Hamburg bezwingt dezimierte Stuttgarter

Hamburger SV - VfB Stuttgart 3:1

Hamburg bezwingt dezimierte Stuttgarter

Mit frischer Power, großem Kampfgeist und der Klasse von Sturmjuwel Jann-Fiete Arp zum erlösenden Heimsieg: Der Hamburger SV hat nach knapp zwei Monaten die verheerende Negativserie durchbrochen und ein wichtiges Zeichen im Abstiegskampf gesetzt.

Die Hanseaten setzten sich mit 3:1 (1:0) gegen den früh dezimierten VfB Stuttgart durch und feierten nach zuletzt sieben Niederlagen aus den vergangenen acht Partien den insgesamt 500. Liga-Heimsieg.

Die Anfangsphase spielte dem HSV voll in die Karten. Die Norddeutschen gingen früh in Führung nach einem Fehler von Ex-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler, der einen harmlosen Freistoß von Aaron Hunt ins eigene Tor ablenkte (20.). Zu diesem Zeitpunkt spielte der VfB nach einer Gelb-Roten-Karte gegen Dzenis Burnic bereits in Unterzahl (12.).

Youngster Arp eiskalt

Nach dem Wechsel glich Daniel Ginczek dann nach einem per Videobeweis ermittelten Handelfmeter aus (55.), doch Filip Kostic traf wenig später per Kopf zur erneuten HSV-Führung (65.). Dann zeigte Arp sein ganzes Können und erhöhte nach feinem Dribbling auf 3:1 (69.) - schon der zweite Bundesligatreffer des 17-Jährigen.

Nach den vielen Enttäuschungen der vergangenen Wochen griff Gisdol durch und setzte voll auf die Jugend. Arp wurde vom 20 Jahre alten Flügelspieler Tatsuya Ito flankiert, links wirbelte Kostic. Nach einer ersten Schrecksekunde - Ginczek hatte in der 3. Spielminute freistehend vor Christian Mathenia die Gästeführung auf dem Fuß - preschte der HSV mutig vor.

Dennis Diekmeier: "Wir alle wollten"

Sportschau | 04.11.2017 | 01:08 Min.

Harter Platzverweis gegen den VfB

Die frühe Überzahl nach einer harten Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann gegen den zu ungestümen Burnic nutzten die Gastgeber klug aus und setzten immer wieder ihre quirligen Außenspieler ein. In der Mitte lauerte der bewegliche Arp, der Zieler in der 25. Minute mit einem strammen Rechtsschuss prüfte. Nur 180 Sekunden später vergab Dennis Diekmeier aus kurzer Distanz die Riesengelegenheit auf sein erstes Bundesliga-Tor.

Stuttgart verliert die Ordnung

Der VfB verlor seine Ordnung nach den beiden frühen Nackenschlägen zeitweise völlig, mit dem knappen Rückstand waren die Schwaben zum Pausenpfiff gut bedient. Nach dem Seitenwechsel bewiesen die Gäste aber frischen Mut. Vor dem Elfmeter spielte Diekmeier den Ball klar mit der Hand und Ginczek zeigte keine Nerven.

Nun war wieder der HSV gefordert, der vor der Pause zu leichtfertig mit seinen Chancen umgegangen war. Und Diekmeier machte seinen Fehler mit einer exakten Flanke auf Kostic wieder gut. Arps Treffer zog bei den Gästen endgültig den Stecker.

Gisdol stolz, Wolf hadert

HSV-Trainer Markus Gisdol war stolz auf seine Spieler: "Wir waren von Beginn an gut im Spiel, haben dominiert und zahlreiche Chancen rausgespielt. Auch nach dem 1:1 sind die Jungs gut in die Positionen gekommen. Es war ein verdienter Sieg." Sein Gegenüber Hannes Wolf haderte mit dem Platzverweis: "Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen, hatten aber ein paar Situationen, in denen unser Pressing nicht funktioniert hat. Dann gibt es die Situation, in der es Gelb-Rot gibt. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, nichts zum Schiedsrichter zu sagen. Ich verstehe nur nicht ganz, dass da jemand in Köln sitzt und nicht eingreifen darf, weil es eine Gelbe Karte ist."

VfB jetzt gegen den BVB

Der VfB muss also sehen, dass er zumindest seine Heimstärke beibehält, um nicht noch weiter abzurutschen. Nach der Länderspielpause geht's gegen Borussia Dortmund. Der HSV hat den schweren Auswärtsauftritt auf Schalke vor der Brust.

Fußball · Bundesliga · 11. Spieltag 2017/2018

Samstag, 04.11.2017 | 15.30 Uhr

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Mathenia – Diekmeier, K. Papadopoulos, Mavraj, Douglas Santos – Ekdal (90. Janjicic), Sakai – Tat. Ito (68. L. Waldschmidt), Hunt (81. Hahn), Kostic – Arp

3
Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Zieler – Beck, Baumgartl, Pavard, Insua – Burnic, Aogo – Asano, Akolo (81. Ferreira Silva), B. Özcan (66. Mangala) – Ginczek (75. Terodde)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Hunt (20.)
  • 1:1 Ginczek (54./Handelfmeter)
  • 2:1 Kostic (64.)
  • 3:1 Arp (69.)

Strafen:

  • gelbe Karte Douglas Santos (1 )
  • gelbrote Karte Burnic (13./Wiederholtes Foulspiel)
  • gelbe Karte K. Papadopoulos (6 )

Zuschauer:

  • 54976

Schiedsrichter:

  • Guido Winkmann (Kerken)

Stand: Samstag, 04.11.2017, 17:26 Uhr

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Tore 3 1
Schüsse aufs Tor 11 2
Ecken 11 3
Abseits 1 0
gewonnene Zweikämpfe 93 95
verlorene Zweikämpfe 95 93
gewonnene Zweikämpfe 49,47 % 50,53 %
Fouls 14 10
Ballkontakte 775 354
Ballbesitz 68,64 % 31,36 %
Laufdistanz 113,81 km 105,79 km
Sprints 211 179
Fehlpässe 61 56
Passquote 89,45 % 66,86 %
Flanken 19 2
Alter im Durchschnitt 25,1 Jahre 24,7 Jahre

Stand: 04.11.2017, 17:20

Darstellung: