Hamburg schlägt Lieblingsgegner BVB

Lewis Holtby erzielt das 2:0

Hamburger SV - Borussia Dortmund 3:1

Hamburg schlägt Lieblingsgegner BVB

Scharfe Einlasskontrollen wie selten zuvor, zwei Schweigeminuten - und eine sportliche Überraschung. Die Fußball-Bundesliga hat mit dem 3:1 (2:0) des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund am Freitag (20.11.15) einen ersten Schritt zurück in den sportlichen Alltag vollzogen.

Nach den Terroranschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover wegen Hinweisen auf einen Anschlag konnte von einem normalen Fußballspiel aber noch nicht die Rede sein. Auch das Ergebnis fiel gemäß den sportlichen Voraussetzungen "unnormal" aus: Pierre-Michel Lasogga per Foulelfmeter (19.), Lewis Holtby (41.) und ein Eigentor von Mats Hummels (55.) fügten dem Tabellenzweiten Dortmund die erst zweite Saison-Niederlage zu und bescherten dem HSV einen weiteren Erfolg gegen seinen Lieblingsgegner.

"Sehr schlecht"

"Wir haben lange Zeit sehr schlecht gespielt, uns viel zu wenig bewegt und individuelle Fehler gemacht", sagte Dortmunds Marcel Schmelzer. "Vielleicht war so ein Denkzettel mal wichtig. Wenn wir nicht alles geben, dann ist ein Sieg in der Bundesliga schwierig." Auch BVB-Keeper Roman Bürki gab zu: "Wir waren heute einfach bei weitem nicht aggressiv genug."

Die HSV-Fans durften nach einer spielerisch und kämpferisch überzeugenden Vorstellung über den zweiten Heimsieg der Saison jubeln. "Die Mannschaft hat von der ersten Minute an leidenschaftlich und taktisch stark dagegen gehalten", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia. Torschütze Lasogga war euphorisch: "Das war ein richtig schönes Spiel heute. Die Dortmunder sind wirklich unser geheimer Lieblingsgegner." BVB-Coach Thomas Tuchel räumte ein: "Uns hat von Beginn die Einstellung zu diesem Spiel gefehlt, das war ein fahrlässiger Beginn. Mit so einer Körpersprache und so einer Leistung ist nichts zu holen. Deshalb sind wir unterm Strich auch verdient bestraft worden."

Aubameyangs Tor zu wenig

Für die Hanseaten, die mit 18 Punkten auf den achten Platz vorrückten, war es bereits der fünfte Sieg gegen den BVB aus den letzten sieben Duellen. Das 15. Saisontor von Aubameyang war für die Westfalen zu wenig (86.). Bevor im Volksparkstadion vor 57.000 Zuschauern der Ball rollte, wurde es aber emotional.

Gleich zwei Schweigeminuten gab es vor dem Anpfiff: Eine zu Ehren des verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Schmidt und eine für die Opfer von Paris. Die Attentate von Frankreich und ihre Folgen hatten ein hohes Sicherheitsaufkommen in und um der Arena ausgelöst. 600 statt der üblichen 450 Ordner waren im Einsatz, auch die Polizei war entsprechend präsent. Vor der Begegnung hatten Sprengstoffhunde wie bei jedem Heimspiel zweimal das Stadion abgesucht. Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor.

HSV gleich hellwach

Als es dann losging, war der HSV gleich hellwach. Mit großem Einsatzwillen und hoher Laufbereitschaft stellten die Gastgeber den BVB vor arge Probleme. Bereits in der 16. Minute hatte Ivo Ilicevic die Chance zur HSV-Führung, sein Volleyschuss aus aussichtsreicher Position verfehlte aber weit das Ziel. Nur drei Minuten später war Ilicevic wieder beteiligt, diesmal mit mehr Erfolg. Nach einem feinen Pass von Holtby war der Kroate frei durch, umkurvte BVB-Keeper Roman Bürki und kam zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lasogga sicher, für den Stürmer war es bereits das sechste Saisontor.

