Schalke nervt die ungelöste Managerfrage

Christian Heidel

Hängepartie um Heldt-Nachfolge

Schalke nervt die ungelöste Managerfrage

Längst wissen alle, dass Christian Heidel im Sommer den Posten des Sportchefs bei Schalke 04 von Horst Heldt übernehmen soll. Dass das Thema immer noch nicht vom Tisch ist, nervt die Schalker zunehmend.

Am Mittwoch (17.02.16) fliegt der FC Schalke 04 in die Ukraine. Der dortige Europa-League-Gegner Schachtjor Donezk leidet noch immer unter den Folgen des Krieges in seinem Land. Er muss seine Heimspiele im 1.000 Kilometer entfernten Lwiw austragen, seine besten Spieler wechseln der Reihe nach zu Bayern München (Douglas Costa) oder nach China (Alex Teixeira), ein weiterer von ihnen ist jetzt auch noch wegen Dopings gesperrt (Fred).

Bekantgabe in Kürze

Verglichen damit sind die Probleme von Schalke 04 ziemlich läppisch. Trotzdem nerven sie alle Beteiligten in diesem chronisch unruhigen Verein mehr und mehr. Da ist das ständige Auf und Ab der Schalker Mannschaft. Statt wie erhofft auf Platz drei der Fußball-Bundesliga vorzurücken, fiel sie durch das verdiente 1:2 (0:1) bei Mainz 05 ganz aus den Champions-League-Rängen heraus.

Der sportliche Rückschlag rückte in der Nachbetrachtung dennoch schnell in den Hintergrund. Stattdessen ging es schnell wieder um die Frage, wann denn nun endlich bekannt gegeben wird "was eh schon jeder weiß" wie Schalkes Manager Horst Heldt es in Mainz formulierte. Wann also wird offiziell, dass Christian Heidel im Sommer den Posten des Sportchefs von Heldt in Gelsenkirchen übernimmt?

In wenigen Tagen soll es endllich so weit sein. "Wir werden eine Entscheidung fällen und die in Kürze bekanntgeben", bestätigte Heidel, der Noch-Manager des Freitags-Gegners Mainz 05. "Wenn schon etwas entschieden wäre, würden wir es auch bekanntgeben. Es gibt keinen Grund, etwas zu verbergen oder zu verheimlichen."

Nachfolger in Mainz gefunden

Nach 24 Jahren beim FSV fällt es dem gebürtigen Mainzer offenbar doch nicht so leicht, seinen Heimatklub zu verlassen. "Wenn man so lange da ist, dann ist die Entscheidung eben nicht so einfach", sagte Heidel. "Schalke muss das Gefühl haben, dass ich der Richtige bin. Ich muss das Gefühl haben, dass Schalke richtig ist. Und bei beiden Vereinen muss alles geregelt sein."

Immerhin in Mainz scheinen die Dinge bald geregelt zu sein. Als Heidels Nachfolger soll Rouven Schröder, derzeit Sportdirektor bei Werder Bremen, kommen. Schröder, der in Bremen noch einen Vertrag bis 2017 besitzt, hat bereits um die Freigabe gebeten. "Rouven hat mich informiert, dass er Kandidat Nummer eins bei den Mainzern ist. Und er möchte das gerne machen", bestätigte Bremens Sportchef Thomas Eichin der "Kreiszeitung Syke".

Auf Schalke sehnen sie sich danach, dass sich das schon seit Wochen hinziehende Thema endlich erledigt. "Das nervt", sagte Schalkes Torwart Christian Fährmann in einem Interview über die Managerdiskussion. Schon Trainer André Breitenreiter hatte in der vergangenen Woche beklagt, dass es in diesem Schwebezustand "nicht einfach ist, die Zukunft zu planen".

Anstehende Aufgaben

Denn Schalke benötigt vermutlich einen Ersatz für Joel Matip. Bereits am Montag (15.02.16) wollen die Schalker verkünden, ob der Innenverteidiger seinen Vertrag verlängert oder wie erwartet nach England wechseln wird. Zudem muss der Klub sich darüber klar werden, wie man mit den erwarteten Millionen-Angeboten für Leroy Sané umgeht.

Und Schalke muss bis zum Sommer auch die Zukunft von Younes Belhanda klären, der gegen Mainz sein erstes Tor für die Königsblauen erzielte, vor dem entscheidenden 1:2 aber auch den Mainzer Julian Baumgartlinger einfach laufen ließ. Der marokkanische Nationalspieler ist erst in der Winterpause von Dynamo Kiew ausgeliehen worden. Arbeit gibt es also genug für Heidel. Jetzt müssen sie es in Mainz und Gelsenkirchen nur noch sagen.

red/sid/dpa | Stand: 14.02.2016, 15:46

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