Bor. Mönchengladbach - Hannover 96 2:1

Gladbacher Last-Minute-Treffer schockt Hannover

Die Erkenntnis dieser Partie: Hannover 96 ist nicht unschlagbar und Borussia Mönchengladbach kann doch noch gewinnen. Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit.

Lange Zeit sprach vieles für ein Unentschieden zwischen Gladbach und Hannover. Erst in der Nachspielzeit sorgte Gladbachs Thorgan Hazard mit seinem verwandelten Foulelfmeter für die Entscheidung (90.+4). Zuvor hatten bereits Matthias Ginter für Gladbach (67.) und Martin Harnik für Hannover getroffen (71.). "Es ist natürlich ärgerlich, das Spiel in der Nachspielzeit zu verlieren", sagte Hannovers Trainer André Breitenreiter in der Sportschau.

Anpfiff mit Verspätung

Das erste Ärgernis gab es für Hannover 96 schon auf dem Weg an den Niederrhein. Weil der Mannschaftsbus der Niedersachsen lange Zeit im Stau feststeckte, begann die Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit gut zehn Minuten Verspätung. Das sei sicher "suboptimal", hatte Hannovers Trainer André Breitenreiter bereits vor dem Anpfiff gemutmaßt. Zu sehen war davon jedoch nichts, Hannover erwischte den besseren Start, aber Harnik verzog bei der ersten Torchance aus zwanzig Metern (2.).

Gladbach dagegen wirkte lange Zeit gehemmt, es schien, als hätten die Spieler das deutliche 1:6 gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Wochenende noch im Hinterkopf. Zwar stand die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking defensiv stabiler als zuletzt, im Spiel nach vorne fiel ihr aber lange nur wenig ein. Nach gut einer halben Stunde wurde Gladbach dann besser und übernahm bis zur Pause die Kontrolle über das Spiel. In dieser Phase hätte Lars Stindl die Borussia beinahe in Führung gebracht. Das Netz zappelte nach Stindls Rechtsschuss verdächtig, Gladbachs Fans jubelten bereits - zu früh, denn der Ball landete nur am Außennetz (38.).

Gladbach legt vor, Hannover gleicht aus

Im zweiten Durchgang dürften sich viele der 40.000 Zuschauer an den Start des Spiels erinnert haben. Hannover war bissiger, mutiger und frecher - gute Torchancen aber blieben auf beiden Seiten Mangelware. Das änderte sich erst nach 67 Minuten, als Gladbach einen Freistoß aus dem Halbfeld zugesprochen bekam. Den brachte Startelf-Debütant Mickael Cuisance in den Fünfmeterraum, wo Ginter schneller als alle Hannoveraner reagierte und den Ball mit viel Glück über die Linie beförderte - 1:0.

Doch die Freude über die Führung währte nur kurz. Pirmin Schwegler brachte eine Ecke für Hannover 96 in den Strafraum, wo Niclas Füllkrug noch um Zentimeter verpasste, der hinter ihm postierte Martin Harnik aber per Kopf ausglich (71.). Es war bereits der fünfte Saisontreffer des Österreichers, der seine Quote noch hätte ausbauen können.

Turbulente Schlussphase

Denn wenige Minuten vor Ende hätte Harnik nach Vorlage von Bebou eigentlich den Ausgleich erzielen müssen. Tat er jedoch nicht, sondern knallte den Ball aus kürzester Distanz nur an die Latte (87.). Und das sollte sich rächen, denn Gladbach drängte in der insgesamt siebenminütigen Nachspielzeit mit aller Kraft auf den Ausgleich und wurde letztlich dafür belohnt.

Gladbach-Tor - Trainer unterstützen den Videobeweis | Sportschau | 30.09.2017 | 01:08 Min. | Verfügbar bis 30.09.2018 | Das Erste

Zu Beginn der Nachspielzeit hatte Jannik Vestergaard bereits die Führung auf dem Kopf, er zielte allerdings um wenige Zentimeter zu hoch (90.+1). Als dann Salif Sané den eingewechselten Gladbacher Vincenzo Grifo von den Beinen holte, entschied Schiedsrichter Christian Dingert mit Unterstützung des Videobeweises auf Elfmeter - eine knifflige, letztlich aber richtige Entscheidung.

Hannovers Serie endet

"Ich finde, die Schiedsrichter haben alles richtig gemacht, alle Möglichkeiten ausgeschöpft und die richtige Entscheidung getroffen", sagte Hannovers Trainer Breitenreiter in der Sportschau. Sein Pech: Hazard verwandelte den Strafstoß eiskalt zum 2:1-Endstand (90.+4). Gladbach revanchiert sich damit für die 1:6-Klatsche gegen Dortmund, für Hannover ist es die erste Niederlage der Saison.

Nach der Länderspielpause geht es für den nun nicht mehr unbesiegten Aufsteiger aus Niedersachsen mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt weiter (14.10.17), Gladbach reist am Tag darauf nach Norden und trifft dort auf Werder Bremen.