Auch in der Folgezeit hatten die Dortmunder ihre Probleme mit dem aufopferungsvollen Spiel des HSV. Echte Torchancen der Mannschaft von Thomas Tuchel waren im ersten Durchgang Fehlanzeige, auch die Rückkehr von Nationalspieler Marco Reus wirkte nicht belebend, der Stürmer wurde in der zweiten Halbzeit ausgewechselt. Für Tuchel war es ohnehin ein besonderes Spiel, schließlich stand er in der Vorsaison kurz vor einem Engagement beim HSV, ehe er Dortmund den Vorzug gab.

Viele Abwehrfehler

Vor allem die Fehler in der Hintermannschaft bereiteten Tuchel Sorgen. So auch beim zweiten Gegentor: Nach einem schlimmen Fehlpass von Matthias Ginter kommt der Ball über Lasogga und Nicolai Müller zu Holtby, der Bürki keine Chance ließ. Nach dem Seitenwechsel erhöhte der BVB die Schlagzahl - und kam auch gleich zu einer guten Chance. Doch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang setzte den Ball aus halblinker Position knapp neben das Tor (50.). Der BVB schien das Spiel besser in den Griff zu bekommen - und wurde prompt kalt erwischt. Nach einer Ecke von Holtby unterlief Hummels ein Eigentor.

Auf der Gegenseite schien das Tor wie vernagelt. Erst scheitert Aubameyang aus kurzer Entfernung am starken HSV-Keeper René Adler (63.). Dann verfehlte Ilkay Gündogan knapp das Ziel (64.), zehn Minuten später fand der Mittelfeldspieler bei einem Freistoß seinen Meister in Adler. Erst vier Minuten vor Schluss kamen die Dortmunder durch Aubameyang doch noch zum Torerfolg. Danach verhinderte Adler mit Weltklasse-Paraden einen weiteren Gegentreffer.

Fußball · Bundesliga · 13. Spieltag 2015/2016

Freitag, 20.11.2015 | 20.30 Uhr

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Adler – Sakai, Djourou, Spahic (29. Cleber), Ostrzolek – Kacar (71. Gregoritsch), G. Jung – N. Müller, Holtby (82. Diaz), Ilicevic – Lasogga

3
Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Ginter (46. Piszczek), Sokratis, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Weigl, Kagawa (46. Castro) – Mchitarjan, Aubameyang, Reus (69. Januzaj) –

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Lasogga (19./Foulelfmeter)
  • 2:0 Holtby (41.)
  • 3:0 Hummels (55./Eigentor)
  • 3:1 Aubameyang (86.)

Strafen:

  • gelbe Karte Bürki (1 )

Zuschauer:

  • 57000

Schiedsrichter:

  • Felix Zwayer (Berlin)

Vorkommnisse:

  • Spiel begann 15 Minuten später.
Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Tore 3 1
Schüsse aufs Tor 2 7
Ecken 2 7
Abseits 4 3
gewonnene Zweikämpfe 81 107
verlorene Zweikämpfe 107 81
gewonnene Zweikämpfe 43,09 % 56,91 %
Fouls 16 9
Ballkontakte 480 839
Ballbesitz 36,39 % 63,61 %
Laufdistanz 117,67 km 112,46 km
Sprints 208 180
Fehlpässe 85 94
Passquote 67,92 % 84,56 %
Flanken 5 15
Alter im Durchschnitt 26,9 Jahre 25,7 Jahre

sid/dpa/ch

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. 1. FC Köln 0 0
1. 1. FSV Mainz 05 0 0
1. 1899 Hoffenheim 0 0
1. Bayer Leverkusen 0 0
1. Bayern München 0 0
  ...    
1. SV Darmstadt 98 0 0
1. VfL Wolfsburg 0 0
1. Werder Bremen 0 0
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