Didavi schießt Stuttgart aus den Abstiegsrängen

Stuttgarts Daniel Didavi jubelt.

VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 3:1 (2:1)

Didavi schießt Stuttgart aus den Abstiegsrängen

Der VfB Stuttgart hat sich und seinen Interimstrainer Jürgen Kramny kurz vor Weihnachten beschenkt und den letzten Tabellenplatz der Bundesliga verlassen. Die Schwaben bezwangen zum Abschluss der Hinrunde einen fahrlässig agierenden VfL Wolfsburg verdient mit 3:1 (2:1).

Erneut blieb der Vizemeister aus Wolfsburg vieles schuldig. Dabei brachte Maximilian Arnold (14.) den Champions-League-Achtelfinalisten mit einem frühen Tor zunächst in Führung. Aber Stuttgarts genesener Kreativkopf Daniel Didavi (22.) glich wenig später mit einem sehenswerten Distanzschuss in den Winkel aus, bevor Filip Kostic (31.) einen glänzenden Gegenstoß nach Zuspiel von Timo Werner zum 2:1 vollendete. Kurz nach der Pause erhöhte Didavi (47.) mit einem satten Linksschuss und krönte die bislang beste VfB-Saisonleistung. Daran änderte auch die Gelb-Rote Karte von Innenverteidiger Toni Sunjic nach einem Tritt auf den Knöchel von Bas Dost in der 70. Minute nichts.

Die Stuttgarter begannen sehr defensiv und überließen zunächst den Gästen Ball und Spiel. Wolfsburg fand zunächst keine Mittel gegen die gut gestaffelte VfB-Abwehr. Doch nach einem Eckball wurden die Stuttgarter wie so oft in dieser Saison ausgekontert. Den ersten Schuss von Max Kruse parierte Torhüter Przemyslaw Tyton noch , aber nach einem Pass von Daniel Caligiuri hatte Arnold freie Bahn.

Doch die Wölfe, die ohne den verletzten Vieirinha auskommen mussten, waren in der Folge defensiv nicht bei der Sache. Timm Klose, der für den zuletzt wackligen Dante in der Innenverteidigung beginnen durfte, machte es keineswegs besser als der Brasilianer. Vor dem 1:1 verlor der Schweizer unnötig den Ball und durch schlechtes Stellungsspiel eröffnete er dem VfB immer wieder Räume.

Stuttgart verpasst frühe Entscheidung

Vor dem Tor allerdings sündigten die Hausherren immer wieder. Lukas Rupp (34.) bei einem Pfostenschuss und Timo Werner (42.) bei einem Alleingang hätten noch vor der Pause erhöhen können. Mit dem Blitzstart in die zweite Hälfte, als Florian Klein auf Didavi durchsteckte, verschaffte sich Stuttgart zusätzlichen Selbstvertrauen. Dazu kam die nötige Portion Glück bei einem Pfostentreffer des eingewechselten VfL-Torjägers Dost (55.). Und Unvermögen der Wolfsburger: Der eingewechselte Sebastian Jung köpfte aus zwei Metern über das leere Tor (80.). Aber auch Werner ließ, wiederum allein vor VfL-Torwart Diego Benaglio, noch eine dicke Gelegenheit liegen.

Harsche Selbstkritik beim Verlierer kam von Max Kruse. "Wir müssen grundlegende Dinge ändern! Das hat nichts mit der Struktur zu tun, sondern eher mit der Einstellung", monierte der VfL-Stürmer. Auch Ratlosigkeit machte sich breit. "Ich weiß nicht, warum wir es auswärts nicht auf den Platz kriegen", meinte Kruse, "zu Hause haben wir Selbstvertrauen ohne Ende." Ob es gelingt, die Auswärtsschwäche über die Winterpause abzulegen, können die Wölfe gleich zu Beginn der Rückrunde unter Beweis stellen. Denn dann müssen sie gleich bei Eintracht Frankfurt antreten.

Viel Lob für VfB-Interimstrainer Kramny

Freude dagegen herrschte bei den Hausherren. Doppel-Torschütze Didavi strahlte und war "sehr glücklich. Die Ehrenrunde war nicht deshalb, weil wir so eine tolle Hinrunde gespielt haben. Wir wollten uns einfach bei den Fans bedanken", meinte der Mann des Abends und schickt ein Lob für Chefcoach Jürgen Kramny hinterher. "Der Trainer macht eine tolle Arbeit." Ob der Nachfolger vom beurlaubten Alexander Zorniger auch beim Rückrundenstart gegen den 1. FC Köln weiter auf der VfB-Bank sitzen wird, entscheidet sich am Sonntag, wie VfB-Sportvorstand Robin Dutt verbunden mit einem Lob für Kramny ankündigte: "Er hat alle Erwartungen absolut erfüllt, die man an einen Interimstrainer hat."

Fußball · Bundesliga · 17. Spieltag 2015/2016

Samstag, 19.12.2015 | 18.30 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Tyton – Schwaab, Sunjic, Niedermeier, Insua – Gentner, Rupp – Klein (85. Taschtschi), Didavi (72. Baumgartl), Kostic (90. Maxim) – Werner

3
Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Benaglio – Träsch, Naldo, Klose, Schäfer – Arnold, Guilavogui (66. S. Jung) – Caligiuri, Draxler (46. Dost), Schürrle (82. Rodriguez) – Kruse

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Arnold (14.)
  • 1:1 Didavi (22.)
  • 2:1 Kostic (31.)
  • 3:1 Didavi (47.)

Strafen:

  • gelbe Karte Schürrle (1 )
  • gelbrote Karte Sunjic (70./Wiederholtes Foulspiel)
  • gelbe Karte Niedermeier (1 )

Zuschauer:

  • 47343

Schiedsrichter:

  • Dr. Felix Brych (München)
Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Tore 3 1
Schüsse aufs Tor 6 7
Ecken 1 3
Abseits 4 3
gewonnene Zweikämpfe 57 86
verlorene Zweikämpfe 86 57
gewonnene Zweikämpfe 39,86 % 60,14 %
Fouls 7 10
Ballkontakte 388 841
Ballbesitz 31,57 % 68,43 %
Laufdistanz 117,16 km 115,52 km
Sprints 209 203
Fehlpässe 63 86
Passquote 68,97 % 87,54 %
Flanken 1 19
Alter im Durchschnitt 25,8 Jahre 26,8 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 19.12.2015, 20:22

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. RB Leipzig 13 33
2. Bay. München 13 30
3. Hertha BSC 13 27
4. Hoffenheim 13 25
5. Bor. Dortmund 13 24
  ...    
16. SV Darmstadt 98 13 8
17. Hamburger SV 13 7
18. FC Ingolstadt 13 6
Darstellung: