Ulreich war mit den Fingern noch am Ball, konnte den Gegetreffer aber nicht verhindern.

Ulreich überragend

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie endlich Fahrt auf - vor allem, weil auch Augsburg endlich mehr riskierte. "Mit dem Ausgleich haben wir gemerkt, dass wir es können", so Weinzierl. "In der zweiten Hälfte waren wir besser als der VfB." Die ersten Möglichkeiten nach der Pause hatten dennoch die Hausherren. Traoré vergab per Kopf die Möglichkeit zur erneuten Führung (48.). Nur sieben Minuten später strich ein abgefälschter Schuss des Nationalspielers aus Guinea nur knapp über das Augsburger Tor. Nach knapp 70 Minuten wurde der VfB belohnt. Nach einem Freistoß Traorés erzielte Ibisevic per Kopf sein siebtes Saisontor. "Stuttgart hat mit der ersten Chance das Tor gemacht. Das ist bitter für uns", lamentierte der Gäste-Trainer.

Umso größer war seine Enttäuschung, da in der Schlussphase Sven Ulreich mehrfach den Augsburger Ausgleich verhinderte. Koo, Mölders und Bancé scheiterten am glänzend aufgelegten Stuttgarter Torwart. "Am Ende war es ein bisschen schwer", meinte Torschütze Traoré, "aber Augsburg ist dann auch nochmal gut aufgekommen." Dessen Trainer brachte es auf den Punkt: "Man muss nichts schönreden, das Beste an dem Spiel ist das Ergebnis."

Vedad Ibisevic gibt nach dem Spiel ein Interview Play-Icon

Stimmen zum Spiel | 01:33 min | 28.11.2012 | Sportschau | Das Erste

sid/dpa | Stand: 28.11.2012, 21:52