Zorc gibt Bosz Rückendeckung

Dortmunds Trainer Peter Bosz

Bayer 04 Leverkusen - Borussia Dortmund 1:1

Zorc gibt Bosz Rückendeckung

Der Druck für Trainer Peter Bosz beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund wird immer größer - aber er darf seinen Job vorerst weiter ausüben.

Der Niederländer verpasste mit dem DFB-Pokalsieger beim 1:1 (0:1) im Verfolgerduell bei Bayer Leverkusen trotz Überzahl den Sieg und ist seit sieben Spielen im Fußball-Oberhaus ohne Erfolg.

Auch eine 50-minütige Überzahl nach der Roten Karte für den Bayer-Brasilianer Wendell nach Videobeweis aufgrund eines groben Foulspiels gegen Gonzalo Castro (41.) konnte der BVB nicht zum Sieg nutzen.

Zorc gibt Rückendeckung

Nach der Partie erhielt Bosz aber Rückendeckung von seinem Sportdirektor. Michael Zorc: "Dass über andere Trainernamen diskutiert wird, gehört zum Fußballgeschäft, damit müssen wir leben. Unsere vordringliche Aufgabe ist aber, die nächsten Aufgaben in Madrid und gegen Bremen zu lösen. Unser Wunsch ist, den Turnaround mit Peter Bosz zu schaffen."

Auch Abwehrspieler Neven Subotic, der überraschend in die Startelf rückte, nahm seinen Trainer in Schutz: "Die Mannschaft steht auf dem Platz, es geht nicht um Trainer, Co-Trainer oder sonstige Einzelpersonen. Unser Anspruch war hier mehr als der eine Punkt, aber in so einer Situation muss man den dann eben auch mitnehmen."

Herrlich ist sehr enttäuscht

Bayer-Trainer Heiko Herrlich gab nach der Partie offen zu: "Die Enttäuschung ist groß. Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert und hätten das 2:0 machen müssen. Die Rote Karte geht absolut in Ordnung. Dass wir diesmal so wenig Ballbesitz hatten, war der Unterzahl geschuldet."

Bosz analysierte: "Ich war nicht zufrieden mit der Anfangsphase, wir haben nicht richtig Fußball gespielt. Leider haben wir in der ersten Halbzeit zwei seriöse Verletzungen verkraften müssen. Es sieht nicht gut aus bei den Spielern. Mit etwas Glück hätten wir sogar gewinnen können."

Führung durch Volland

Kevin Volland (30.) hatte nach einer starken Anfangsphase der Gastgeber das verdiente 1:0 für die Rheinländer erzielt, die auch im neunten Ligaspiel in Folge ohne Niederlage blieben. Der Nationalspieler nahm einen Pass von Kai Havertz auf, umkurvte Dortmunds Keeper Roman Bürki und schob ins leere Tor ein. Es war bereits das neunte Saisontor des Ex-Hoffenheimers. Andrej Jarmolenko (73.) traf zum Ausgleich, nachdem zuvor Volland (72.) das 2:0 auf dem Fuß hatte, aber am starken Bürki scheiterte.

Volland - "Mussten viel investieren"

Sportschau | 02.12.2017 | 02:03 Min.

Die Gäste verloren im ersten Durchgang gleich zwei Spieler: Bereits in der achten Minute musste Maximilian Philipp mit einer Knieverletzung mit der Trage vom Platz gebracht werden. Auch Castro konnte nach dem Wendell-Foul nicht mehr weitermachen und ging in der 44. Minute vom Feld. Beiden droht eine lange Pause, Philipp musste noch während der Partie ins Krankenhaus gebracht werden, Castro hat laut Zorc vermutlich einen Bänderriss.

Rot nach Videobeweis

Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) hatte Wendell zunächst nur die Gelbe Karte gezeigt, nach Hinweis des Videoassistenten Wolfgang Stark in Köln schaute er sich die Szene am Spielfeldrand nochmals an und stellte den Südamerikaner vollkommen zu Recht vom Platz.

Die Dortmunder waren ohne den gelb-rot-gesperrten Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang in der Leverkusener Arena angetreten. Bosz nahm vier Änderungen gegenüber dem 4:4 im Derby vor Wochenfrist gegen Schalke 04 nach einer 4:0-Führung vor. Die Werkskicker besaßen von Beginn an ein optisches Übergewicht und dominierten das Spiel. Havertz (21.) hatte mit einem Lattenkopfball Pech. Bürki konnte sich außerdem gegen Sven Benders Kopfball (12.) sowie die Schüsse von Julian Brandt (14.) und Charles Aranguiz (38.) auszeichnen.

Retsos im Glück

Die Gäste kamen nur schwer in Fahrt, es fehlte das Überraschungsmoment. Weltmeister André Schürrle übernahm für Philipp an seiner ehemaligen Wirkungsstätte die Mittelstürmerposition bei den Dortmundern. In numerischer Überlegenheit kamen die Dortmunder zu mehr Offensivspiel und auch Chancen. Schürrle (56.) traf den Außenpfosten. In der 53. Minuten gab der Schiedsrichter nach einem Zweikampf von Panagiotis Retsos mit Jarmolenko im Strafraum nach Rücksprache mit dem Videoassistenten Stark keinen Elfmeter.

Die Dortmunder könnten nun am kommenden Samstag (09.12.17) im Heimspiel gegen Bremen erstmals in dieser Saison aus den Europa-Rängen rutschen. Leverkusen tritt tags zuvor beim heimstarken VfB Stuttgart an.

Fußball · Bundesliga · 14. Spieltag 2017/2018

Samstag, 02.12.2017 | 15.30 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Leno – Tah, S. Bender, Wendell – Henrichs (46. Retsos), L. Bender, Ch. Aranguiz (62. Baumgartlinger), Bailey – Havertz, K. Volland (78. Bellarabi), Brandt

1
Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Sokratis, Subotic, Schmelzer – Castro (44. Kagawa), Weigl (65. Dahoud), N. Sahin, Guerreiro – Jarmolenko, Philipp (8. Schürrle), Pulisic

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 K. Volland (30.)
  • 1:1 Jarmolenko (74.)

Strafen:

  • gelbe Karte N. Sahin (2 )
  • rote Karte Wendell (41./grobes Foulspiel)
  • gelbe Karte Schmelzer (2 )
  • gelbe Karte Havertz (2 )
  • gelbe Karte Subotic (1 )

Zuschauer:

  • 30.210

Schiedsrichter:

  • Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Vorkommnisse:

  • Wendell (Bayer Leverkusen) erhält die Rote Karte nach Videobeweis (41.).

Stand: Samstag, 02.12.2017, 17:26 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Tore 1 1
Schüsse aufs Tor 9 4
Ecken 7 4
Abseits 6 2
gewonnene Zweikämpfe 96 73
verlorene Zweikämpfe 73 96
gewonnene Zweikämpfe 56,8 % 43,2 %
Fouls 8 19
Ballkontakte 441 909
Ballbesitz 32,67 % 67,33 %
Laufdistanz 116,35 km 117,05 km
Sprints 212 189
Fehlpässe 42 48
Passquote 81,17 % 93,06 %
Flanken 7 7
Alter im Durchschnitt 24,4 Jahre 26,4 Jahre

Thema in: Sportschau, Das Erste, Samstag, 02.12.17, 18 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 02.12.2017, 19:28

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