Hoffenheim marschiert weiter

Spielszenen aus der Partie Hamburger SV gegen TSG 1899 Hoffenheim.

Hamburger SV - TSG 1899 Hoffenheim 1:3

Hoffenheim marschiert weiter

Der Aufwärtstrend von 1899 Hoffenheim unter Jung-Trainer Julian Nagelsmann hält an. Mit einem 3:1 (2:1)-Erfolg beim Hamburger SV verlässt die TSG vorerst die Abstiegsränge - und verschärft gleichzeitig wieder die Abstiegssorgen der Hanseaten.

Ein schneller Doppelschlag leitete den ersten Auswärtserfolg unter Nagelsmann ein. Andrej Kramaric brachte Hoffenheim in der 20. Minute per Foulelfmeter in Führung. Nur drei Minuten später erhöhte Nationalspieler Kevin Volland nach einem indirekten Freistoß von der Grenze des Fünfmeterraums. Die Gastgeber berappelten sich zwar schnell und kamen durch einen Handelfmeter von Aaron Hunt zum Anschlusstreffer (30.). Doch Eduardo Vargas erhöhte nach dem Wechsel mit einem satten Rechtsschuss auf 3:1 (67.).

Hoffenheim zeigte gleich zu Beginn, dass den zuletzt starken Auftritten vor eigenem Publikum endlich auch ein Dreier in der Fremde folgen sollte. Mit wenigen Pässen hebelte die Nagelsmann-Elf mehrfach die HSV-Abwehr aus und hätte zur Pause eigentlich deutlicher führen müssen. Hamburgs Keeper René Adler bewahrte seine Mannschaft mit sehenswerten Aktionen lange Zeit vor einem Rückstand. In der vierten Minute zeigte er eine spektakuläre Doppelparade. Erst lenkte er den Ball nach einem Kramaric-Heber an den Pfosten, dann warf er sich in den Nachschuss von Mark Uth. Bei der anschließenden Ecke stand 1899-Verteidiger Ermin Bicakcic völlig frei, köpfte aber neben das Tor (4.).

Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen

Riesenglück hatte Adler dann jedoch, als ihn Schiedsrichter Knut Kircher nicht vom Platz stellte, nachdem er den durchgebrochenen Volland im Strafraum von den Beinen geholt hatte (19.). Adler kam mit Gelb davon, gegen den fälligen Strafstoß von Kramaric war er jedoch chancenlos. Kurz darauf nahm Adler einen Rückpass von Matthias Ostrzolek in höchster Not mit der Hand auf, Kircher entschied auf indirekten Freistoß. Alle Proteste der Hamburger nutzten nichts. Den an der Fünf-Meter-Linie abgelegten Ball hämmerte Volland auf Zuspiel von Sebastian Rudy in die Maschen.

Auch über den Elfmeter für den HSV wurde munter diskutiert. 1899-Außenverteidiger Pavel Kaderabek touchierte eine Flanke von Ivo Ilicevic mit dem Oberarm. Den Strafstoß verwandelte Hunt lässig mit einem Schüsschen in die Tormitte, während 1899-Schlussmann Oliver Baumann in die linke Ecke sprang. Hoffenheim ließ sich durch den Anschlusstreffer jedoch nicht beirren, spielte konzentriert weiter und behauptete die Führung bis zum Pausenpfiff.

Nagelsmann: "Hatten keinen Sahnetag"

Hamburg kam äußerst motiviert aus der Kabine und drückte aufs Tempo. Der emsige Lewis Holtby von der Strafraumgrenze (53.) und Michael Gregoritsch aus kürzester Distanz (60.) zwangen Baumann mit ihren Schüssen zu Glanzparaden. Hoffenheim zog sich weit zurück und lauerte auf Konter. Einen davon nutzte Vargas eiskalt zum 3:1. Zwar steckten die Hausherren auch danach nicht auf, am Ende fehlte ihnen gegen die taktisch gut eingestellte TSG jedoch die Durchsetzungsstärke vor dem Tor.

Nagelsmann war glücklich über seinen ersten Auswärtserfolg mit Hoffenheim, gestand aber, dass sein Team "keinen Sahnetag" hatte. "Wir haben oft starke Paraden von Oliver Baumann gebraucht", gab Nagelsmann zu. Dennoch: Nach dem Auswärtsdreier können die Kraichgauer am kommenden Spieltag zuhause gegen Köln den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Labbadia kritisiert Chancenauswertung

Hamburg dagegen rutschte trotz eines guten Auftritts wieder bis auf vier Punkte an den Relegationsplatz heran. "Ich hatte das Gefühl, dass wir gut im Spiel waren. Dann haben wir aber einen Konter bekommen, und damit kam Unruhe herein", analysierte der HSV-Coach, gab aber zu: "Im Endeffekt sind wir aber an unser eigenen Chancenverwertung gescheitert." Nach der Heimpleite stehen die Hamburger nun nach der Länderspielpause beim Tabellenletzten Hannover 96 unter Zugzwang.

Fußball · Bundesliga · 27. Spieltag 2015/2016

Samstag, 19.03.2016 | 15.30 Uhr

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Adler – Sakai, Cleber, Spahic, Ostrzolek – Holtby (76. Bahoui), Ekdal – Gregoritsch (62. Schipplock), Hunt, Ilicevic – Rudnevs (69. Lasogga)

1
Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Kaderabek, Bicakcic, Süle, Toljan – Amiri (69. Ochs), Strobl (86. Schär), Rudy – Uth, Kramaric (62. Eduardo Vargas), Volland –

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Kramaric (20./Foulelfmeter)
  • 0:2 Volland (23.)
  • 1:2 Hunt (30./Handelfmeter)
  • 1:3 Eduardo Vargas (67.)

Strafen:

  • gelbe Karte Adler (3 )
  • gelbe Karte Ostrzolek (5 )
  • gelbe Karte Kaderabek (1 )
  • gelbe Karte Holtby (3 )

Zuschauer:

  • 48263

Schiedsrichter:

  • Knut Kircher (Rottenburg)
Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Tore 1 3
Schüsse aufs Tor 11 9
Ecken 10 3
Abseits 5 2
gewonnene Zweikämpfe 115 107
verlorene Zweikämpfe 107 115
gewonnene Zweikämpfe 51,8 % 48,2 %
Fouls 10 17
Ballkontakte 692 514
Ballbesitz 57,38 % 42,62 %
Laufdistanz 121,82 km 123,36 km
Sprints 271 256
Fehlpässe 122 97
Passquote 73,71 % 67,23 %
Flanken 20 4
Alter im Durchschnitt 27,2 Jahre 23,7 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 19.03.2016, 17:22

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. RB Leipzig 13 33
2. Bay. München 13 30
3. Hertha BSC 13 27
4. Hoffenheim 13 25
5. Eintr. Frankfurt 13 25
  ...    
16. SV Darmstadt 98 13 8
17. Hamburger SV 13 7
18. FC Ingolstadt 13 6
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