Wolfsburg bleibt in der Fußball-Bundesliga

Vieirinha (M.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 für Wolfsburg

Eintracht Braunschweig - VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)

Wolfsburg bleibt in der Fußball-Bundesliga

Von Olaf Jansen

Der VfL Wolfsburg darf auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen: Gegen Eintracht Braunschweig gewannen die Wolfsburger auch das Rückspiel.

Nach dem 1:0 im Relegations-Hinspiel, als der VfL von einer Elfmeter-Fehlentscheidung des Schiedsrichters profitiert hatte, gewann der Tabellen-16. der Bundesliga am Montag (29.05.17) auch das zweite Match in Braunschweig mit 1:0 (0:0).

Nach schwacher erster Halbzeit, in der das Team von VfL-Trainer Andries Jonker bei einigen Braunschweiger Chancen großes Glück hatte, besorgte Vieirinha in der 49. Minute den Treffer zum 0:1. Die Braunschweiger, die bis dahin mit viel Energie und Siegeswillen zu Werke gegangen waren, wirkten schockiert. Der Schwung war dahin, in den restlichen 40 Minuten gelang ihnen kaum mehr etwas in der Offensive, und die Wolfsburger konnten die Partie souverän nach Hause schaukeln.

Erleichterte Wolfsburger

"Ich bin sehr zufrieden und natürlich auch unheimlich erleichtert", meinte nach dem Spiel VfL-Trainer Jonker. Und sein Keeper Koen Casteels sagte: "Wir haben eine schwache Saison gespielt. Aber jetzt haben wir wenigstens unter diesem enormen Druck standgehalten und werden auch ein bisschen feiern."

Die Braunschweiger waren natürlich traurig: "Es tut weh, keine Frage", meinte Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht. Und: "Wir haben viel investiert, haben in beiden Spielen eine gute Leistung gebracht, aber leider unsere Chancen nicht genutzt."

Braunschweiger Chancen in der ersten Hälfte

Vor 23.325 Zuschauern im ausverkauften Braunschweiger Stadion begann die Partie so, wie das erste Duell vier Tage zuvor geendet hatte: Hektisch, zerfahren und gekennzeichnet von verbissen geführten Zweikämpfen. Vor allem Wolfsburgs offensiv gefährlichster Mann, Daniel Didavi, musste in den ersten zehn Minuten drei schwere Attacken Braunschweiger Abwehrleute einstecken. Was Wirkung zeigte: Nach ein paar Dribblings zu Beginn war vom Wolfsburger Angreifer fortan kaum noch etwas zu sehen.

Überhaupt bekamen die Braunschweiger gegen zunehmend passive Wolfsburger die Partie nach rund einer Viertelstunde in den Griff. In der 13. Minute gab es die erste richtig große Gelegenheit zur Führung: Nach einem schnellen Konter über rechts passte Maximilian Sauer flach zu Eintracht-Mittelstürmer Christoffer Nyman, der mit seiner Direktabnahme aus elf Metern aber an Casteels scheiterte.

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Sportschau | 29.05.2017 | 01:52 Min.

Boland treibt an

Braunschweig, das von seinen Fans nun regelrecht nach vorn gepeitscht wurde, legte zu: Vor allem Mittelfeldmotor Mirko Boland trieb sein Team nach vorn, leitete mit seiner aggressiven Spielweise nach vorn so manchen Angriff der Blau-Gelben ein. In der 25. Minute sorgte ein Freistoß von Nik Omladic von halblinks zunächst für Gefahr, ehe im Anschluss Eintracht-Kapitän Ken Reichel mit einem Rechtsschuss aus 17 Metern knapp scheiterte.

Überhaupt Reichel: Der schussgewaltige Linksfuß hätte in der 41. Minute für die Braunschweiger Führung sorgen müssen: Von Patrick Schönfeldt glänzend auf links freigespielt, hatte er den Ball zwölf Meter vor dem Wolfsburger Tor passgenau auf dem linken Fuß, drosch die Kugel aber deutlich über die Querlatte. Das hätte es eigentlich für Braunschweig sein müssen. Trainer Lieberknecht fasste sich auf der Bank fassungslos an den Kopf.

Vieirinha mit der kalten Dusche

Nach dem Wechsel dauerte es nur vier Minuten, bis der Spielverlauf auf den Kopf gestellt wurde. Die Braunschweiger Abwehr war unachtsam, erlaubte dem bis dahin blassen Yunus Malli ein Dribbling im Strafraum. Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic konnte Mallis Schuss noch abwehren, doch gegen Vieirinhas zweiten Versuch aus 16 Metern war er machtlos. Wie ein Strich zischte die Kugel in den rechten Winkel. Ein wunderschönes Tor.

Und ein Halsbrecher für die Braunschweiger Eintracht, die nun drei Tore gebraucht hätten, um den Aufstieg noch zu realisieren. Der Treffer wirkte wie der Finger auf dem "Aus-Schalter". Von einem Moment auf den anderen war der Schwung dahin, die Moral gebrochen.

Es folgten 40 schon beinahe langweilige Minuten. Die Wolfsburger dominierten nun das Match, Braunschweig, das zehn Minuten vor Ende auch noch Sauer wegen wiederholten Foulspiels per Gelb-Roter Karte verlor, gelang nichts mehr. Der Underdog war geschlagen. Und der VfL darf auch in der nächsten Saison in der Beletage des deutschen Fußballs dabeisein.

red/sid/dpa | Stand: 29.05.2017, 22:30

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