Freiburg verschenkt sicher geglaubten Sieg

Augsburgs Finnbogason jubelt - Spielszenen aus der Partie FC Augsburg gegen SC Freiburg

FC Augsburg - SC Freiburg 3:3

Freiburg verschenkt sicher geglaubten Sieg

Mit zwei Toren in der Nachspielzeit hat der FC Augsburg seine erste Heimniederlage in dieser Bundesliga-Saison abgewendet. Mit viel Moral entriss die Mannschaft von Trainer Manuel Baum dem SC Freiburg noch den sicher geglaubten Sieg und sicherte sich beim 3:3 (1:1) zumindest noch einen Punkt.

Vor 26.345 Zuschauern erwischte Augsburg einen Blitzstart: Bereits nach 54 Sekunden brachte Alfred Finnbogason den FCA in Führung. Dann drehte Freiburg zunächst die Partie: Christian Günter (20.) und Sturmspitze Nils Petersen mit seinen Toren Nummer fünf und sechs in den vergangenen drei Spielen (48./65.) brachten die Gäste mit zwei Toren in Führung. Doch in der Nachspielzeit traf Finnbogason noch zwei Mal (90.+1, 90.+3) und gab dem Spiel somit erneut eine Wendung.

Schnelle Führung von Augsburg

Damit endete die Partie, wie sie begonnen hatte - mit einem Schock für Freiburg: Der Anpfiff von Schiedsrichter Christian Dingert war noch nicht lange verhallt, als Caiuby aus dem Mittelfeld Finnbogason bediente und der Isländer im zweiten Anlauf vollstreckte. Augsburg war in den folgenden Minuten das klar bessere Team. Die Hausherren setzten den SC unter Dauerdruck, die Breisgauer kamen gar nicht zum Spielen und hatten riesige Probleme mit dem schnellen Umschalten der Augsburger.

In der neunten Minute hatte Michael Gregoritsch die Riesenchance zum 2:0, brachte aber das Kunststück fertig, den Ball aus sechs Metern über das leere Tor zu schießen. Nach einer Viertelstunde brachte der SC etwas Ruhe in sein Spiel. Mit dem ersten Schuss auf FCA-Keeper Marwin Hitz glückte Günter nach einem Doppelpass mit Tim Kleindienst der Ausgleich. Kurz darauf folgte der nächste Nackenschlag für Augsburg, als Daniel Opare mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel vom Platz musste (23.).

Augsburger toben nach Videobeweis

In der nun ausgeglichenen Partie hatten die Freiburger durch Yoric Ravet (32., 40.) sogar die Gelegenheit, noch vor der Pause in Führung zu gehen. Das holten sie kurz nach Wiederanpfiff nach. Nach einer Ecke von Ravet und anschließender Kopfballverlängerung durch Kleindienst schlich sich Petersen an den zweiten Pfosten und nickte zum 2:1 ein.

Finnbogason - "Wir müssen mit dem Punkt glücklich sein"

Sportschau | 16.12.2017 | 02:10 Min.

Nach knapp einer Stunde sorgte wieder einmal der Videobeweis für Aufregung: Schiedsrichter Dingert hatte nach einem Foul von Freiburgs Caglar Söyüncü (59.) an Marcel Heller zunächst auf Strafstoß entschieden, nahm die Entscheidung nach Ansicht der Videobilder aber wieder zurück. Grund: In der Entstehung hatte Finnbogason im Mittelkreis den Ball mit der Hand gespielt. Die Augsburger tobten, für sie war Dingerts Entscheidung nicht nachvollziehbar.

Nach der Partie gab Augsburgs Trainer Baum zu: "Der Schiedsrichter hat da alles richtig gemacht, es war ein klares Handspiel. Durch die Emotionen haben wir uns aber rausbringen lassen." Und Freiburg nutzte das aus: Kapitän Petersen erhöhte erneut auf Vorlage von Kleindienst auf 3:1. So stand es auch noch nach 90. Minute. Doch Augsburg gab nicht auf - und Freiburg verlor die Konzentration, was Finnbogason zwei Mal eiskalt bestrafte.

Streich: "Ich hab keine Lust, sauer zu sein"

"Das ist der Wahnsinn", stellte FCA-Trainer Baum nach der letzten Partie aufgewühlt fest. "Klar hätten wir gern drei Punkte gehabt, aber ziemlich genau vor einer Woche habe ich gesagt, wir haben eigentlich zwei Punkte verloren gegen Hertha. Und heute haben wir - bei dem Spielverlauf - eher einen Punkt gewonnen." Für Augsburg war es das letzte Spiel des Jahres, Freiburg muss dagegen in der kommenden Woche nochmal im DFB-Achtelfinale bei Werder Bremen auflaufen.

Und das können die Freiburger nach sieben Punkten aus der vergangenen englischen Woche mit breiter Brust. "Es fühlt sich schon ein bisschen nach Niederlage an", meinte zwar der dreifache Vorbereiter Kleindienst, ergänzte jedoch gleich: "Aber wenn wir das Revue passieren lassen, können wir durchaus zufrieden sein mit der kompletten Woche." Dem stimmte auch ein ausgelaugt wirkender SC-Trainer Christian Streich zu: "Ich hab keine Lust, sauer zu sein", sagte Streich und stellte müde fest: "Es ist schade, aber sie haben das super gemacht."

Fußball · Bundesliga · 17. Spieltag 2017/2018

Samstag, 16.12.2017 | 15.30 Uhr

Wappen FC Augsburg

FC Augsburg

Hitz – Opare (23. Framberger), Gouweleeuw, Hinteregger, Max – Baier – R. Khedira (76. Schmid) – Heller (71. Cordova), Gregoritsch, Caiuby – Finnbogason

3
Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Schwolow – Kübler, R. Koch, Söyüncü, Günter – Höfler – Haberer – Ravet (90.+3 Kapustka), Terrazzino (90. Stanko) – Petersen, Kleindienst (77. Kath)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Finnbogason (1.)
  • 1:1 Günter (20.)
  • 1:2 Petersen (48.)
  • 1:3 Petersen (65.)
  • 2:3 Finnbogason (90.+1)
  • 3:3 Finnbogason (90.+3)

Strafen:

  • gelbe Karte Baier (3 )
  • gelbe Karte Haberer (4 )
  • gelbe Karte Petersen (2 )
  • gelbe Karte Söyüncü (4 )

Zuschauer:

  • 26.345

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Vorkommnisse:

  • Elfmeter (Augsburg) und Gelbe Karte (Söyüncü) zurückgenommen nach Videoentscheid (61.).

Stand: Samstag, 16.12.2017, 17:30 Uhr

Wappen FC Augsburg

FC Augsburg

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Tore 3 3
Schüsse aufs Tor 7 7
Ecken 11 4
Abseits 1 1
gewonnene Zweikämpfe 120 92
verlorene Zweikämpfe 92 120
gewonnene Zweikämpfe 56,6 % 43,4 %
Fouls 6 14
Ballkontakte 693 486
Ballbesitz 58,78 % 41,22 %
Laufdistanz 115,79 km 122,66 km
Sprints 244 223
Fehlpässe 93 72
Passquote 80 % 73,72 %
Flanken 23 5
Alter im Durchschnitt 26,8 Jahre 24,6 Jahre

sid/dpa | Stand: 16.12.2017, 17:32

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