Frankfurts Meier legt Wölfe an die Kette

Alexander Meier

Frankfurts Meier legt Wölfe an die Kette

Im Rennen um die Champions-League-Plätze hat der VfL Wolfsburg bei Eintracht Frankfurt einen bitteren Rückschlag hinnehmen müssen. Mann des Tages war Eintracht-Torjäger Alex Meier.

Über dieses Spiel werden sich die Wolfsburger Profis wohl etwas länger ärgern. Ein Dreierpack von Frankfurts Torjäger Alexander Meier hat dem VfL gleich zu Beginn des neuen Jahres den nächsten schweren Rückschlag im Kampf um die internationalen Plätze beschert. Obwohl phasenweise drückend überlegen und trotz zahlreicher Chancen verlor das Team von Dieter Hecking in letzter Minute noch mit 2:3 (1:0) bei der Eintracht. Das Führungstor von Dante (25.) und der 2:2-Ausgleich von André Schürrle (79.) waren zu wenig, um die Patzer von Konkurrenten wie Borussia Mönchengladbach oder Hertha BSC am ersten Liga-Rückrunden-Spieltag zu nutzen.

Hecking angesäuert

"Ich habe nicht im entferntesten daran gedacht, dass wir hier noch das Spiel verlieren könnten", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem Last-Minute-K.o. konsterniert und bemängelte besonders die Chancenverwertung. "Das ist der Vorwurf, den wir uns machen müssen", assistierte VfL-Trainer Hecking. Dreifach-Torschütze Meier gab offen zu: "Verdient haben wir vielleicht nicht gewonnen. Aber mit einem Sieg zu starten, das ist gut für das Selbstvertrauen." VfL-Trainer Hecking meinte säuerlich: "Armin Veh weiß bis jetzt noch nicht, wie er das Spiel gewonnen hat."

Guter Einstand von Frankfurts Neuen

Wohl dem, der einen Alexander Meier hat. Der noch amtierende Bundesliga-Torschützenkönig versetzte den Wölfen in der Nachspielzeit den entscheidenden Schlag, hatte vorher schon zum 1:1 (66.) und 2:1 (73.) getroffen. Dabei spielte die Eintracht in der ersten Halbzeit noch wie ein Absteiger. Erst in der zweiten Hälfte wehrten sich die Hessen dagegen, noch tiefer in die Abstiegszone hineinzurutschen. Eintracht-Trainer Armin Veh hatte mit Szabolcs Huszti zunächst nur einen seiner drei Winter-Neuzugänge aufgestellt. Der 3,5-Millionen-Euro-Einkauf Marco Fabian wurde zur Pause eingewechselt. Beide gaben einen vielversprechenden Einstand.

Gruselige Chancenverwertung

Die Eintracht war zu Beginn viel zu passiv. Eine Reihe klarer VfL-Chancen waren die Folge. Max Kruse vergab die erste davon (15.), danach musste SGE-Torwart Lukas Hradecky nacheinander gegen Daniel Caligiuri (18.) und Naldo (18.) retten. Kurz vor der Pause vergaben die Wolfsburger ebenfalls in kurzer Folge eine 5:3-Überzahlsituation (41.) und die bis dato größte aller Möglichkeiten durch Caligiuri (42.). Das fiel zunächst nur deshalb nicht allzu schwer ins Gewicht, weil Dante zwischendurch nach einem Freistoß von Ricardo Rodriguez die verdiente und überfällige Führung erzielt hatte.

Pfiffe zur Pause

Wie verwandelt kam die Eintracht dann aus der Kabine. Die zweite Hälfte begann gleich mit der bislang besten Frankfurter Chance: Nach einer Flanke von Huszti scheiterte Stefan Aigner per Kopfball an Torwart Diego Benaglio (46.). Die Gastgeber waren endlich deutlich besser und präsenter im Spiel. Nun rächte sich, dass der VfL das Spiel nicht schon längst entschieden hatte. Symptomatisch: In der 64. Minute vergab Schürrle eine dicke Kopfballchance, knapp zwei Minuten später traf Meier zum 1:1. Marco Russ hätte die Eintracht schon direkt danach in Führung bringen können (68.).

Immer wieder Meier

Das holte erneut Meier fünf Minuten später nach. Wolfsburg kam durch Schürrle nochmal zum Ausgleich, doch auch danach wiederholte sich die Geschichte dieses Spiels. Erneut ließen Schürrle und Vieirinha gute Chancen liegen - und auf der Gegenseite traf dann eben Meier. Der kann mit der Eintracht seinen Lauf am kommenden Spieltag beim FC Augsburg fortsetzen. Der VfL Wolfsburg sollte dann gegen den 1. FC Köln dringend an einer verbesserten Chancenverwertung arbeiten.

Fußball · Bundesliga · 18. Spieltag 2015/2016

Sonntag, 24.01.2016 | 15.30 Uhr

Wappen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Hradecky – Hasebe, Carlos Zambrano, Abraham, Oczipka – Aigner (90. Ignjovski), Russ, Stendera, Huszti – Seferovic (46. Fabian), Meier

3
Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Benaglio – Vieirinha, Naldo, Dante, Ricardo Rodriguez – Caligiuri (62. S. Jung), Träsch, Guilavogui, Draxler (86. Schäfer) – Kruse (78. Bendtner), Schürrle

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Dante (25.)
  • 1:1 Meier (66.)
  • 2:1 Meier (73.)
  • 2:2 Schürrle (79.)
  • 3:2 Meier (90.+3)

Strafen:

  • gelbe Karte Huszti (1 )
  • gelbe Karte Hasebe (4 )

Zuschauer:

  • 35000

Schiedsrichter:

  • Knut Kircher (Rottenburg)
Wappen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Tore 3 2
Schüsse aufs Tor 6 10
Ecken 3 3
Abseits 3 2
gewonnene Zweikämpfe 99 91
verlorene Zweikämpfe 91 99
gewonnene Zweikämpfe 52,11 % 47,89 %
Fouls 12 19
Ballkontakte 566 718
Ballbesitz 44,08 % 55,92 %
Laufdistanz 114,5 km 113,37 km
Sprints 220 224
Fehlpässe 96 91
Passquote 72,88 % 82,5 %
Flanken 10 14
Alter im Durchschnitt 27,8 Jahre 28,1 Jahre

red/dpa/sid | Stand: 24.01.2016, 18:43

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. 1. FC Köln 0 0
1. 1. FSV Mainz 05 0 0
1. 1899 Hoffenheim 0 0
1. Bayer Leverkusen 0 0
1. Bayern München 0 0
  ...    
1. SV Darmstadt 98 0 0
1. VfL Wolfsburg 0 0
1. Werder Bremen 0 0
Darstellung: