Di Santo lässt Werder Bremen jubeln

Werder Bremen - Hertha BSC 2:0

Di Santo lässt Werder Bremen jubeln

Werder Bremen ist gegen Hertha BSC perfekt in die Bundesliga-Rückrunde gestartet - obwohl der wiedergenesene Top-Stürmer Franco di Santo keine sechs Tore schoss.

Zwei Monate musste Franco di Santo wegen einer Knieverletzung pausieren. Im Abstiegsduell gegen Hertha BSC kehrte der Bremer Stürmer auf den Rasen zurück. Fürs Comeback hatte sich sein Trainer Viktor Skripnik sechs Tore von ihm gewünscht. Daraus wurde zwar nichts, dennoch avancierte der Argentinier zum Matchwinner. Mit seinen Saisontreffern sieben und acht (43. Minute/69.) bescherte er Werder den wichtigen 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen erschreckend schwache Berliner. Die Bremer feierten unter Coach Skripnik den vierten Erfolg im fünften Heimspiel und verschafften sich so Luft im Abstiegskampf. Die Sorgen der Hertha, die auf Rang 15 abrutschte und nur noch einen Punkt Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz hat, werden dagegen immer größer.

Werder Chef im Ring

Die Bremer demonstrierten mit ihren Neuzugängen Jannik Vestergaard und Levin Öztunali vom Anpfiff weg, dass sie Chef im Ring sein wollten. Ein Schuss von Davie Selke, der zehn Meter vor dem Tor plötzlich frei stand, war zu unplatziert (9. Minute). Philipp Bargfredes Versuch aus der Distanz verfehlte knapp das Ziel (20.), ehe Selke erneut an Hertha-Schlussmann Thomas Kraft scheiterte (22.). Innenverteidiger Vestergaard stabilisierte die "Schießbude" der Liga (39 Gegentore) und sorgte auch offensiv für Akzente. Werder musste sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, nicht immer zwingend genug zu agieren.

Hertha ideen- und harmlos

Die Berliner gaben hingegen ein klägliches Bild ab. Kaum ein Konter wurde konsequent zu Ende gespielt, zudem mangelte es an kreativen Ideen. Ronny, dem Herthas Coach Jos Luhukay die Rolle des Regisseurs zugedacht hatte, tauchte phasenweise völlig ab. So verwunderte es nicht, dass sich der Hauptstadtklub im ersten Durchgang gerade einmal eine echte Torchance durch einen Direktschuss von Valentin Stocker (16.) erarbeite. Besser machten es die Bremer kurz vor dem Halbzeitpfiff. Nach Zuspiel von Theodor Gebre Selassie spitzelte di Santo den Ball aus spitzem Winkel von der Strafraumgrenze aus ins linke Eck.

Niemeyer verletzt raus

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild. Die Bremer hielten sich plötzlich zurück, überließen den Berlinern das Spiel. Die Hertha konnte daraus allerdings kein Kapital schlagen, wusste mit ihren vielen Ballkontakten einfach nichts anzufangen. Und ebenfalls nichts war davon zu sehen, dass Coach Luhukay im Vorfeld des Spiels die Parole ausgegeben hatte, in Bremen gewinnen zu wollen. Gegen die aggressiven Bremer leisteten sich die Gäste weiterhin zu viele unnötige Ballverluste. Die Hertha-Fans reagierten sauer. "Wir wollen Euch kämpfen sehen", schallte es von den Rängen. Zu allem Unglück verloren die Berliner auch noch Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, der schon zur Pause wegen einer Kopfverletzung aufgeben musste.

"Mit so einer Leistung in die Rückrunde zu starten, das geht einfach nicht", schimpfte Berlins Torhüter Kraft, der mit seinen Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte. "Es ist augenscheinlich, dass wir zu viele einfache Fehler machen und nach vorne keine Durchschlagskraft haben", fügte er hinzu.

Di Santo bleibt Stadionrunde Bier erspart

Schließlich erlöste di Santo die Werder-Fans mit seinem zweiten Treffer. Per Seitfallzieher traf er am verdutzten Kraft vorbei zum 2:0 und machte damit den Sieg klar. "Solche Spieler braucht man", sagte Skripnik, "er macht das echt klasse." Mit Sonderapplaus von den Rängen wurde di Santo bei seiner Auswechslung in der 78. Minute verabschiedet. Und wahrscheinlich war er selbst ein wenig erleichtert darüber, nicht sechsmal getroffen zu haben. Für den Fall hatte er nämlich angegkündigt, eine Stadionrunde Bier zu schmeißen.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 18. Spieltag 2014/2015

Sonntag, 01.02.2015 | 15.30 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

R. Wolf – Gebre Selassie, Galvez, Vestergaard, Sternberg – Bargfrede – Bartels, Junuzovic (88. F. Kroos) – Öztunali (66. C. Fritz) – di Santo (78. Aycicek), Selke

2
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Kraft – S. Langkamp, Lustenberger, Brooks – Niemeyer (46. M. Ndjeng) – Pekarik, Hegeler, Ronny (70. S. Wagner), N. Schulz (46. J. van den Bergh) – Stocker, Schieber

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 di Santo (43.)
  • 2:0 di Santo (69.)

Strafen:

  • gelbe Karte Galvez (6 )
  • gelbe Karte Sternberg (1 )
  • gelbe Karte Junuzovic (5 )
  • gelbe Karte Selke (3 )
  • gelbe Karte Niemeyer (4 )
  • gelbe Karte Hegeler (3 )
  • gelbe Karte J. van den Bergh (2 )

Zuschauer:

  • 40187

Schiedsrichter:

  • Dr. Felix Brych (München)

red/dpa/sid | Stand: 01.02.2015, 18:11

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