Gladbach vergrößert Bremer Sorgen

Die Gladbacher Lars Stindl (r) und Denis Zakaria (l) jubeln mit dem Torschützen Jannik Vestergaard

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 0:2

Gladbach vergrößert Bremer Sorgen

Von Robin Tillenburg

Borussia Mönchengladbach hat gegen ein bemühtes aber uninspiriertes Werder Bremen mit einer sehr reifen Leistung den vierten Saisonsieg gefeiert.

Lars Stindl (27. Minute) gelang der Führungstreffer für die Borussia, der Ex-Bremer Jannik Vestergaard erhöhte noch vor der Pause per Kopf zum Endstand (34.). "Es war ein sehr, sehr wichtiger Auswärtssieg, den wir auch verdient haben. Die Mannschaft hat ein richtig gutes Spiel gemacht, da kann man von einem perfekten Auswärtsspiel sprechen", erklärte Gladbachs glücklicher Sportdirektor Max Eberl im Anschluss.

Werder presst - und wird überlaufen

Bremens Trainer Alexander Nouri hatte eine "mutige" Spielweise angekündigt und tatsächlich agierte seine Mannschaft, der bis dato nur drei Saisontore gelungen war, vor allem gegen den Ball in der Anfangsphase sehr offensiv. Die Borussia hatte trotzdem etwas mehr vom Spiel, Strafraumszenen gab es aber zunächst nicht zu sehen.

Ein Kopfball von Thomas Delaney nach einem Eckball, den Borussia-Schlussmann Yann Sommer aber souverän fangen konnte, bedeutete nach 20 gespielten Minuten die erste kleinere Torgelegenheit der Partie. Wenig später fehlte auf der anderen Seite nicht viel - Mönchengladbachs Raffael traf mit einem strammen Schuss hoch auf die kurze Ecke nur das Außennetz (24.). Kurz danach fehlte dann nichts mehr. Die Bremer standen zu hoch und die Borussia nutzte das eiskalt aus. Einen schon völlig freien Abschluss von Thorgan Hazard parierte Werder-Keeper Jiri Pavlenka noch stark, doch Stindl erarbeitete sich den Abpraller, schickte Robert Bauer mit einer Drehung in die falsche Richtung und traf von links mit einem platzierten Abschluss in die lange Ecke.

Dieter Hecking - "Das war ein hochverdienter Sieg"

Sportschau | 15.10.2017 | 00:52 Min.

Delaney vergibt Großchance

Und Gladbach drückte weiter. Wieder hielt Pavlenka zunächst gut bei einem Kopfball, doch die anschließende Ecke kam am Elfmeterpunkt genau auf den Kopf von Vestergaard, der die Kugel ziemlich unbedrängt aber auch mit toller Kopfballtechnik genau neben dem Pfosten im rechten Eck unterbrachte - das 2:0 (34.). In nur sieben Minuten war der Werderaner Schlachtplan endgültig über den Haufen geworfen.

Bremen bemühte sich nun aber zumindest um etwas mehr Offensivaktionen. Die beste Gelegenheit hatte Delaney kurz vor der Pause, der nach einem Freistoß eigentlich gut reagierte, die Kugel dann aber aus dem Getümmel nur wenige Meter vor dem Tor auf die Tribünbe und demzufolge auch über das Tor jagte (45.). Die Szene hätte eigentlich den Anschlusstreffer bedeuten müssen, der aber letztendlich auch nicht wirklich verdient gewesen wäre. Das sah auch das Bremer Publikum so und verabschiedete die Teams mit einem Pfeifkonzert in die Pause. Nach der Partie angesprochen auf eine Trainerdiskussion meinte Nouri nur: "Ich bin nicht so wichtig. Es ist wichtig, dass der Verein erfolgreich ist. Aber die Bindung zur Mannschaft ist da." Kapitän Zlatko Junuzovic stellte sich jedenfalls klar hinter seinen Übungsleiter.

Bremen bemüht - aber Gladbach einfach besser

Trotz Systemumstellung und Wechseln wurde es für Werder aber auch im zweiten Durchgang zunächst nicht wirklich besser. Nach einem Ballverlust Delaneys gegen Raffael verhinderte nur Pavlenka beim strammen Abschluss von Hazard das dritte Gegentor (49.). Kurz danach scheiterte auch Oscar Wendt in Bedrängnis nach tollem Raffael-Pass frei vor dem Kasten (53.). Es hätte längst 0:3 stehen können. Werder arbeitete sich nun aber noch einmal etwas rein in diese Begegnung. Ein Abschluss von Florian Kainz wurde so gerade noch abgeblockt (56.), ein Schlenzer von Junuzovic strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei (61.).

Der agile Hazard hatte bei einem Konter (68.) daraufhin aber zum wiederholten Male die Vorentscheidung auf dem Fuß, dank Pavlenka blieben die Gastgeber aber weiter im Spiel. Die Gäste von Trainer Dieter Hecking hielten die bemühten aber nicht gerade vor Finesse sprühenden Bremer jedoch auch in der Schlussphase größtenteils weit genug vom eigenen Tor weg. Als die Bremer am Ende endgültig alles auf Angriff setzten, hatte Mönchengladbach trotzdem noch die beste Chance: Stindl köpfte an den Pfosten (84.). Der Sieg der Borussia war letztlich absolut verdient, auch wenn Johannes Eggestein Sommer in der Nachspielzeit mit einem Drehschuss noch einmal zum Eingreifen zwang.

Bremen, das auch nach Spielende noch mit Pfiffen von den Rängen leben musste, tritt am kommenden Sonntag beim ebenfalls sieglosen 1. FC Köln zum Kellerkrimi an. Borussia Mönchengladbach empfängt am Samstag im rheinischen Duell Bayer 04 Leverkusen und steht aktuell auf Rang fünf.

Fußball · Bundesliga · 8. Spieltag 2017/2018

Sonntag, 15.10.2017 | 18.00 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Veljkovic (46. Hajrovic), L. Sané, Moisander – Ro. Bauer, Bargfrede (46. F. Kainz), Augustinsson (80. J. Eggestein) – Junuzovic, Delaney – Bartels, Belfodil

0
Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt – C. Kramer, Zakaria – T. Hazard (89. Grifo), Johnson (74. Traoré) – Stindl, Raffael (83. Cuisance)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Stindl (27.)
  • 0:2 Vestergaard (34.)

Strafen:

  • gelbe Karte Hajrovic (2 )

Zuschauer:

  • 42100

Schiedsrichter:

  • Markus Schmidt (Stuttgart)

Stand: Sonntag, 15.10.2017, 19:55 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Tore 0 2
Schüsse aufs Tor 5 8
Ecken 5 5
Abseits 2 1
gewonnene Zweikämpfe 86 89
verlorene Zweikämpfe 89 86
gewonnene Zweikämpfe 49,14 % 50,86 %
Fouls 10 10
Ballkontakte 557 678
Ballbesitz 45,1 % 54,9 %
Laufdistanz 116,15 km 117,28 km
Sprints 209 192
Fehlpässe 71 56
Passquote 81,22 % 88,14 %
Flanken 12 2
Alter im Durchschnitt 26,3 Jahre 26,2 Jahre

Stand: 15.10.2017, 20:37

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