Bremen schafft den Befreiungsschlag

Clemens Fritz

FC Schalke 04 - Werder Bremen 1:3

Bremen schafft den Befreiungsschlag

Die Werder-Oldies Clemens Fritz und Claudio Pizzaro haben den FC Schalke 04 alt aussehen lassen und den Bremern am Sonntag (24.01.2016) im Abstiegskampf einen überraschenden 3:1-Auswärtssieg beschert.

Nachdem Joel Matip die lange Zeit überlegenen Schalker schon in der vierten Minute in Führung geköpft hatte, drehten der 34 Jahre alte Werder-Kapitän und der 37 Jahre alte Stürmer-Star aus Peru mit ihren Toren kurz vor und nach der Pause das Spiel. Schalke konnte damit die Patzer der Konkurrenz im Kampf um einen Champions-League-Platz nicht nutzen und ärgerte sich: "Das war eine unnötige Niederlage", befand Manager Horst Heldt.

Fritz mit gelungenem Jubiläum

Viereinhalb Jahre nach seinem bislang letzten Treffer traf Fritz (43.) in seinem 300. Bundesliga-Spiel zum zunächst glücklichen Ausgleich. Fritz gab zu: "Wir haben die ersten 20 Minuten geschlafen. Dann waren wir waren mutig und wurden für diesen Mut belohnt. Wir haben großes Potenzial in unserer Mannschaft."

Der Werder-Kapitän wird seine Karriere beenden, das hatte er im Trainingslager bekräftigt. "Schade, dass er aufhört im Sommer. Ich habe schon versucht, ihn umzustimmen", meinte sein Trainer Viktor Skripnik. "Das ein oder andere Ding ist nicht reingegangen. Dann läuft das Spiel gegen einen", stellte Schalkes Torschütze Matip fest. Und Klaas Jan Huntelaar, der vor der Pause gleich drei Großchancen für die Gelsenkirchner vergab, konnte es auch nicht glauben: "Das ist eigentlich unfassbar."

Pizarro trifft zur Führung

Der überragende Werder-Kapitän Fritz bereitete dann auch den Siegtreffer von Pizzaro (54.) mit einer Energieleistung vor. Der Stürmer hat nun 179 Tore in der Bundesliga erzielt und ist damit zusammen mit Stefan Kuntz der sechstbeste Torjäger im Oberhaus. In der 89. Minute machte Anthony Ujah mit seinem Treffer nach erneuter Vorarbeit von Fritz alles klar.

Die Bremer zeigten in Schalke erneut ihre Auswärtsstärke, haben nun 14 ihrer 18 Punkte in der Fremde geholt. Das Team von Trainer Viktor Skripnik liegt punktgleich mit Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Für die Schalker, die das Hinspiel in Bremen noch 3:0 gewonnen hatten, endete eine stolze Serie: Seit elf Bundesliga-Spielen waren sie gegen die Bremer ungeschlagen.

Kontakt zu Tasci

Gegen die lange Zeit harmlosen Bremer fiel der Ausfall des langzeitverletzten Abwehrchefs Benedikt Höwedes zunächst nicht ins Gewicht. Vor dem Anpfiff bestätigte Manager Horst Heldt Kontakte zu dem in Moskau spielenden Ex-Nationalspieler Serdar Tasci.

Schon nach dem ersten Eckball von Johannes Geis durften die 62.271 Zuschauer in der einmal mehr voll besetzten Arena jubeln. Matips per Kopf erzieltes drittes Saison-Tor brachte Sicherheit in den Vortrag der Breitenreiter-Schützlinge.

Huntelaar trifft nur die Latte, Werder nutzt Chancen

Die Schalker freilich machten zu wenig aus ihrer Überlegenheit. Huntelaar lupfte den Ball in der 28. Minute gegen die Latte. Wenig später ließ der Niederländer seinen Gegenspieler Papy Djilobodji, den Neuzugang vom FC Chelsea, stehen, traf aber nur das Außennetz. In der 34. Minute dann tauchte Huntelaar wieder frei vor Werder-Keeper Felix Wiedwald auf und vergab erneut.

Werder bestrafte Schalkes Nachlässigkeit bei der Chancenverwertung und kam durch einen Kraftakt seines Kapitäns zum Ausgleich. Fritz dribbelte vor dem Sechzehner wie ein Brasilianer und ließ mit seinem Distanzschuss Ralf Fährmann im Schalker Tor keine Chance. Seinen letzten Bundesliga-Treffer hatte der 34-Jährige im August 2011 erzielt.

Bargfrede erneut am Knie verletzt

Nach dem Wechsel wurde Werder stärker. Pizzaro traf aus kurzer Entfernung, nachdem Fritz perfekt vorgelegt hatte. Der Kapitän bereitete dann auch noch das Tor zum Endstand durch Ujah vor.

Den Sieg mussten die Bremer allerdings teuer bezahlen. Phlipp Bargfrede, der vor der Pause verletzt ausgewechselt wurde, wird mit einem Meniskussriss mindestens zwei Monate ausfallen. Dies ergab die Untersuchung am Montag. Bargfrede hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Knieverletzungen zu kämpfen. Schon 2009 und 2013 erlitt der defensive Mittelfeldspieler Meniskusrisse.

Die Schalker müssen nun am kommenden Samstag (30.01.16) in Darmstadt punkten, um nicht den Anschluss an die Champions-League-Konkurrenten zu verlieren. Bremen hingegen kann am gleichen Tag die Heimaufgabe gegen die Berliner Hertha ein bisschen entspannter angehen.

Fußball · Bundesliga · 18. Spieltag 2015/2016

Sonntag, 24.01.2016 | 17.30 Uhr

Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Fährmann – Caicara, Matip, Neustädter, Kolasinac – Goretzka, Geis (76. Di Santo) – Sané, Meyer (60. Belhanda), Choupo-Moting – Huntelaar

1
Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Wiedwald – Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia – Öztunali (90. Bartels), Fritz, Bargfrede (40. Junuzovic), Grillitsch – Ujah, Pizarro (85. Fröde) –

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Matip (4.)
  • 1:1 Fritz (43.)
  • 1:2 Pizarro (53.)
  • 1:3 Ujah (89.)

Strafen:

  • gelbe Karte Grillitsch (1 )
  • gelbe Karte Junuzovic (3 )
  • gelbe Karte Kolasinac (3 )
  • gelbe Karte Pizarro (2 )

Zuschauer:

  • 62271

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)
Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Tore 1 3
Schüsse aufs Tor 4 6
Ecken 13 1
Abseits 2 0
gewonnene Zweikämpfe 120 94
verlorene Zweikämpfe 94 120
gewonnene Zweikämpfe 56,07 % 43,93 %
Fouls 14 13
Ballkontakte 738 521
Ballbesitz 58,62 % 41,38 %
Laufdistanz 116,69 km 117,45 km
Sprints 231 182
Fehlpässe 92 86
Passquote 81,78 % 72,08 %
Flanken 9 3
Alter im Durchschnitt 25 Jahre 26,9 Jahre

sid/dpa | Stand: 24.01.2016, 20:34

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