1. FC Köln geht ganz locker in die Rückrunde

Anthony Modeste

1. FC Köln geht ganz locker in die Rückrunde

Von Michael Ostermann

Der 1. FC Köln hat seine Vorbereitung komplett in Köln absolviert - und damit alles richtig gemacht. Wo die Mannschaft vor dem Start in die Rückrunde der Bundesliga steht, ist den Verantwortlichen allerdings noch nicht ganz klar.

Wie war das Trainingslager?

Trainingslager? Der 1. FC Köln hat die Vorbereitung auf die Rückrunde komplett am heimischen Geißbockheim absolviert. Bei acht Grad und Nieselregen waren die Bedingungen, laut FC-Trainer Peter Stöger, ideal, um die Mannschaft auf die Aufgaben in den kommenden Wochen einzustimmen. Der Österreicher ist ziemlich sicher, dass beim Heimspiel am Samstag (23.01.16) gegen den VfB Stuttgart auch keine 20 Grad herrschen werden. Damit liegt er wahrscheinlich richtig: Für Köln sind Höchstemperaturen von sechs Grad vorhergesagt. Nur mit dem Nieselregen wird es wohl nichts.

Wie liefen die Testpiele?

Im ersten Testspiel fegte der FC den Zweitligisten MSV Duisburg 6:0 vom Platz. Anschließend gab es noch ein 2:0-Sieg gegen den FSV Frankfurt. Der letzte Härtetest vor dem Rückrundenstart ging 0:1 beim 1. FSV Mainz verloren, der geplante Test in Erfurt fiel witterungsbedingt aus.

Wie ist die Form?

Das wüssten sie in Köln auch gerne. Für ihn sei die Partie gegen Stuttgart ebenfalls ein "Start ins Ungewisse", hat Sportchef Jörg Schmadtke dem "Express" gesagt. Trainer Stöger konstatierte nach der Testpielpleite gegen Mainz "ein Spiel von überschaubarer Qualität", fand das aber nicht weiter schlimm nach 14 Tagen Vorbereitung. Der Auftritt seines Teams ermöglicht es Stöger immerhin, eine Festlegung auf die Startelf zu vermeiden und damit die Spannung bis zum Schluss hochzuhalten.

Wer war der Selfie-König der Vorbereitung?

Lukas Podolski. Ja sicher, der spielt nicht mehr beim 1. FC Köln sondern für Galatasaray Istanbul. Aber das ändert nichts daran, dass "Poldi" immer noch fast täglich präsent ist und für Selfies mit seinen Fans bereit steht. Derzeit lässt er sich in Köln wegen einer Oberschenkelverletzung behandeln und nimmt Termine wahr. Dabei lässt er keine Gelegenheit aus, seine Liebe zum FC zum Ausdruck zu bringen. Die Chancen, dass sein Herzensklub schon bald wieder im Europacup spielt, seien "definitiv da". Podolski drückt ganz feste die Daumen. "Und vielleicht spiele ich dann selbst nochmal mit dem FC international."

Was war der größte Aufreger?

Die Zeiten, in denen in Köln regelmäßig große Aufregung um den FC herrschte, sind vorbei. Nicht mal ein Mini-Skandälchen will dem Klub noch gelingen. Auch das angebliche Interesse aus der Premier League an den Leistungsträgern Timo Horn und Jonas Hector bringt die kölsche Seele nicht groß in Wallungen.

Wer hat überrascht?

Niemand. Der Kader ist sehr ausgeglichen. Mittelfeldspieler Milos Jolic hat sich in der Vorbereitung gut präsentiert. Der Serbe hat nach seinem Wechsel von Dortmund nach Köln im Sommer die Erwartungen bislang nicht erfüllt. In der Rückrunde könnte er nun zu einer wichtigen Alternative werden.

Aktivitäten auf dem Transfermarkt

Gleich zum Auftakt der Vorbereitung verpflichtete der FC den serbischen Linksverteidiger Filip Mladenovic vom weißrussischen Champions-League-Teilnehmer Bate Borissow. Mladenovic soll Nationalspieler Jonas Hector Konkurrenz machen und - sollte dieser im Sommer nach England weiterziehen - als dessen Nachfolger eingearbeitet werden. Bard Finne (1. FC Heidenheim) und Kazuki Nagasawa (Urawa Red Diamonds) haben den Verein verlassen.

Was sind die Ziele für die Rückrunde?

Vorrangiges Ziel bleibt der Klassenerhalt, auch wenn der FC mit 24 Punkten aus der Hinrunde derzeit gesichert im Mittelfeld der Tabelle steht. "Wer glaubt, dass alles von alleine läuft, ist ein Narr", warnte Schmadtke in der Bild-Zeitung. Vom Europacup träumen dürfen nur die Fans - und Lukas Podolski.

Stand: 19.01.2016, 08:30

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