Hamburg verpasst den Befreiungsschlag

Aron Hunt, Hamburger SV, hält sich enttäuscht die Hand vor die Augen

Hamburger SV - SC Freiburg 2:2 (1:1)

Hamburg verpasst den Befreiungsschlag

Zweimal geführt, aber am Ende nur einen Punkt ergattert: Der Hamburger SV hat gegen starke Freiburger einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Bundesliga verpasst. Aaron Hunt vergab kurz vor Schluss den Matchball.

Der Hamburger Mittelfeldmann hatte in der 88. Minute vom Elfmeterpunkt den Sieg auf dem Fuß, doch er scheiterte nach dem an ihm selbst verschuldeten Strafstoß: Viel zu schwach und unplatziert schoss er den Ball SC-Torwart Alexander Schwolow in die Arme. "Ich wollte schießen und habe geschossen", sagte Hunt, "ich habe mich sicher gefühlt, der war aber schlecht geschossen. Das geht auf meine Kappe."

Hamburg ohne zwei Leistungsträger

Der HSV ging mit reichlich Rückenwind in die Partie, musste vor dem Anpfiff aber zwei personelle Rückschläge verkraften. Nach Topvorbereiter Nicolai Müller musste nach dem Warmmachen auch Stürmer Bobby Wood passen. Hunt musste ins Sturmzentrum vorrücken, seine Position im Mittelfeld übernahm Dennis Diekmeier. Danach lief jedoch alles nach Plan für die Hamburger. Schon nach einer Viertelstunde spitzelte Hunt nach einer präzisen Hereingabe von Lewis Holtby den Ball mit dem Rücken zum Tor geschickt zur Führung über die Linie.

Danach zogen sich die Gastgeber aber zurück und überließen Freiburg das Mittelfeld. Die Gäste nahmen die Einladung an und kamen nach einer brillanten Kombination über Nils Petersen auf Maximilian Philipp zum verdienten Ausgleich (23.). Nach einer halbe Stunde ereilte den HSV der nächste Rückschlag: Der zuletzt starke Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos musste wegen einer erneut aufgebrochenen Schulterverletzung ausgewechselt werden. Freiburg machte weiter Druck, verpasste es aber bis zum Seitenwechsel, aus der klaren spielerischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Amir Abrashi und Philipp vergaben klare Chancen zur Führung, was sich kurz nach der Pause rächte.

HSV macht zwei Mal den gleichen Fehler

HSV-Trainer Markus Gisdol hatte zum zweiten Durchgang mutig ausgewechselt und Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier durch Stürmer Michael Gregoritsch ersetzt. Gregoritsch dankte es ihm in der 57. Minute: Einen Klasse-Querpass von Gotoku Sakai musste der österreichische U-21-Nationalspieler nur noch zum 2:1 über die Linie drücken. Doch wie schon nach der ersten Führung machten die Hamburger erneut den Fehler, nach der Führung zu passiv zu werden. Zudem stand die Defensive nicht sicher: In der 72. Minute steckte Petersen den Ball auf Vicenzo Grifo durch, der mit einem perfekten Abschluss ins rechte Eck das 2:2 erzielte.

Erst in den letzten zehn Minuten machten dann die Hamburger wieder Druck und hatten zwei Minuten vor dem Ende nach einem Foul von Torrejon an Hunt den "Matchball". "Aaron macht den normalerweise rein, wir machen ihm keinen Vorwurf", kommentierte HSV-Trainer Markus Gisdol die vergeben Siegchance. Auf ihn und sein Team wartet am kommenden Wochenende eine schwierige Aufgabe bei den Münchner Bayern.

Streich: "Eine brutale Elfmeter-Entscheidung"

SC-Coach Christian Streich haderte trotz des glücklichen Endes aus Freiburger Sicht mit dem Spielausgang: "Am Ende kannst du verlieren, auch wenn du eigentlich gewinnen müsstest", sagte Streich, der auch dei Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter  Christian Dingert anzweifelte: "Das war eine brutale Elfmeter-Entscheidung. Er berührt ihn, aber ich finde, dass es kein Elfmeter ist." Auch auf die Breisgauer kommt am nächsten Wochenende eine schwere Prüfung zu: Sie müssen gegen Borussia Dortmund antreten.

Fußball · Bundesliga · 21. Spieltag 2016/2017

Samstag, 18.02.2017 | 18.30 Uhr

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Adler – Sakai, K. Papadopoulos (31. Djourou), Mavraj, Ostrzolek – Walace (83. Ekdal), G. Jung – Diekmeier (46. Gregoritsch), L. Holtby, Kostic – Hunt

2
Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Schwolow – Kübler, Torrejon Moya, Söyüncü, Günter – Höfler, Abrashi (62. Frantz) – Philipp, Grifo (90. Bulut) – Haberer (85. Niederlechner), Petersen

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Hunt (15.)
  • 1:1 Philipp (23.)
  • 2:1 Gregoritsch (57.)
  • 2:2 Grifo (72.)

Strafen:

  • gelbe Karte Philipp (4 )
  • gelbe Karte Haberer (5 )
  • gelbe Karte Kostic (2 )
  • gelbe Karte Hunt (2 )
  • gelbe Karte Djourou (6 )

Zuschauer:

  • 49405

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Vorkommnisse:

  • Schwolow (Freiburg) hält Foulelfmeter (88.) von Hunt (Hamburg).

Stand: Samstag, 18.02.2017, 20:22 Uhr

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Tore 2 2
Schüsse aufs Tor 4 3
Ecken 7 5
Abseits 3 2
gewonnene Zweikämpfe 111 113
verlorene Zweikämpfe 113 111
gewonnene Zweikämpfe 49,55 % 50,45 %
Fouls 15 9
Ballkontakte 564 605
Ballbesitz 48,25 % 51,75 %
Laufdistanz 113,62 km 115,67 km
Sprints 206 190
Fehlpässe 126 117
Passquote 67,1 % 71,53 %
Flanken 7 4
Alter im Durchschnitt 26,7 Jahre 25,4 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 18.02.2017, 20:23

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