SC Freiburg ermauert sich Punkt gegen den BVB

SC Freiburg, Borussia Dortmund

SC Freiburg - Borussia Dortmund 0:0

SC Freiburg ermauert sich Punkt gegen den BVB

Der SC Freiburg hat Borussia Dortmund am 3. Spieltag den ersten Dämpfer versetzt. Beim 0:0 mussten die Freiburger nach einem Foul von Neuzugang Yoric Ravet an Marcel Schmelzer über eine Stunde lang zu zehnt spielen.

Borussia Dortmund hatte zwar Chancen, blieb aber insgesamt blass und konnte die Serie von zuletzt zwölf Siegen in zwölf Spielen gegen den SC Freiburg nicht ausbauen. Freiburg musste mit dem Punkt zufrieden sein, wartet nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga aber noch auf den ersten Saisonsieg. Für Schmelzer dauerte das Comeback nach überstandener Verletzung am Sprunggelenk und wochenlanger Pause nur eine halbe Stunde. Nach dem Tritt in die Wade von Freiburgs Ravet musste der Linksverteidiger mit einer Trage vom Platz gebracht und ausgewechselt werden. Der nicht immer souverän wirkende Schiedsrichter Benjamin Cortus zeigte dem Franzosen zunächst die Gelbe Karte, entschied nach dem Einsatz des Video-Assistenten aber auf Rot. Dortmund rannte anschließend an, Freiburg verteidigte leidenschaftlich und verdiente sich den Punkt.

SCF-Coach Streich krempelt sein Team um

Neben Ravet brachte SC-Trainer Christian Streich noch fünf weitere Profis, die beim 1:4 gegen RB Leipzig nicht in der Startelf gestanden hatten: Lukas Kübler, Caglar Söyüncü, Amir Abrashi, Vincent Sierro, Tim Kleindienst und eben Ravet standen für Julian Schuster, den verletzten Marc-Oliver Kempf, Pascal Stenzel, den gesperrten Nicolas Höfler, Mike Frantz und Florian Niederlechner auf dem Feld. BVB-Coach Peter Bosz hatte eigentlich keinen Grund zu wechseln, schenkte seinem Kapitän Schmelzer jedoch das Vertrauen nach dessen Genesung. Der in den ersten Spielen gute Vertreter Dan-Axel Zagadou musste weichen.

Kleindienst vergab sechs Minuten nach Anpfiff eine riesengroße Gelegenheit zur Führung für den Gastgeber. Freigespielt von Christian Günter und Janik Haberer scheiterte der Stürmer mit einem schwachen Abschluss an BVB-Keeper Roman Bürki. Mit bissigen Kontern und guter Defensivarbeit hätten sich die noch sieglosen Freiburger die Führung in der Anfangsphase verdient gehabt. "Wir sind gut in das Spiel reingekommen. Das Umschalten hat sehr gut funktioniert", meinte Streich. Außer einem zu hoch angesetzten Kopfball von Pierre-Emerick Aubameyang brachte der BVB zu Beginn wenig zustande und wirkte ideenlos.

Bosz besorgt, Streich rechtfertigt sich

Bosz musste früh wechseln. Vor Schmelzer ging bereits Innenverteidiger Marc Bartra nach 18 Minuten runter. Der Spanier hatte sich zuvor an die Leiste gefasst. "Ich glaube, bei Marcel ist es schlimmer. Aber wir müssen abwarten", sagte Coach Bosz nach dem Match. Die Vorkommnisse mit dem Eingriff des Videoassistenten, dem Platzverweis für Ravet und dem Ausscheiden von Schmelzer sorgten in der 29. Minute für hitzige Gemüter auf und neben dem Platz.

