Bayer verabreicht dem VfB eine bittere Pille

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:0

Bayer verabreicht dem VfB eine bittere Pille

Bayer Leverkusen hat die Krise beim Tabellenletzten Stuttgart verschärft - die Tage von Huub Stevens als VfB-Trainer sind möglicherweise gezählt.

Huub Stevens steht mit dem VfB Stuttgart am Rande des Abgrunds. Bei seinem Angstgegner Bayer Leverkusen verlor der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga am Freitagabend (13.03.2015)chancenlos mit 0:4 (0:2). Das Treuebekenntnis von VfB-Sportdirektors Robin Dutt zum Trainer Stevens wird wahrscheinlich nicht halten. Alexander Zorniger steht bei den 2015 nun in acht Ligaspielen sieglosen Stuttgartern angeblich als Nachfolger bereit. Schon vor den Spielen der Konkurrenten im Abstiegskampf haben die Schwaben fünf Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz. Bayer gewann dagegen auch sein fünftes Pflichtspiel in Serie zu Null, eroberte den dritten Platz und ist pünktlich zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Atletico Madrid am Dienstag (17.03.2015) bestens in Form.

Knockout in 235 Sekunden

"Wunder gibt es immer wieder", hatte Stevens vor dem Spiel gesagt, aber die gibt es wohl doch nur in Schlagern von Katja Ebstein. Das erste Bundesliga-Tor des brasilianischen Linksverteidigers Wendell (32.) und der fünfte Saisontreffer von Josip Drmic (36.) besiegelten die VfB-Niederlage innerhalb von 235 Sekunden. Nach der Pause trafen Karim Bellarabi (50.) und erneut Drmic (59.) für Bayer, das seit fünf Jahren in zehn Spielen nicht mehr gegen Stuttgart verloren hat. "Die haben es uns in der ersten halben Stunde schwer gemacht. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es tut gut, dass wir letztlich klar gewonnen haben", freute sich nicht nur Drmic nach dem Abpfiff.

Die ersten Schüsse gleich ins Schwarze

Das erst nach einer halben Stunde sehenswerte Spiel begann derart zerfahren, dass schon Kombinationen über drei Stationen Seltenheitswert hatten. Beide Mannschaften spielten unpräzise, fanden den Passweg zum Mitspieler nicht und schenkten den Ball alle paar Sekunden her. Plötzlich aber stand Timo Werner auf der linken VfB-Angriffsseite frei und passte perfekt auf die einzige Spitze Daniel Ginzcek - der ehemalige Stuttgarter Bernd Leno im Tor rettete sensationell (17.). Die Werkself, die im denkwürdigen Hinspiel (3:3) ein 3:0 verspielt hatte, verzeichnete am 48. Geburtstag ihres Trainers Roger Schmidt dagegen nicht einen Torschuss in den ersten 30 Minuten - doch die ersten beiden saßen.

Stevens: "Glaube, dass ich die Spieler noch erreiche"

Ein 16-Meter-Schuss Wendells nach einem kollektiven Aussetzer der Stuttgarter Defensive war für Sven Ulreich nicht zu parieren, vier Minuten später traf Drmic per Kopf. Danach gab es nur noch eine Richtung, der VfB zerfiel in seine Einzelteile und wurde abgeschossen. Bellarabi traf, nachdem er Gotoku Sakai schwindelig gespielt hatte, Drmic schoss aus 14 Metern flach ein. Der VfB ließ sich fast gar nicht mehr im gegnerischen Strafraum blicken. Am Ende stand eine geradezu demütigende Niederlage für die Stuttgarter. An einen persönlichen Rückzug denkt Stevens indes nicht. "Wenn ich spüre, dass die Spieler nicht mehr an mich glauben, melde ich mich beim Verein. Ich glaube, dass ich die Spieler immer noch erreiche", sagte der Coach. In der ersten halben Stunde habe er das Beste vom VfB gesehen, daran müsse man festhalten. "Es gibt nur einen Weg. Es sind noch neun Spiele. Da musst du alles geben", ergänzte er.

Ob Stevens am kommenden Spieltag gegen Eintracht Frankfurt tatsächlich noch auf der Stuttgarter Bank sitzt, ist sehr fraglich. Bayer Leverkusen muss dann auf Schalke ran im Spitzenduell um die Champions-League-Plätze.

Fußball · Bundesliga · 25. Spieltag 2014/2015

Freitag, 13.03.2015 | 20.30 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Leno – Hilbert (63. Reinartz), Toprak, K. Papadopoulos, Wendell – Rolfes, G. Castro – Bellarabi (63. J. Brandt), Calhanoglu, Son – Drmic (83. Kießling)

4
Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Ulreich – F. Klein, Schwaab, Niedermeier, G. Sakai (61. Hlousek) – Gentner, Serey Die (64. O. Romeu) – Kostic (46. Kiesewetter), Maxim, Ti. Werner – Ginczek

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Wendell (32.)
  • 2:0 Drmic (36.)
  • 3:0 Bellarabi (50.)
  • 4:0 Drmic (59.)

Strafen:

  • gelbe Karte Hilbert (4 )
  • gelbe Karte Wendell (6 )
  • gelbe Karte Calhanoglu (3 )
  • gelbe Karte Serey Die (2 )
  • gelbe Karte Maxim (1 )
  • gelbe Karte Hlousek (3 )

Zuschauer:

  • 29384

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)
Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Tore 4 0
Schüsse aufs Tor 5 5
Ecken 3 4
Abseits 4 1
gewonnene Zweikämpfe 137 145
verlorene Zweikämpfe 145 137
gewonnene Zweikämpfe 48,58 % 51,42 %
Fouls 22 8
Ballkontakte 643 617
Ballbesitz 51,03 % 48,97 %
Laufdistanz 113,24 km 110,79 km
Sprints 233 211
Fehlpässe 118 113
Passquote 71,84 % 69,29 %
Flanken 5 11
Alter im Durchschnitt 25,2 Jahre 25,4 Jahre

sid/dpa/red | Stand: 13.03.2015, 23:07

Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. Bayern München 1 3
2. 1. FC Köln 0 0
2. 1. FSV Mainz 05 0 0
2. 1899 Hoffenheim 0 0
2. Bayer Leverkusen 0 0
  ...    
2. SV Darmstadt 98 0 0
2. VfL Wolfsburg 0 0
18. Werder Bremen 1 0
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