Lewandowski mit Fünf-Tore-Gala gegen Wolfsburg

Bayerns Robert Lewandowski zeigt beim Jubel fünf Finger für fünf Tore

Bayern München - VfL Wolfsburg 5:1

Lewandowski mit Fünf-Tore-Gala gegen Wolfsburg

Das hat es in der Bundesliga noch nicht gegeben: Mit fünf Toren in neun Minuten erledigte Bayern-Joker Robert Lewandowski den VfL Wolfsburg quasi im Alleingang.

Er kam als Joker und schrieb Geschichte: Was Bayern-Stürmer Robert Lewandowski mit dem bedauernswerten VfL Wolfsburg in nur neun Minuten veranstaltete, war im Grunde genommen schon waffenscheinpflichtig. Beim verrückten 5:1 (0:1)-Sieg der Bayern entpuppte sich der zur Pause eingewechselte Pole als Tormaschine und schockte die Gäste mit seinem Treffer-Reigen in der 51., 52., 55., 57. und 60. Spielminute, dem schnellsten Liga-Fünferpack aller Zeiten.

Geschichte geschrieben

Schon kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs standen den 75.000 Zuschauern die Augen aus dem Kopf. Mit seinen ersten drei Treffern in vier Minuten sorgte Kanonier Lewandowski auch für den schnellsten Hattrick der Liga-Geschichte. Er unterbot Michael Tönnies, der 1991 beim 6:2-Sieg des MSV Duisburg gegen den Karlsruher SC fünf Minuten benötigt hatte. Lewandowskis vier Treffer nach sieben Minuten sind ebenfalls neuer Rekord.

Lewandowski: "Das war Wahnsinn"

"Das war Wahnsinn. Ich wollte einfach schießen und schießen", sagte der Held des Tages. Und fügte hinzu: "Das ist ein unglaublicher Abend für mich, ein super Gefühl. Ich wusste, nach dem 0:1 müsste ich mindestens zwei Tore schießen." Recht ratlos waren hingegen die Wolfsburger: "Keine Ahnung, wir können uns das nicht erklären. Absolut scheiße", sagte VfL-Mittelfeldspieler Maximilian Arnold ernüchtert.

Guilavogui scheitert aus 50 Metern

Dabei hatte es in der ersten Hälfte durchaus nach einer Überraschung ausgesehen. Daniel Caligiuri hatte die Wolfsburger in Führung gebracht (26.). Die standen in der ersten Hälfte hinten kompakt, ließen so gut wie keine Bayern-Chancen zu und konterten selbst gefährlich. Einen Befreiungsschlag von Christian Träsch wehrte Bayerns Jérôme Boateng ungenügend ab. Über Bas Dost, der nach seinem Zwist mit Trainer Dieter Hecking dennoch für die Startelf nominiert worden war, und Julian Draxler kam der Ball zu Caligiuri, der mit einem satten Schuss aus halbrechter Position traf. Zur Pause hätte es sogar 0:2 heißen können: Bayern-Keeper Manuel Neuer lief weit aus seinem Tor heraus, um zu klären. Der Ball landete jedoch bei Josuha Guilavogui, der aus über 50 Metern sofort schoss. Der Ball touchierte aber nur den linken Außenpfosten des leeren Münchner Tores.

VfL-Kontertaktik geht 45 Minuten auf

Die mit Mario Götze in der Startelf angetretenen Bayern bestimmten optisch das Spiel, ließen es aber gegen die massierte Wolfsburger Defensive an Dynamik, Spielwitz und Zielstrebigkeit fehlen. Im Strafraum herrschte Funkstille. Thomas Müller verfehlte nach feinem Götze-Zuspiel das Tor (16.). Und VfL-Keeper Diego Benaglio parierte einen scharfen Schuss von Douglas Costa glänzend (31.). Unter dem Strich ging die Taktik von VfL-Coach Hecking bis zur Pause auf: Bayern durfte den Ball haben, Wolfsburg konterte.

Bayern-Wechsel bringen die Wende

Mit Lewandowski und Javi Martínez für die schwachen Spanier Thiago und Juan Bernat erzwang Bayern-Coach Pep Guardiola nach dem Wechsel die Wende. Der Plan ging fulminant auf: Eine Kombination über Götze, Arturo Vidal und Müller schloss Lewandowski zum Ausgleich ab. Keine 60 Sekunden später legte der Pole mit einem platzierten Flachschuss nach. Beim 3:1 traf der Pole erst den Pfosten, scheiterte dann an Torwart Benaglio und versenkte die Kugel im dritten Versuch doch noch.

Rodriguez verhindert den Doppel-Hattrick

Lewandowski gelang in seinem Spielrausch nun praktisch alles gegen eine geschockte VfL-Abwehr um die Brasilianer Naldo und Neuzugang Dante, der vor Spielbeginn offiziell von den Münchnern verabschiedet worden war. Letzterer musste sich vorkommen wie beim 1:7 im WM-Halbfinale 2014 gegen Deutschland. Lewandowski hatte sogar noch Tor Nummer sechs auf dem Fuß, aber VfL-Verteidiger Ricardo Rodriguez wehrte seinen Schuss auf der Torlinie ab. Die Lewandowski-Opfer aus Niedersachsen können vielleicht schon am Samstag (26.09.2015) an den bislang schwachen Hannoveraner ihren Frust ablassen. Die Bayern reisen dann zum 1. FSV Mainz 05, wo Lewandowski wohl den nächsten Tor-Karneval feiern will.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 6. Spieltag 2015/2016

Dienstag, 22.09.2015 | 20.00 Uhr

Wappen Bayern München

Bayern München

Neuer – Lahm, J. Boateng, Alaba, Bernat (46. Javi Martinez) – Ar. Vidal, Xabi Alonso (78. Kimmich), Thiago (46. R. Lewandowski) – Douglas Costa, T. Müller, M. Götze

5
Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Benaglio – Träsch, Naldo, Dante, R. Rodriguez – D. Caligiuri, Guilavogui, Luiz Gustavo (59. Arnold), Draxler – Dost (78. Bendtner), M. Kruse (78. Schürrle)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 D. Caligiuri (26.)
  • 1:1 R. Lewandowski (51.)
  • 2:1 R. Lewandowski (52.)
  • 3:1 R. Lewandowski (55.)
  • 4:1 R. Lewandowski (57.)
  • 5:1 R. Lewandowski (60.)

Strafen:

  • gelbe Karte Ar. Vidal (1 )
  • gelbe Karte R. Rodriguez (1 )
  • gelbe Karte D. Caligiuri (1 )

Zuschauer:

  • 75000

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)

red/dpa/sid | Stand: 22.09.2015, 22:23

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 34 88
2. Bor. Dortmund 34 78
3. Bayer Leverkusen 34 60
4. Bor. M'gladbach 34 55
5. FC Schalke 04 34 52
  ...    
16. Eintr. Frankfurt 34 36
17. VfB Stuttgart 34 33
18. Hannover 96 34 25
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