Große Malli-Gala gegen Hoffenheim

1. FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim 3:1

Große Malli-Gala gegen Hoffenheim

Malli-Mania in Mainz: Angeführt vom überragenden "Dreierpacker" Yunus Malli hat der FSV Mainz 05 die Fehlstarter von 1899 Hoffenheim noch tiefer in die Krise geschossen.

Die Kraichgauer unterlagen zum Auftakt des 5. Spieltags trotz einer Führung 1:3 (1:1) bei ihrem Angstgegner und bleiben damit der einzige Fußball-Bundesligist ohne Pflichtspielsieg in der laufenden Saison. Mit nur einem Punkt nach fünf Partien steht die TSG so schlecht wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Spielzeit da. Malli (18., 61., 68.) traf zum ersten Mal in der Eliteklasse dreimal für die Mainzer, die sich mit neun Zählern auf dem Konto für eine Nacht über den dritten Tabellenplatz freuen dürfen.

"Ich habe meinem Team gesagt: Wer heute die zweiten Bälle gewinnt, der wird das Spiel gewinnen", analysierte Mainz-Coach Martin Schmitt. "Das haben wir geschafft. Dazu haben wir mit Malli und auch Muto zwei Torjäger, die dem Gegner die Kiste vollhauen. Wir haben ja alle Shinji Okazaki etwas nachgeweint, aber die 'M&Ms machen das super."

Spielball bekommt Ehrenplatz

Malli freute sich: "Das hat natürlich großen Spaß gemacht, zu gewinnen und dreimal zu treffen. Wie uns danach die Fans feiern, das ist ein unbegreifliches Gefühl. Es gibt nichts Schöneres. Jetzt muss ich überlegen, wo ich den Spielball zu Hause platziere." Sein Offensivpartner Yoshinori Muto versuchte, die Euphorie ein wenig zu dämpfen: "Es läuft toll, aber es geht noch besser bei uns. Wir denken auch weiter nur von Spiel zu Spiel."

Die Hoffenheimer, die bisher erst einmal in der Eliteklasse beim FSV gewinnen konnten und insgesamt nur zwei Siege in 13 Spielen gegen die Rheinhessen gelandet haben, bleiben dagegen im Keller.

"Fressen unnötige Gegentore"

Pirmin Schwegler analysierte die Niederlage sehr frustriert: "Wir fressen immer wieder unnötige Gegentore. Es ist natürlich schwer, dann wieder in die Partie hereinzukommen, da fehlt dann natürlich auch irgendwann der Glaube. Jetzt wird es eine Herausforderung, das auch wieder gemeinsam rauszukommen." Das sieht auch Kevin Volland so: "Es gibt solche Phasen, in denen einfach nichts läuft. Ich selbst hatte die Chance zur 2:1-Führung, aber im Moment gelingt nichts."

Markus Gisdol gab zu: "Wir haben ganz gut begonnen, aber im Moment fehlt dann das Selbstvertrauen, nach Rückständen wieder zurückzukommen. Da hilft nur harte Arbeit, wir müssen jetzt schnell nach vorne schauen, es geht Schlag auf Schlag."

Gisdols Wechsel verpufften

Daran änderte auch der Treffer von Jonathan Schmid (13.) nichts. Die 28.973 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen eine personell veränderte Gäste-Mannschaft. Trainer Markus Gisdol hatte im Vergleich zum 1:3 gegen Werder Bremen auf drei Positionen Wechsel vorgenommen. Unter anderem saß Bundesliga-Rückkehrer Kevin Kuranyi nach seinen schwachen Vorstellungen zunächst auf der Ersatzbank. Der chilenische Neuzugang Eduardo Vargas und Nationalspieler Sebastian Rudy durften dagegen von Beginn an ran.

