Hoffenheim wie ein Absteiger

Hoffenheims Eduardo Vargas (vorne) verlässt frustriert das Berliner Spielfeld

Hertha BSC - 1899 Hoffenheim 1:0

Hoffenheim wie ein Absteiger

1899 Hoffenheim wartet unter Trainer Huub Stevens weiter auf den ersten Sieg und präsentierte sich im Schneetreiben von Berlin wie ein Absteiger.

Vergnügungssteuerpflichtig war dieses Bundesligaspiel wahrlich nicht. In einer spielerisch arg bedenklichen Partie verlor 1899 Hoffenheim bei Hertha BSC völlig verdient 0:1 (0:1) und wartet nun seit sechs Spielen auf einen Sieg. Ein Treffer von Eugen Polanski ins eigene Tor (30.) besiegelte nach zwei torlosen Unentschieden die erste Niederlage von Huub Stevens als TSG-Trainer. Unter dem Niederländer gelang dem Team bislang noch nicht einmal ein Treffer.

Lustenberger: Hauptsache gewonnen"

Somit stehen die Hoffenheimer zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte auf dem letzten Liga-Tabellenplatz. Die Berliner etablieren sich dagegen langsam in der Spitzengruppe und stehen als Vierter auf dem Champions-League-Qualifikationsplatz. "Das war ein schwieriges Spiel für beide Mannschaften. Wir mussten lange Bälle spielen", sagte Berlins Trainer Pal Dardai auch mit Blick auf den Berliner Wintereinbruch. Hertha-Profi Fabian Lustenberger ergänzte: "Der Ball ist nicht so gelaufen, wie er sollte. Hauptsache, wir haben gewonnen." TSG-Coach Stevens analysierte: "Ein Spiel dauert 90 Minuten. Wir haben aber nur 45 Minuten gezeigt, dass wir verstanden haben, wo wir stehen. Die erste Halbzeit haben wir verschlafen. Man muss sich das Glück auch erarbeiten. Das haben wir nicht getan."

TSG findet offensiv nicht statt

Schwere Kost wurde den rund 37.000 Zuschauern im Olympiastadion während des gesamten Spiels geboten. Beide Mannschaften begannen sehr verhalten, das einsetzende Schneetreiben im ersten Durchgang tat ein Übriges, um keinen Spielfluss aufkommen zu lassen. Vor allem Hoffenheim zeigte nicht die geringste Bereitschaft, ins Risiko zu gehen. Die TSG beschränkte sich ausschließlich aufs Verhindern von Toren.

Hertha investiert mehr

Wenn es überhaupt einmal ansatzweise so etwas wie eine Angriffsaktion gab, kam sie von den Berlinern. Salomon Kalou vergab in der 17. Minute die bis dahin beste Möglichkeit: Der ivorische Nationalspieler rutschte im Strafraum weg und schoss über das Tor. Die Gastgeber investierten weiterhin mehr, was nicht besonders schwierig war, und gingen schließlich verdient in Führung.

Hawk-Eye-Tortechnik bestätigt Treffer

"Wenn ich nicht hingehe, weiß ich nicht, was passiert", sagte Eigentor-Schütze Polanski nach dem Abpfiff entschuldigend. Allerdings musste Schiedsrichter Guido Winkmann erst die Hawk-Eye-Tortechnik bemühen, die klar signalisierte, dass TSG-Schlussmann Oliver Baumann den Ball erst hinter der Linie aus dem Tor gewischt hatte.

TSG offensiv total harmlos

Über die Außenpositionen wurden die meisten Berliner Angriffe vorgetragen, so wie kurz vor der Pause, als Cigerci eine Flanke von Plattenhardt knapp (41.) verpasste. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gäste zwar häufiger vor das Tor der Herthaner zu kommen, waren aber in der Offensive nach wie vor viel zu harmlos. Dem Spiel der TSG mangelte es an Tempo, an Ideen, an Überraschungsmomenten. Statt Torchancen prägten Fehlpässe die Angriffsbemühungen der Kraichgauer.

In dieser Verfassung Abstiegskandidat Nummer eins

Und so nahm die Partie ihren vorhersehbaren Lauf. Die Berliner zogen sich immer weiter in die eigene Hälfte zurück und überließen den Hoffenheimern weitestgehend das Spielgeschehen. Das ohnehin niedrige Niveau der Begegnung sank noch tiefer. Da die TSG bis zum Abpfiff ungefährlich agierte, blieb es beim knappen und verdienten 1:0 für die Hertha.

Hoffenheim ist in dieser Verfassung Abstiegskandidat Nummer eins und wird es in dieser Verfassung auch am kommenden Spieltag daheim gegen Borussia Mönchengladbach schwer haben. Die Hertha reist dann zu einem vermeintlichen Null-Punkte-Spiel zu den übermächtigen Bayern.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 13. Spieltag 2015/2016

Sonntag, 22.11.2015 | 15.30 Uhr

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Regäsel, Langkamp, Brooks, Plattenhardt – Lustenberger (77. Hegeler), Skjelbred – Haraguchi, Darida, Cigerci (74. van den Bergh) – Kalou (90. Baumjohann)

1
Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Strobl, Süle, Bicakcic, Kim – Polanski, Rudy (83. Kuranyi) – Volland, Amiri, Schmid (63. Zuber) – Uth (63. Eduardo Vargas)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Polanski (30./Eigentor)

Strafen:

  • gelbe Karte Polanski (4 )
  • gelbe Karte Lustenberger (3 )
  • gelbe Karte Skjelbred (3 )

Zuschauer:

  • 37045

Schiedsrichter:

  • Guido Winkmann (Kerken)

red/sid/dpa | Stand: 22.11.2015, 18:40

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 34 88
2. Bor. Dortmund 34 78
3. Bayer Leverkusen 34 60
4. Bor. M'gladbach 34 55
5. FC Schalke 04 34 52
  ...    
16. Eintr. Frankfurt 34 36
17. VfB Stuttgart 34 33
18. Hannover 96 34 25
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