1. FC Köln - RB Leipzig 1:2

Köln verliert auch mit Pizarro gegen Leipzig

Auch mit dem neuen Hoffnungsträger Claudio Pizarro rutscht der 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga immer tiefer in die Krise.

Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger verlor am Sonntag (01.10.2017) trotz einer starken und leidenschaftlichen Leistung gegen Vizemeister RB Leipzig mit 1:2 (0:1) und vergab dabei erneut beste Chancen. An der sechsten Niederlage im siebten Ligaspiel konnte auch der in der 54. Minute eingewechselte Pizarro nichts ändern. Statt des erhofften Befreiungsschlags kassierte Köln den nächsten Nackenschlag und steht mit nur einem Punkt am Tabellenende.

"Besser können wir nicht spielen"

"Besser können wir in der jetzigen Phase einfach nicht spielen", haderte der starke Kölner Keeper Timo Horn nach der Partie. "Unser großes Manko ist, dass wir einfach die Chancen nicht reinmachen. Es ist unheimlich schwierig zurzeit, aber wir dürfen uns nicht aufgeben."

Sie sieht es auch der vermeintliche Heilsbringer Pizarro: "So eine Niederlage ist natürlich bitter für die Mannschaft. Aber jetzt haben wir zwei Wochen Zeit zum Trainieren. Es ist schwierig, positiv zu bleiben - aber die Qualität ist da. Wir müssen jetzt eben auf einen Sieg im nächsten Spiel hoffen und hinarbeiten."

Stöger schließt Rücktritt aus

Die Leipziger, für die Lukas Klostermann (30. Minute) und Yussuf Poulsen (80.) trafen, sind nach dem Sieg mit 13 Zählern Vierter. Für den FC verkürzte Yuya Osako (82.). FC-Trainer Stöger schloss nach der Partie einen Rücktritt aus: "Ich habe hier Vertrag bis 2020 und kann mich in einer schwierigen Phase ganz sicher nicht davonmachen. Wenn jemand das Gefühl hat, es passt nicht mehr, dann müsste man reden. Aber davon sind wir meiner Meinung nach weit entfernt, das hat man ja auch im Spiel gegen Leipzig gesehen."

Klostermann analysierte die Partie so: "Wichtig war, dass wir in unserer Drangphase auch das Tor getroffen haben. Wir können die Vorgaben unseres Trainers aber noch besser umsetzen, indem wir dann auch die Konter besser nutzen und das Spiel dann einfach früher zu Ende spielen."

FC zunächst spielbestimmend

Der am Freitag verpflichtete FC-Stürmer Pizarro sah zunächst von der Bank ein furioses Spiel seiner neuen Teamkollegen. Er erkannte aber auch, weshalb Köln derzeit so schlecht platziert ist.

Zwar beherrschte der FC die Partie weitestgehend, hinten musste Timo Horn aber immer wieder stark eingreifen, und vor dem gegnerischen Tor wurden Stürmer Jhon Cordoba und Co. zu hektisch. Hier soll Pizarro Abhilfe schaffen. Nicht nur Treffer des erfolgreichsten ausländischen Torschützen der Bundesligageschichte sind gefragt, sondern vor allem seine Präsenz.

Modeste unter den Zuschauern

48.700 Zuschauer, unter ihnen der ehemalige Kölner Torjäger Anthony Modeste, dessen Abgang nach China eine riesige Lücke hinterlassen hat, sahen einen starken Beginn der Gastgeber. Der FC drängte den Vizemeister in die Defensive. Leipzig, das auf seine beiden Schlüsselspieler Timo Werner (Schwindelgefühle) und Naby Keita (gesperrt) verzichten musste, war beeindruckt und kam selten strukturiert nach vorne.

Ganz anders der FC, der vor allem über die sehr auffälligen Leonardo Bittencourt und Konstantin Rausch enormen Druck entwickelte und zu Chancen kam. Die gesamte RB-Defensive und insbesondere Debütant Ibrahima Konate wirkten anfällig, aber Lukas Klünter (7.), Osako (14., 18.) und Bittencourt (15.) vergaben.

Horn verhinderte Schlimmeres

Der Chancenwucher rächte sich: Erst rettete Horn nach einem Pfostenschuss von Emil Forsberg (29.) noch stark gegen den Nachschuss von Poulsen. Gegen Klostermanns Flachschuss aus wenigen Metern war er aber ohne Abwehrmöglichkeit. Der FC war jedoch nicht geschockt, sondern reagierte mit wütenden Angriffen und drängte auf den Ausgleich. Doch selbst beste Chancen nutzte Stögers Team nicht. Bezeichnend war eine Szene in der 44. Minute, als Milos Jojic völlig unbedrängt übers Tor schoss. RB agierte weiter fahrig, hätte bei den zahlreichen Kontern aber durchaus treffen können.

Im zweiten Durchgang agierte Köln nicht mehr ganz so druckvoll, doch als Pizarro für den verletzten Cordoba auf den Platz kam, schöpften die Fans nochmal Hoffnung. Der Peruaner fand aber zunächst kaum Bindung zum Spiel, sein erster Torschuss in der 74. Minute ging daneben. RB investierte derweil nicht mehr als nötig, um das Ergebnis zu verwalten. Dennoch gab es immer wieder Chancen. Eine davon nutzte Poulsen per Kopf zum 2:0.

Köln kämpft zum Auftakt des nächsten Spieltages (13.10.2017) bei Aufsteiger Stuttgart erneut um den ersten Saisonsieg; Leipzig muss einen Tag später beim Tabellenführer in Dortmund ran.