Trotz der Änderungen wurden die Hoffenheimer, die nach dem großen Aderlass durch die Abgänge von Spielmacher Roberto Firmino, Kapitän Andreas Beck, Anthony Modeste, Sven Schipplock, Sejad Salihovic und David Abraham in den ersten Partien der Spielzeit enttäuschten, in der Anfangsphase in die Defensive gedrängt. Die Negativserie hatte deutliche Spuren hinterlassen, die Profis wirkten verunsichert.

Schwaches Defensivverhalten

Um so überraschender war die Führung für den Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp. Nach Vorarbeit des Ex-Mainzers Eugen Polanski schloss der Franzose Schmid einen Konter gekonnt ab. Die Gastgeber waren allerdings nicht geschockt. Fünf Minuten nach dem Rückstand sorgte Malli mit seinem dritten Saisontor für den Ausgleich - dabei profitierte der 23-Jährige vom schwachen Defensivverhalten der TSG.

Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Die beste Chance in dieser Phase vergab Hoffenheims Angreifer Kevin Volland, der an FSV-Torwart Loris Karius scheiterte (23.). Die Mainzer zeigten gute Ansätze, spielten ihre Angriffe im ersten Durchgang aber nicht konsequent zu Ende. Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber der Führung nahe, der Japaner Yoshinori Muto traf nach einer Ecke per Kopf aber nur die Latte (53.). Danach gehörte Malli die Bühne. Der Deutsch-Türke zirkelte zunächst den Ball aus der Distanz in den Winkel, dann staubte er ab. Drei Minuten vor Schluss wurde der Matchwinner unter großem Applaus der Zuschauer ausgewechselt.

Jetzt gegen Bayer und Bayern

Die Mainzer können dank ihrer neun Punkte auf dem Konto nun einigermaßen entspannt in die beiden Top-Spiele am Mittwoch (23.09.15) in Leverkusen und gegen die Bayern gehen. Hoffenheim hingegen steht nun richtig unter Druck, hat es aber auch nicht leicht: Am Mittwoch ist Borussia Dortmund zu Gast.

Fußball · Bundesliga · 5. Spieltag 2015/2016

Freitag, 18.09.2015 | 20.30 Uhr

Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Karius – Brosinski, Bungert, Bell, P. Bengtsson – C. Moritz, Ju. Baumgartlinger – Clemens, Malli (88. Serdar), de Blasis (90.+2 D. Parker) – Muto (76. Niederlechner)

3
Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Kaderábek, Schär (46. Bicakcic), Süle, J.-S. Kim (75. Uth) – S. Rudy, P. Schwegler (76. Kuranyi), Polanski – Volland, E. Vargas, Jo. Schmid

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Jo. Schmid (13.)
  • 1:1 Malli (18.)
  • 2:1 Malli (61.)
  • 3:1 Malli (68.)

Strafen:

  • gelbe Karte Niederlechner (1 )
  • gelbe Karte Schär (1 )
  • gelbe Karte Bicakcic (1 )

Zuschauer:

  • 28973

Schiedsrichter:

  • Daniel Siebert (Berlin)
Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Tore 3 1
Schüsse aufs Tor 4 4
Ecken 6 8
Abseits 3 1
gewonnene Zweikämpfe 102 101
verlorene Zweikämpfe 101 102
gewonnene Zweikämpfe 50,25 % 49,75 %
Fouls 13 13
Ballkontakte 656 544
Ballbesitz 54,67 % 45,33 %
Laufdistanz 119,94 km 116,48 km
Sprints 255 228
Fehlpässe 140 106
Passquote 69,37 % 66,13 %
Flanken 11 6
Alter im Durchschnitt 24,6 Jahre 25,5 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 18.09.2015, 22:42

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 5 15
2. Bor. Dortmund 5 12
3. 1. FC Köln 5 11
4. Bor. M'gladbach 5 10
5. Eintr. Frankfurt 5 10
  ...    
16. FC Ingolstadt 04 5 1
16. Hamburger SV 5 1
18. FC Schalke 04 5 0
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