Schiedsrichter-Streit - Gelbe Karte für Gräfe, Krug und Fandel

Schiedsrichter Manuel Gräfe

Kompromiss gefunden

Schiedsrichter-Streit - Gelbe Karte für Gräfe, Krug und Fandel

Im Schiedsrichter-Streit hat der Deutsche Fußball-Bund nach wochenlangen Querelen hart durchgegriffen und Referee Manuel Gräfe sogar einen Maulkorb verpasst.

Wie der Verband am Freitagabend (03.11.2017) mitteilte, stimmten die Streithähne Hellmut Krug, Herbert Fandel und Manuel Gräfe einem Kompromissvorschlag der neuen Ethikkommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesaußenministers Klaus Kinkel zu.

Und dieser hatte es durchaus in sich: Krug musste seine Funktion in der Schiedsrichterkommission Elite aufgeben, blieb aber vorerst Leiter des Projektes Video-Assistent. Doch auch diese Funktion verlor Krug (06.11.17). Fandel besucht keine Lehrgänge der Elite-Schiedsrichter mehr, bleibt aber auf Wunsch der Mehrheit der Bundesligaschiedsrichter ihr Coach. Beide verlieren durch die Entscheidung an Einfluss.

Gräfe nicht mehr Video-Assistent

Gräfe, der die öffentliche Auseinandersetzung durch Vorwürfe gegen Krug und Fandel ausgelöst hatte, darf sich in Zukunft "nicht mehr unabgestimmt in der Öffentlichkeit äußern. Andernfalls wird er nicht mehr als Schiedsrichter in der Bundesliga eingesetzt", heißt es in der DFB-Mitteilung. Außerdem werde Gräfe ab sofort nicht mehr als Video-Assistent in der Bundesliga eingesetzt. Dadurch hat der 44-Jährige in Zukunft kaum mehr berufliche Berührungspunkte mit Krug.

"Wir haben uns in den zurückliegenden Tagen in intensiver Arbeit einen Überblick über die Vorwürfe und die Lage im Schiedsrichterwesen gemacht", sagte Kinkel: "Aufgrund der Vielzahl der Gespräche und Kontakte gehe ich davon aus, dass die erreichte Vereinbarung zu einer versöhnlichen Regelung und Entspannung der aktuellen Situation im Schiedsrichterbereich des DFB beitragen wird." Kinkel und seine Kommission hatten nach Gesprächen mit allen Beteiligten den "Kompromissvorschlag" an den DFB übermittelt.

Wiederholte Anschuldigungen von Gräfe

Öffentlich geworden war der Streit durch Gräfes wiederholte Anschuldigungen. Er warf den beiden Funktionären Krug und Fandel schlechten Führungsstil und Vetternwirtschaft vor. Der erfahrene Unparteiische hatte von einem krankenden System berichtet, im dem Beeinflussung und Manipulation von Untergebenen auf der Tagesordnung stünden. Ein vierstündiger "Friedensgipfel" in Frankfurt/Main hatte Mitte Oktober keine Einigung gebracht - im Gegenteil wurden Gräfes Vorwürfe von Schiedsrichter-Sprecher Felix Brych offensichtlich in weiten Teilen untermauert.

"Es ist seit Jahren unser ausdrücklicher Wunsch, dass uns die Unparteiischen umgehend mitteilen, wenn sie mit etwas nicht einverstanden sind, Probleme oder Verbesserungspotenziale sehen", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann: "Jedoch ist es im Sinne aller Beteiligten, dass diese Kritikpunkte intern vorgebracht werden. Mit der Vereinbarung ist die Basis gelegt, weiter sachorientiert zusammenzuarbeiten."

Der Vorschlag sehe zudem vor, dass weiter an einer modernen, transparenten und gerechten Struktur gearbeitet werde. "Den Hinweis der Kommission nehmen wir als Ansporn, den Weg weiterzugehen und die noch offenen Punkte konsequent anzugehen", sagte Zimmermann.

sid | Stand: 03.11.2017, 19:15

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