Zur Roten Karte sagte Streich: "Ist legitim, kann man geben, selbstverständlich. Jetzt hoffen wir einfach mal, dass es dann mal eine Szene gibt, wo Freiburg dann auch eine legitime Situation hat. Aber davon gehen wir aus, deshalb habe ich überhaupt nichts zu meckern gegen den Videobeweis." Streich musste sich hinterher auch Nachfragen gefallen lassen, weil er nach dem Platzverweis geklatscht hatte, sagte aber, dass dies nicht der Entscheidung für Rot gegolten habe, sondern die Antwort auf eine Reaktion von der Dortmunder Bank gewesen sei.

Borussia Dortmund fällt wenig ein

Nach dem kuriosen Platzverweis verlagerte sich das Spiel dann komplett in die Freiburger Hälfte. Nuri Sahin prüfte SC-Torwart Alexander Schwolow mit einem Distanzschuss (40.). Unmittelbar nach dem Seitenwechsel verhinderte Schwolow mit einer Parade gegen Christian Pulisic den Rückstand (46.). Ein Kopfball von Aubameyang geriet erneut zu hoch (54.), wenig später rutschten drei Dortmunder an einer Flanke von Gonzalo Castro vorbei - die Borussen konnten sich zu wenig Chancen erarbeiten und schossen auch nur dreimal auf das Tor der Freiburger. Lukasz Pisczeks Kopfball war nach langer Zeit die beste Chance zum späten Siegtreffer (81.). Bosz war hinterher enttäuscht und sagte, dass er nicht erwartet habe, dass man 34 Spiele in der Bundesliga gewinnen würde. Wenn man so lange gegen zehn Mann spiele, müsse man als Borussia Dortmund aber gewinnen, so Bosz in der Sportschau.

Auch der in der Schlussphase eingewechselte Neuzugang Andrej Jarmolenko konnte am 0:0 nichts ändern. Bei Abpfiff hatten die Dortmunder zwar fast 80 Prozent Ballbesitz, aber nur einen Punkt auf der Habenseite. Beim BVB hoffen sie nun vor dem Champions-League-Auftakt bei Tottenham Hotspur unter der Woche darauf, dass Schmelzer und Bartra nicht allzu schwer verletzt sind. Am Sonntag kommt der 1. FC Köln dann nach Dortmund. Die Freiburger müssen am selben Tag beim ebenfalls sieglosen Bayer Leverkusen ran.

Fußball · Bundesliga · 3. Spieltag 2017/2018

Samstag, 09.09.2017 | 15.30 Uhr

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Schwolow – Kübler, Lienhart, Söyüncü, Günter – Ravet, Sierro (43. Frantz), Abrashi, Terrazzino (89. P. Stenzel) – Kleindienst (65. Niederlechner), Haberer

0
Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Piszczek, Sokratis, Bartra (18. Toprak), Schmelzer (31. Zagadou) – N. Sahin – Castro, M. Götze (79. Jarmolenko) – Pulisic, Aubameyang, Philipp

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Strafen:

  • rote Karte Ravet (29./grobes Foulspiel)

Zuschauer:

  • 24000

Schiedsrichter:

  • Benjamin Cortus (Röthenbach (Pegnitz))

Stand: Samstag, 09.09.2017, 17:27 Uhr

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Tore 0 0
Schüsse aufs Tor 2 3
Ecken 0 7
Abseits 1 1
gewonnene Zweikämpfe 76 69
verlorene Zweikämpfe 69 76
gewonnene Zweikämpfe 52,41 % 47,59 %
Fouls 10 10
Ballkontakte 286 1015
Ballbesitz 21,98 % 78,02 %
Laufdistanz 112,24 km 113,3 km
Sprints 169 139
Fehlpässe 38 52
Passquote 60,82 % 93,73 %
Flanken 3 25
Alter im Durchschnitt 24,7 Jahre 26,7 Jahre

Stand: 09.09.2017, 17:20

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bayern München1229
2.FC Schalke 041223
3.RB Leipzig1223
4.Bor. M´gladbach1221
5.Bor. Dortmund1220
 ...  
16.Werder Bremen128
17.SC Freiburg128
18.1. FC Köln122
Darstellung: