Hertha stürmt Richtung Champions League

Niklas Stark freut sich über seinen Treffer zum 2:0

Hertha BSC Berlin - FC Schalke 04 2:0

Hertha stürmt Richtung Champions League

Bei Hertha BSC ist nach dem ersten Sieg gegen Schalke 04 seit fast zehn Jahren die Lust auf den ganz großen Coup richtig geweckt.

Torjäger Vedad Ibisevic (42. Minute) und Niklas Stark (65.) sorgten zum Start des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga vor 51.424 Zuschauern für den 2:0 (1:0)-Erfolg des Hauptstadtclubs über Königsblau. Hertha verteidigte mit dem 13. Saisonsieg Platz drei, vergrößerte den Abstand auf den direkten Konkurrenten auf vier Punkte und rückt mit 45 Zählern der europäischen Bühne immer näher. Sogar das Comeback in der Champions League nach 17 Jahren scheint für das Überraschungsteam der Saison realistisch.

"Den Stress haben die Gegner"

"Kompliment an die Jungs. Das haben sie perfekt gemacht, bis auf die Tatsache, dass wir auch noch das dritte, vierte und fünfte Tor hätten machen müssen", lobte Hertha-Trainer Pal Dardai seine Mannschaft. Die Frage nach großen Zielen wiegelte er lächelnd ab: "Erstmal schlafen wir drüber. Wir haben ein schönes Wochenende vor uns - den Stress haben die Gegner, wir nicht." Ähnlich bewertete Ibisevic die Lage: "Wir brauchen nichts von neuen Zielen zu erzählen. Wir sind eine Mannschaft, die in jedem Spiel über sich hinaus wachsen muss - dann haben so einen Erfolg wie heute."

Stress hat auch Schalke - denn es droht der Absturz aus der Königsklassen-Zone. "Es war eine bittere Niederlage, aber wir wollen international spielen. Wir haben alles selbst in der Hand", sagte Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann.Und fügte hinzu: "Das Spiel war ausgeglichen. Berlin hat die Chancen genutzt, wir nicht, deswegen haben wir verloren."

Fans in Europa-Cup-Stimmung

Der erste Sieg im 15. Anlauf gegen Schalke seit September 2006 sorgte bei den Fans schon für Europacup-Stimmung. Den Schalkern droht nach zuletzt vier Spielen ohne Bundesliga-Niederlage hingegen an diesem Wochenende der Absturz aus der Königsklassen-Zone. Die heimstarke Hertha versuchte, mit viel Ballkontrolle und Kurzpassspiel auf dem nagelneuen Rasenteppich die Kontrolle zu übernehmen.

Spielmacher Vladimir Darida hatte nach Vorarbeit von Salomon Kalou die erste Chance (9.), der Tscheche schoss aber zu lasch. Die zum dritten Mal mit der selben Startelf angetretenen Schalker - für Leroy Sané bliebt vorerst nur ein Platz auf der Bank - kombinierten in der ersten Halbzeit munter mit. Nach Steilpass von Max Meyer war Hertha-Torwart Rune Jarstein vor Klaas-Jan Huntelaar zur Stelle (33.). Eine Hereingabe des Brasilianers Junior Caicara köpfte Huntelaar (21.) gefährlich - Jarstein parierte großartig.

Gelungene Umstellungen

Die Umstellungen von Dardai wirkten sich potitiv aus. Für den formschwachen Kapitän Fabian Lustenberger brachte er Tolga Cigerci im defensiven Mittelfeld. Und der 23-Jährige wurde selbst torgefährlich: Nur mit Mühe konnte Fährmann den Fernschuss des Deutsch-Türken abwehren (37.). Der diesmal wieder als Rechtsverteidiger agierende Mitchell Weiser wurde ebenso in letzter Sekunde gestoppt wie Berlin Toptorjäger Kalou (34.).

Ibisevic belohnte die aktiveren Gastgeber kurz vor der Pause. Nach schönem Zuspiel von Kalou und Weiterleitung von Genki Haraguchi schoss der Bosnier zu seinem achten Saisontreffer ein. Schalke spielte nach der Pause wie von Trainer André Breitenreiter gefordert aktiver. Gute Freistoßchancen blieben aber ungenutzt.

Cigerci trifft noch die Latte

Die bis dahin beste Ausgleichschance vergb Dennis Aogo. Der Verteidiger entwischte Haraguchi, schoss aber am langen Eck vorbei (55.). Auf der Gegenseite wurde Kalou (58.) nach einem Konter spät gebremst. Joel Matip stoppte eine Hertha-Angriff gerade noch, doch die folgende Ecke von Darida nutzte Stark zu seinem großen Auftritt. Der Ex-Nürnberger schraubte sich in die Höhe und köpfte zu seinem ersten Bundesliga-Tor für Hertha ein. Cigerci und Ibisevic, die völlig freisehend das Tor nicht trafen (72., 76.), hätten Schalke sogar demütigen können. Ein Cigerci-Schuss (79.) krachte noch an die Latte.

Schalke steht nun am kommenden Freitag (18.03.2016) im Duell gegen den direkten Konkurrenten Gladbach etwas mehr unter Druck. Hertha hingegen kann befreit aufspielen - und in einem weiteren Heimspiel gegen den FC Ingolstadt den ganz großen Hauptstadt-Coup noch realistischer werden lassen.

Fußball · Bundesliga · 26. Spieltag 2015/2016

Freitag, 11.03.2016 | 20.30 Uhr

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Weiser, N. Stark, Brooks, Plattenhardt – Cigerci, Skjelbred – Haraguchi, Darida (90. Baumjohann), Kalou (90. Stocker) – Ibisevic (88. Hegeler)

2
Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Fährmann – Caicara, Matip, Neustädter, Aogo – Höjbjerg, Geis (68. Di Santo) – Schöpf (68. Sané), Meyer (76. Sam), Belhanda – Huntelaar

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Ibisevic (42.)
  • 2:0 N. Stark (65.)

Strafen:

  • gelbe Karte Caicara (5 )
  • gelbe Karte Skjelbred (8 )
  • gelbe Karte Cigerci (1 )

Zuschauer:

  • 51424

Schiedsrichter:

  • Tobias Welz (Wiesbaden)
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Wappen FC Schalke 04

FC Schalke 04

Tore 2 0
Schüsse aufs Tor 5 4
Ecken 5 5
Abseits 2 2
gewonnene Zweikämpfe 87 89
verlorene Zweikämpfe 89 87
gewonnene Zweikämpfe 49,43 % 50,57 %
Fouls 14 14
Ballkontakte 582 672
Ballbesitz 46,41 % 53,59 %
Laufdistanz 121,94 km 120,11 km
Sprints 236 230
Fehlpässe 64 74
Passquote 83,67 % 84,9 %
Flanken 13 14
Alter im Durchschnitt 26,5 Jahre 25,4 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 11.03.2016, 22:46

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 5 15
2. Bor. Dortmund 5 12
3. 1. FC Köln 5 11
4. Bor. M'gladbach 5 10
5. Eintr. Frankfurt 5 10
  ...    
16. FC Ingolstadt 04 5 1
16. Hamburger SV 5 1
18. FC Schalke 04 5 0
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