Werder Bremen kann's auch ohne di Santo

Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:1

Werder Bremen kann's auch ohne di Santo

Werder Bremen ist die Mannschaft der Stunde, ließ auch ohne Top-Torjäger Franco di Santo gegen Bayer Leverkusen nichts anbrennen.

Werder Bremen verabschiedet sich mit Sieben-Meilen-Stiefeln aus der Abstiegszone der Bundesliga. Der etwas glückliche 2:1 (2:1)-Erfolg über Champions-League-Aspirant Bayer Leverkusen war der dritte Sieg in der Rückrunde und der insgesamt vierte in Serie. Im fast ausverkauften Weserstadion gelang Davie Selke in der 17. Minute nach Flanke von Fin Bartels das Führungstor für Werder. Zlatko Junuzovic verwandelte in der 29. Minute einen Freistoß herrlich direkt in den Winkel zum 2:0. Den Anschlusstreffer erzielte Hakan Calhanoglu aus kurzer Distanz per Kopfball (43.).

Werder bissiger

Dabei hatten die Bremer zunächst eine Hiobsbotschaft zu verdauen: Top-Torjäger Franco di Santo, der in den beiden Partien zuvor an allen vier Werder-Treffern der Rückrunde beteiligt war, musste wegen einer Oberschenkelzerrung passen. Doch auch der prominente Ausfall brachte das Team von Trainer Viktor Skripnik nicht aus dem Konzept. In der Anfangsphase begegneten sich beide Mannschaften noch mit großem Respekt, dann übernahm Werder das Kommando. Bissig in den Zweikämpfen und defensiv gut organisiert suchten die Bremer immer wieder ihre Chancen im schnellen Umschaltspiel. Bayer wirkte zwar spielerisch reifer, schlug daraus aber kaum Kapital.

Kießling trifft nur den Pfosten

Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern. Mit dem für den Torschützen Calhanoglu eingewechselten Heung Min Son als zusätzlicher Offensivkraft waren die Angriffsbemühungen der Leverkusener mit einem Mal deutlich zielgerichteter. Glück hatten die Gastgeber, als Stefan Kießling in der 52. Minute nur den linken Torpfosten traf. 20 Minuten später vergab Bellarabi freistehend. Bayer fuhr jetzt Angriff auf Angriff auf das Bremer Tor, ließ es aber häufig an der nötigen Konsequenz und Konzentration beim letzten Pass vermissen. Bezeichend für die Leverkusener Überlegenheit im zweiten Durchgang war, dass Werder erst in der 84. Minute durch Junuzovic wieder aufs Tor von Bernd Leno schoss. Den zuvor letzten Bremer Torschuss hatte es in der 29. Minute gegeben.

Schmidt auf die Tribüne verwiesen

Am Ende blieben aber alle Leverkusener Bemühungen vergeblich - nicht zuletzt deshalb, weil Werder-Coach Skripnik die Immer-noch-Schießbude der Liga mit 41 Gegentoren längst dichtgemacht hat. Auch diesmal sorgte Neuzugang und Abwehrchef Jannik Verstergaard für viel Stabilität. Weniger stabil, zumindest nervlich, präsentierte sich derweil Bayers Coach Schmidt. Wutschnaubend reagierte er in der 65. Minute darauf, dass es für ein Foul von Bargfrede an Kießling keine Gelbe Karte gab. Schiedrichter Peter Sippel verwies ihn auf die Tribüne. Begründung des vierten Offiziellen Tobias Stieler: Schmidt habe "unflätig vor sich hingeschimpft". Am Ende schimpften auch die Bayer-Fans über die unter dem Strich etwas unglückliche Niederlage.

Skripnik: "Wir schauen nach oben"

Bayers Trainer Schmidt haderte nach dem Abpfiff: "Wie so oft haben wir uns nicht belohnt für das, was wir uns hintenraus erarbeitet haben." Sein Kollege Skripnik freute sich dagegen über neue Perspektiven: "Diese Mischung aus Spiel und Kampf brauchen wir. Unsere Tabellensituation sieht jetzt sehr gut aus. Wir schauen nach unten, nicht nach oben."

Am kommenden Spieltag kommt nun ausgerechnet der erste Bayern-Verfolger VfL Wolfsburg nach Leverkusen. Da sollte Bayer unbedingt punkten, um in Sachen Champions League nicht deutlicher ins Hintertreffen zu geraten. Die wiedererstarkten Bremer wollen dann - nochmal daheim - gegen den FC Augsburg ihren Aufwärtstrend bestätigen und sich endgültig im gesicherten Mittelfeld etablieren.

Fußball · Bundesliga · 20. Spieltag 2014/2015

Sonntag, 08.02.2015 | 15.30 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

R. Wolf – Gebre Selassie, Galvez (50. Lukimya), Vestergaard, Sternberg – Bargfrede – C. Fritz, F. Kroos – Junuzovic (86. Santiago Garcia) – Bartels, Selke (63. Öztunali)

2
Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Leno – Hilbert, Toprak, Spahic, Wendell – G. Castro, L. Bender – Bellarabi, Calhanoglu (46. Son), J. Brandt (85. K. Papadopoulos) – Kießling (69. Drmic)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Selke (17.)
  • 2:0 Junuzovic (29.)
  • 2:1 Calhanoglu (43.)

Strafen:

  • gelbe Karte C. Fritz (3 )
  • gelbe Karte Toprak (5 )
  • gelbe Karte Wendell (5 )
  • gelbe Karte G. Castro (3 )

Zuschauer:

  • 39653

Schiedsrichter:

  • Peter Sippel (München)

Vorkommnisse:

  • Wegen unsportlichen Verhaltens musste Trainer Schmidt (Leverkusen) auf die Tribüne (65.).
Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Tore 2 1
Schüsse aufs Tor 4 2
Ecken 4 7
Abseits 2 5
gewonnene Zweikämpfe 132 147
verlorene Zweikämpfe 147 132
gewonnene Zweikämpfe 47,31 % 52,69 %
Fouls 14 15
Ballkontakte 464 688
Ballbesitz 40,28 % 59,72 %
Laufdistanz 116,16 km 114 km
Sprints 217 227
Fehlpässe 122 144
Passquote 51,2 % 69,16 %
Flanken 3 13
Alter im Durchschnitt 25,7 Jahre 25,1 Jahre

red/sid | Stand: 08.02.2015, 18:00

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 5 15
2. Bor. Dortmund 5 12
3. 1. FC Köln 5 11
4. Bor. M'gladbach 5 10
5. Eintr. Frankfurt 5 10
  ...    
16. FC Ingolstadt 04 5 1
16. Hamburger SV 5 1
18. FC Schalke 04 5 0
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