Hoffenheim siegt nach Tor-Spektakel

Hoffenheims Benjamin Hübner (r.) und Gladbachs Andre Hahn kämpfen um den Ball.

1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 5:3 (2:2)

Hoffenheim siegt nach Tor-Spektakel

Von Christian Hornung

Was für ein Fußballspiel: Hoffenheim ist nach einem Tor-Spektakel gegen Gladbach weiter auf direktem Weg in die Champions League. Die Fans sahen acht Treffer.

Von Beginn an war dieses 5:3 (2:2) ein Spektakel für die 30.150 Zuschauer. Keine zehn Minuten dauerte es, bis Sandro Wagner nach einem Freistoß von Kerim Demirbay an Yann Sommer scheiterte - der Gladbach-Torhüter war dann aber beim Abpraller von Adam Szalai machtlos. Der Ungar war etwas überraschend in die Startelf der Gastgeber gerückt, rechtfertigte seine Aufstellung aber eindrucksvoll.

Doppelschlag von Szalai

In der 24. Minute setzte sich Sebastian Rudy auf der rechten Seite durch, passte scharf und präzise in die Mitte - wo erneut Szalai den entscheidenden Schritt schneller war als VfL-Verteidiger Yannik Vestergaard und den Ball aus fünf Metern über die Linie drückte.

Szalai rückte nach der Partie aber nicht seine eigene Person in den Vordergrund: "Wir haben als Team heute ein tolles Gesicht gezeigt. Klar gab es auch viele Fehler in dieser Partie, von den Spielern und auch vom Schiedsrichter. Das war alles nicht leicht wegzustecken - aber wir haben es super gelöst."

Hecking gratuliert trotz Niederlage

Die beiden Trainer waren ebenfalls begeistert von dieser Partie, auch der Verlierer Dieter Hecking: "Ich habe meiner Mannschaft in der Kabine spontan zu einer Top-Leistung und einer Top-Moral gratuliert", sagte der Gladbach-Coach. "So wollen das die Fans sehen: Zwei Teams, die immer nach vorne spielen, nie mit irgendetwas zufrieden sind und Vollgas bis zum Schluss geben."

Julian Nagelsmann sah es genauso: "Es war ein unfassbar attraktives Spiel. Das Gegentor zum 2:2 war natürlich unglücklich, aber in anderen Szenen hatten wir auch das Glück auf unserer Seite. Gladbach hätte für mich den Sieg genauso verdient gehabt."

Kramaric trifft die Latte

Die Gäste schienen nach dem 0:2 zunächst geschockt, Hoffenheim machte weiter enorm Druck und war sogar dem dritten Tor nahe. Andrej Kramaric, der aus 22 Metern die Latte traf, und Jeremy Toljan hatten weitere Chancen, vergaben aber die mögliche Vorentscheidung.

So kam die Borussia zurück in die Partie: Nach einer halben Stunde verlängerten Andreas Christensen und Tobias Strobl einen Freistoß auf den langen Pfosten, wo Vestergaard per Abstauber seinen Patzer beim Gegentor wiedergutmachen konnte. Plötzlich wackelte Hoffenheim - und hatte auch noch Pech.

Dingert übersieht Handspiel

In der 35. Minute übersah Schiedsrichter Christian Dingert, mit dem die TSG zuletzt schon mal großen Ärger in Frankfurt hatte, ein klares Handspiel von Jonas Hofmann. Der Gladbacher blockte mit dem ausgestreckten Arm einen versuchten Befreiungsschlag von TSG-Torwart Oliver Baumann, der Ball prallte zu Mo Dahoud, der Lars Stindl vor dem leeren Tor zum 2:2 bediente.

Hofmann sah allerdings kein Fehlurteil von Dingert: "Es war keine Absicht von mir. Hätte er das abgepfiffen, hätte er auch das Handspiel vor dem 2:0 ahnden müssen, als Wagner den Ball mitgenommen hat."

Hahn im Pech

Auch nach dem Seitenwechsel ging es höchst munter weiter. Zunächst hatten die Gäste die dicke Chance zur Führung, doch André Hahn scheiterte nach einer Flanke von Oscar Wendt am rechten Pfosten.

Die Hoffenheimer zielten kurz danach präziser: Demirbays Freistoß von halbrechts flog scharf aufs lange Eck, Sommer hatte offenbar die Sorge, dass im Zentrum Wagner oder Szalai an den Ball kommen könnten und wich auf seine Torlinie zurück. Das war keine gute Idee: Die Kugel schlug ohne jede Berührung im langen Eck ein - 3:2.

Uth mit Tor des Monats

Und es ging weiter hin und her: Der gerade erst eingewechselte Marc Uth traf mit einem brillanten Distanzschuss in den Winkel zum 4:2, Mo Dahoud konnte zehn Minuten vor dem Ende noch einmal verkürzen, doch es reichte nicht mehr. Im Gegenteil: Kurz vor dem Ende der Partie drückte Demirbay einen Lupfer von Kramaric zum 5:3 über die Linie - der Schlusspunkt in einem herrlichen Fußball-Spektakel.

Die Gladbacher stehen nun am kommenden Samstag (22.04.17) gegen Dortmund unter Druck, wenn es mit dem Endspurt nach Europa noch etwas werden soll. Hoffenheim kann tags zuvor in Köln den Schritt Richtung Königsklasse machen.

Fußball · Bundesliga · 29. Spieltag 2016/2017

Samstag, 15.04.2017 | 15.30 Uhr

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Süle, Vogt, B. Hübner (84. Bicakcic) – Toljan, Rudy, Zuber – Kramaric, Demirbay – S. Wagner (63. Uth), Szalai (74. Amiri)

5
Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Elvedi, Christensen, Vestergaard, Wendt – Jon. Hofmann, Dahoud, Strobl (85. Bénes), Traore (74. P. Herrmann) – Stindl, Hahn (74. Drmic)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Szalai (9.)
  • 2:0 Szalai (24.)
  • 2:1 Vestergaard (31.)
  • 2:2 Stindl (35.)
  • 3:2 Demirbay (58.)
  • 4:2 Uth (75.)
  • 4:3 Dahoud (78.)
  • 5:3 Demirbay (89.)

Strafen:

  • gelbe Karte Stindl (7 )
  • gelbe Karte B. Hübner (10 )
  • gelbe Karte Elvedi (2 )
  • gelbe Karte Christensen (1 )
  • gelbe Karte Dahoud (2 )
  • gelbe Karte Vogt (6 )

Zuschauer:

  • 30150

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Stand: Samstag, 15.04.2017, 17:30 Uhr

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Tore 5 3
Schüsse aufs Tor 9 4
Ecken 5 1
Abseits 3 6
gewonnene Zweikämpfe 94 66
verlorene Zweikämpfe 66 94
gewonnene Zweikämpfe 58,75 % 41,25 %
Fouls 6 20
Ballkontakte 637 652
Ballbesitz 49,42 % 50,58 %
Laufdistanz 120,59 km 116,55 km
Sprints 247 236
Fehlpässe 73 71
Passquote 83,78 % 85,33 %
Flanken 8 4
Alter im Durchschnitt 25,6 Jahre 25,3 Jahre

Stand: 15.04.2017, 19:38

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bayern München3070
2.RB Leipzig3062
3.Bor. Dortmund3056
4.1899 Hoffenheim3055
5.Hertha BSC3046
 ...  
16.FC Augsburg3032
17.FC Ingolstadt 043028
18.SV Darmstadt 983021
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